Tag: Assassin’s Creed (Page 1 of 3)

Twilight: The Assassin’s Resparkling

Für die einen ist es ein Podcast, für die anderen der wahrscheinlich unbekannteste Einstieg ins Wochenende. Diese Woche nehmen wir uns bei Mehr Spieler unserer Hassliebe “Assassin’s Creed” an. Auch wenn derzeit gemunkelt wird, dass die Serie einen Reboot in Sachen Zeit (das alte Ägypten ist als Setting im Gespräch) und hoffentlich auch Gameplay bekommt, fehlt Johannes und mir noch eine geschichtliche Etappe, die schon seit “Assassin’s Creed II” im Raum steht.

“Adolf Hitler erhielt den Auftrag, den Apfel nach Kriegsende zu Winston Churchill zu schicken und seinen Double in einem Bunker zu erschießen, doch der Apfel kam nie an. Man erfährt, dass die Assassinen den Bunker gesprengt hatten und somit Hitler töteten und den Apfel an sich brachten.” – Assassin’s Creed Wikia

Natürlich sind wir vorbelastet, da ein Assassin’s Creed in Deutschland für uns als Deutsche durch die räumliche Nähe ziemlich spannend ist. Aber spätestens seit Indiana Jones ist klar, dass das Dritte Reich als famoser Antagonist funktioniert. Das liegt unter anderem daran, dass sich niemand bremsen muss, denn, um es mit TeamFourStar zu sagen: “Who am I offending? The Nazis!?” Ganz so leicht und wie in “AC: Syndicate” einfach nur tiefschwarze Halunken zu zeichnen ist uns allerdings zu billig und somit haben wir uns für einen kleinen Twist entschieden. Worin dieser genau besteht, erfahrt ihr, wenn ihr unseren Nachtigall-Stimmchen lauscht…

Bei so viel Euphorie haben wir zwei Dinge vergessen. Erstens könnte unser Assassin’s Creed Marlene Dietrich beinhalten (OMG!!! YES, PLEASE!) und zweitens habe ich im Gameplay-Teil eine Überlegung vergessen, auf die ich sehr stolz bin. Ich wünsche mir einen “Hard”-Modus in welchem es Autosaves nur an “Checkpoints” im Untergrund gibt, welche die Basen der Assassinen darstellen. Die Kanalisation ist damit ein wenig mit dem Lagerfeuer-System aus den Souls-Spielen zu vergleichen. Nach einer Mission noch bis zum nächsten Unterschlupf zu kommen, sollte in Verbund mit mehr Stealth dafür sorgen, dass es in AC tatsächlich mal wieder so etwas wie Spannung gibt. Aber genug geschrieben… jetzt wird geredet.

Mehr Spieler – Die magische Drei und der Buchstabe A

In Märchen hat die Zahl 3 eine ganz besondere Bedeutung: Zaubersprüche müssen immer dreimal gesagt werden, es gibt drei Kinder/Brüder/Schwestern, eine Fee gewährt drei Wünsche und so weiter. Geschichten haben gerne drei Teile, besonders Filme, was manchmal Sinn macht (Der Herr der Ringe) und manchmal sehr wenig (Der Hobbit). Die 3 hat also eine ganz bestimmte Bedeutung.

So auch bei den AAA-Videospielen. Die sind meist bombastisch und mit viel Aufwand programmierte Spiele, die allerdings oft den Innvationswert eines Balsamtaschentuchs haben. Aber kann man* da überhaupt viel erwarten? Max und ich befürchten: Nein, nicht wirklich. Das System der Millionenspiele, die auch Millionen an Umsatz machen müssen, steht sich selbst und der Innovation im Wege. Ist das eigentlich schlimm? Hört in unseren Podcast!

Mehr Spieler’s Gaiden to 2016

2016 ist da, aber weder Johannes noch ich haben bisher das Bedürfnis, die Pfeife wegzulegen und aus den Pantoffeln zu kippen. Hier und da ein Blubberbläschen der Neugierde (was zur Hölle ist das Ziel von “No Man’s Sky”?), doch insgesamt sind wir recht entspannt, was 2016 angeht,

Johannes hat die leise Hoffnung, dass sich Videospiele erzählerisch unkonventioneller präsentieren, doch ich olle Miesmuschel glaube das natürlich erst, wenn ich es sehe. Dafür erwähne ich mit keinem Wort Final Fantasy XV, weil wir die AAA-Industrie großteils außen vor lassen wollten. Assassin’s Creed wird trotzdem erwähnt. Viel Spaß bei einem vorsichtigen Blick auf 2016.

Kojima!? Kojima?! KOJIIIIIMAAAAAAA!?!?!

Das nächste Assassin’s Creed findet in Indien statt. Nein, nicht “Assassin’s Creed Chronicles: India”, sondern der nächste Volltitel soll dort spielen. Das ist zumindest meine kleine Spinnerei zum Wochenende, wenn ich mir die ersten 10 Minuten des “Jack The Ripper”-DLCs angucke. Dort sehen wir nach einem hektischen Auftakt Evie Fryes Rückkehr nach London und auf ihrer Reisetruhe steht “Grand Hotel India”. Das mag ein Zufall sein, da England fröhlich vor sich hin kolonialisierte, aber es wäre auch nicht das erste Mal, dass die Macher zukünftige Spielestandorte andeuten. Leicht vorzustellen ist das Setting wohl alleine schon aufgrund des Taj Mahal, wobei Indien, ähnlich wie Hong Kong oder Japan, gerade in der Neuzeit interessante Standorte sind. Johannes und ich hoffen immer noch, dass es Deutschland wird, aber dazu ein andermal mehr.

Meta-Kojima und seine Anspielungen

Wer das erste Metal Gear Solid oder Final Fantasy VII, VIII oder IX auf der Playstation gespielt hat, der weiß, dass früher oder später ein Disc-Wechsel angesagt ist. Bei so einem massiven Spiel wie “Metal Gear Soid IV: Guns of the Patriots” hätte man wohl gleich einen 10er-Pack an DVDs besorgen müssen, doch der Blu-Ray sei Dank, passt das Spiel auf nur eine CD. Ein Fakt, der Kojima einen aggressiven In-Joke im Spiel wert ist. Es handelt sich bei der folgenden Szene nicht um eine optionale Szene, über die nur einige Spieler stolpern. Die ganze Welt durfte hören, wie toll Sony und ihre Blu-Rays sind. Eine solche Stichelei hat nach außen keine große Wirkung und ist eher ein kleiner Liebesbeweis Richtung Sony.

He talks the talk and walks the Walkman (TM!)

Hört ihr den Ritt der Walküren oder doch lieber “Take On Me”, wenn ihr euch im Helikopter in Sicherheit bringt? Ganz egal welches der vielen Lieder ihr wählt, hören wird euer Big Boss das ganze auf seinem treuen Sony Walkman. Zum ersten Mal kam der Walkman als Prototyp im PSP-Ableger “Peace Walker” zum Einsatz. Briefings, geheime Botschaften und natürlich Musik werden über euren ikonischen Begleiter abgespielt. Und auch hier darf davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Zufall handele. Vielleicht findet Kojima Sony aber auch einfach nur cool. Und bei jemandem wie Kojima kann ich mir vorstellen, dass das schon genug ist, damit er Teil des Ganzen sein möchte. Natürlich besteht der Freigeist auf ein eigenes Studio und künstlerische Freiheit, aber es gibt ganz viel Arbeit auf finanzieller und organisatorischer Seite, die Kojima offensichtlich gestohlen bleiben kann. Hätte Konami ihn gelassen, würde Kojima wohl noch immer an “Metal Gear Solid V: The Phantom Pain” feilen.

Nach den bekannten Geschichten um Hideo Kojima ist davon auszugehen, dass Sony genau weiß, womit sie sich bei ihrem “Fan” einlassen. Wir können stark davon ausgehen, dass Kojima mit den meisten seiner persönlich geleiteten Projekte keinen Gewinn einfahren muss. Was ein Quentin Tarantino für Filme ist, ist ein Hideo Kojima im Bereich der Videospiele. Die Menschen wollen seine Spiele bestaunen oder können schlichtweg nichts damit anfangen. Das wird auch so bleiben, da Kojima die nächsten 10 Jahre sehr wahrscheinlich seine Ruhe hat. In dieser Zeit wird er der Regel nach schließlich nicht mehr als 2 Projekte zu Ende führen. Hideo Kojima ist für viele ein Repräsentant und vielleicht sogar ein Sinnbild davon, was sie sich vorstellen, wenn sie an klassische Videospiele denken. Die Idee ist nach außen hin erstmal gerettet und es ist fürs Erste wahrscheinlich sogar egal, was dabei herauskommt. Ganz egal, ob Kojima und Sony wirklich voneinander angetan sind. Ich sage ja nur, dass das finanzielle Zusammenspiel bereits recht flüssig über die Bühne zu gehen scheint.

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Am Abgrund Links – Neues Asylrecht und einstweilige Verfügungen

Immer wieder Montags kommt die Erinnerung (dubidubidubdub). Ausdauer, Freude und Gesundheit für die nächsten Wochentage mit ein paar Links, die uns so begegnet sind.

Johannes:

  • Nutzt ihr AdBlocker? Persönlich nutze ich ja das NoScript-AddOn für Firefox, das blockiert gleich alle potentiell gefährlichen Scripts auf einer Webseite – und damit auch Werbung. Nach Meinung des Axel-Springer-Verlags ist das aber anscheinend illegal. Denn der hat per einstweiliger Verfügung durchgesetzt, dass die Anbieter des AdBlock Plus, Eyeo aus Köln, mit ihrem Produkt nicht mehr die Werbung auf der Seite von Bild.de umgehen dürfen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, zumal es gegenteilige Rechtsprechungen von anderen deutschen Gerichten gab. Es zeigt jedoch, wie wichtig die Werbeeinahmen für alle Webseiten sind und schließlich stellt sich auch die Frage, wie sinnvoll eine werbefinanzierte Internetwirtschaft ist. Es wird Zeit, nach alternativen Modellen Ausschau zu halten.
  • In eine ähnliche Kerbe schlägt Nina Paley in einem TED-Vortrag in Maastricht. Sie setzt sicht nicht für eine Reform, sondern gleich für die Abschaffung von Urheberrechten ein. Ihre Begründung: Urheberrechte nutzen fast ausschließlich den Verwertern, nicht den Künstlern. Und deshalb ruft sie dazu auf, Copyright einfach zu ignorieren. Auch eine Lösung?
  • Wie schon in meinem Bericht über das Berliner Anspielevent zu “Assassin’s Creed: Syndicate” angedeutet, tue ich mich schwer mit der Spielereihe. Ähnlich ergeht es auch Markus Dittmar von Superlevel, den die ewigen Vergleiche mit den Vorgängern der Assassinen-Serie auf die Nerven gehen. Wie sehr sich dieser Eindruck aufdrängt, fällt bei einem Vergleich der Reviews auf: Assassin’s Creed wird fasst immer im Kontext seiner Vorgänger bewertet, was Neuankommende in der Serie natürlich ein wenig vor den Kopf stößt. Gleichzeitig zeigen die unterschiedlichen Bewertungen, dass der Serie massiv die Puste ausgeht. Es scheint, als hieße das Motto für Assassin’s Creed: Innvation oder Tod.
  • Für alle Menschen dort draußen, die erstens massiv Zeit haben und sich zweitens ebenso massiv für Videospieleproduktion interessieren, sei die Dokumentation zur Entstehung von Double Fines “Broken Age” ans Herz gelegt. Die turbulente Entwicklung wurde in nicht weniger als zwölfeinhalb Stunden Serienmaterial gepresst und kann auf YouTube angesehen werden. Wer nur ein bisschen Zeit hat, kann auch die Zusammenfassung von ArsTechnica goutieren.

Max:

  • Vorab etwas Leichtes: Selbst dem Trierischen Volksfreund ist “Assassin’s Creed: Syndicate” wichtig genug, um den merkwürdig verschachtelt geschriebenen Artikel der dpa abzudrucken. Da ich dieses Jahr sowieso Gnade walten lasse, freue ich mich über jedwede Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gegenüber Videospielen, die nichts mit der “Killerspiele”-Diskussion zu tun haben. Ich vermute immer noch, dass der Artikel sowieso nur geschaltet wurde, weil im neuesten Ableger uns’ Karl Marx einer der Auftraggeber ist.
  • Außerdem finden die League of Legends Finals in Berlin statt. Ob es überhaupt noch Karten gibt, weiß ich nicht. Ein paar große Namen der Gamer- und auch der Youtube-Szene werden vor Ort sein, sodass sich das ganze wie große Selbstverherrlichung anfühlen darf. Was Schauspieler können, können Gamer doch schon lange… nun ja… zumindest seit es Videospiele gibt.
  • Zu ernsteren Themen: Das neue Asylrecht tritt in Kraft. Bevor alle auf die Barrikaden gehen, ganz gleich auf welcher Seite sie stehen, kann man sich in Ruhe durchlesen, was genau bestimmt wurde. Es soll hilfreich sein, wenn man weiß, wovon man redet.
  • Abschließend ein kleiner “Lifehack”, wobei ich es ganz altmodisch eine Eselsbrücke nennen würde. Unter anderem hat der Postillon das Thema letzten Monat mal wieder angesprochen. Es geht um eine Verwechslung, die so alt wie die Zeit ist. Wann schreibt man seid und wann seit? Wer darüber immer wieder mal kurz nachdenken muss, der kann sich die ZeiT zu nutze machen. Bei dieser wissen die meisten hoffentlich, dass sie mit einem T am Ende geschrieben wird. Sprecht ihr über einen ZeiTraum, dann benutzt ihr das seit mit T am Ende. Wenn der Zustand oder in gewisserweise auch das Dasein von etwas mit einem Adjektiv ausgeschmückt werden soll, dann benutzt ihr seid mit D wie in Dasein.
    Beispiele zur ZeiT: Seit 1982 lebe ich schon. Seit 9:30 warte ich auf mein Schoko-Nuss-Waffelgebäck.
    Beispiele zum Dasein: Ihr Nazis seid doch scheiße. Wenn ihr ein Problem mit Hertha BSC habt, dann seid ihr nicht meine Freunde.
    (Die Inhalte der Beispiele sind absolut zufällig generiert.)
    Und jetzt zum Abschluss ein Test. Habt ihr das Prinzip verstanden? Dann findet nun den Fehler:
    Übung: Nicht erst seit Gestern seit ihr so komisch.
    Fragt Mama und Papa nach dem richtigen Ergebnis bzw. checkt, ob die die Alten das überhaupt selbst auf die Reihe bekommen. Seid mir nicht böse, aber dieser Eintrag schwebt mir schon seit einiger Zeit vor und vielleicht kann ihn tatsächlich jemand gebrauchen.

Featured Image by Project Apollo Archive

 

Pub-Parcours: Das Assassinen-Anspielevent von Ubisoft

Oft kritisieren wir ja genau diejenigen sehr scharf, die wir eigentlich mögen. Ein schweres Schicksal für Kinder mit strengen Eltern, Musiker*innen mit dem frisch erschienen zweiten Album sowie für Videospieleentwickler*innen und -Publisher*innen. Beispiel Ubisoft: Manchmal fühle ich mich fast schlecht, wenn wir mal wieder in einem Podcast den französischen Spieleriesen aufs Korn nehmen. Aber dann muss ich nur an spektakuläre Fehlschläge wie Assassin’s Creed: Unity, die Verjüngung und Casualisierung von Splinter Cell oder auch den genialen, unheimlich nützlichen (/Ironie) Kopierschutz Online-Client Uplay denken.

Dann weiß ich: Kritik ist absolut berechtigt. Vor allem blutet mein Herz immer dann, wenn es um Assassin’s Creed geht, eine Reihe, deren ersten Teil ich trotz seiner Wiederholungen immer verteidige, deren zweiten Teil ich sogar mit Begeisterung spielte. Mit Brotherhood und Revelations war klar: Die Serie wird gnadenlos gemolken, was mich allerdings nicht davon abhielt, auch den dritten Teil zu spielen. Und weil Black Flag von vielen Kritiker*innen nach dem eher mäßigen AC3  gelobt wurde, gab ich auch dem Piratensetting eine Chance. Nur leider entpuppte sich dieses Spiel als eine leidlich unterhaltsame Tretmühle, in der ich nur selten das Gefühl bekam, etwas irgendwie Sinnvolles zu tun.

Via Flickr, by Baldwin Saintilus

assassins_bench_baldwin saintiliusHuch, das sind ja Assassinen auf dieser Bank. Das wäre mir so gar nicht aufgefallen. Sehr unauffällig, diese Leute

Als wollten sie Zweifler wie mich überzeugen, die Serie noch nicht völlig aufzugeben, veranstaltete Ubisoft letzte Woche ein Anspiel-Event für das am 23. Oktober 2015 für die Konsolen erscheinende Assassin’s Creed Doppelpunkt Syndicate. Stilgemäß (und vom PR-Team wahrscheinlich völlig uneigenützig vorgeschlagen) sollten diese Events in Irish Pubs stattfinden, dem Setting des Spieles entsprechend. Obwohl Deutschland viele Pubs hat, waren im Budget wohl nur drei Städte drin: Berlin, Hamburg und Köln. Da ich mir gerade in Berlin die Zeit vertreibe, bin ich also mal vorbeigefahren.

Ich war dabei sogar positiv gestimmt, denn zum einen fand (und finde) ich die Idee eines solchen Events sehr schön, zum anderen mag ich Cider und freue mich über jede Gelegenheit, 0,4l des Apfelschaumweins in mich zu kippen. Als erstes wurde mir vor Ort ein Getränkegutschein in die Hand gedrückt, zum Glück nur in eine, denn in der anderen hielt ich bereits mein erstes Ciderglas. Ubisoft’s PR-Abteilung hat für diese Veranstaltungen eine Event-Agentur gebucht, welche die sogenannten Walking-Acts stellte: Semiprofessionelle Schausteller, die in Kostümen umhergehen und für die nötige Atmosphäre sorgen. Mit einem massigen Kerl im langen Mantel konnten Mutige Fingerhakeln oder Armdrücken. Und kurz nach meinem Eintreffen wurde eine Tombola abgehalten, bei der es kleine und große Gimmicks zu gewinnen gab. Das alles sollte aber nur das Rahmenprogramm für den Abend sein, im Mittelpunkt standen die vier Konsolen, auf denen der neueste Assassin’s-Creed-Teil lief.

Das schöne war, dass jede*r der Anwesenden selbst eine Runde zocken konnte. Normalerweise bleibt dies ja meist entweder ausgesuchten Journalist*innen oder Messebesuchern vorbehalten, hier konnten aber “ganz normale” Leute, ohne Presseausweis und jenseits von Drei-Stunden-Warteschlangen den Controller in die Hände nehmen. Wer die Berichterstattung um den neuen Teil verfolgte, kannte den demonstrierten Ausschnitt jedoch: Es handelt sich um die sogenannte “Black-Box-Mission”, welche die weibliche Heldin Evie in den Tower of London führt. Eine bekannte Demo, die auch schon auf der Gamescom angespielt werden konnte. Ubisofts Community-Zuständiger und Social-Media-Mensch Chris Geissler, der geduldig meine völlig unvorbereiteten Fragen beantwortete, erklärte mir, dass es darum ginge, Evies Gameplay und Geschichte näher zu beleuchten. Ich hätte ehrlicher gefunden zu sagen, dass Ubisoft für dieses Event keine eigene Demo programmieren wollte. Denn vergangenen Freitag war bei 1080Nerdscope (zu denen eigentlich ein kleiner Rant fällig wäre, aber die Zeit! Sie verinnt!) zu sehen, dass bei einem Anspielevent von Ubisoft die anwesenden Journalist*innen einen anderen Ausschnitt des Spiels, vielleicht sogar ganz London erspielen konnten. Vielleicht hätte Ubisoft da mehr Vertrauen in ihr eigenes Spiel und ihr Publikum haben können.

Via Flickr, by Victor Vic

assassin_cat_victor vicZumindest soviel Vertrauen, wie diese Katze in einen Auftragskiller hat. Sch, Sch, alles wird  gut…

Denn, wie mir Chris auch bestätigte, ging es bei diesem Event darum, dass durch Assassins’s Creed Doppelpunkt Unity zerstörte Vertrauen wieder herzustellen. Das ist zunächst ein wirklich lobenswertes vorhaben. Denn Ubisoft sieht sich beständig Kritik ausgesetzt, nicht immer wegen der Qualität ihrer Spiele, sondern oft aufgrund des Drumherums. Kontrovers wurde der “Große Ressourcenmangel” im letzten Jahr aufgenommen, als angeblich nicht genug Zeit und Geld da war, um statt mit Klonen des Unity-Protagonisten auch mit einer weiblichen Assassinin wenigstens im Co-Op-Modus zu agieren. Und auch die Werbung von FarCry 4 wurde thematisiert, manche empfanden sie als rassistisch. Schließlich wurde während und nach der EGX 2015 gerätselt, ob nicht auch The Division ein Grafikdowngrade gegenüber der ersten Präsentation erfahren habe. Statt sich still zu verhalten oder alles wie wild zu dementieren, geht Ubisoft mit offenen Armen (in deren Ärmeln Getränkegutscheine stecken) auf seine Kund*innen zu und versucht Zweifel zu beseitigen. Ein Verhalten, wie ich es mir von mehr großen Entwicklern bzw. Publishern wünschen würde.

Ach ja, da war ja noch etwas: Das Spiel, Assassin’s Creed Doppelpunkt Syndicate. Naja. Es ist halt Assassin’s Creed. Chris versprach mir ein erzählerisch etwas dichteres Spiel und mehr Möglichkeiten, meinen eigenen Spielstil zu gestalten. Mit Evie könne ich eher schleichen, Jacob sei eher auf actionlastiges Spiel ausgelegt. Zumindest den Teil über Evie kann ich ansatzweise bestätigen. Auch wenn Assassin’s Creed nie ein gutes Stealth-Spiel wird, waren zumindest die Ansätze nun da. Die Spielmechanik wird durch den neuen Greifhaken etwas flüssiger gestaltet, die Meuchler*innen können sich nun ohne große Fehlnavigation durch das Gelände bewegen. Mir persönlich aber gestaltet sich der Umgang mit dem Greifhaken als zu einfach, der Parcours-Part des Spiels tritt dadurch zu sehr in den Hintergrund. Die Black-Box-Mission gefällt mir dagegen sehr gut, sie sind ein Brückenschlag zu den etwas freieren Aufträgen des ersten Teils. Statt also in einer linearen Mission am Ende der oder dem Unterarmklingenempfänger*in gegenüberzustehen, darf ich mir selbst aussuchen, wie und auf welche Weise ich an die Zielperson herankomme und ihr das Fährgeld für Charon mitgebe. Chris hat mich noch auf die Möglichkeit hingewiesen, mich beispielsweise festnehmen zu lassen, um an das Opfer heranzukommen. Eine schöne Idee, fand ich, bis mir Chris erzählte, dass diese Möglichkeit auch bei anderen Black-Box-Missionen bestände, was meinen Enthusiasmus etwas dämpft. Denn nun erscheint mir das ganze als zu, nun ja, mechanisch.

Trotzdem: Fast schwebte zuhause mein Finger wieder über dem “Installieren”-Knopf für Black Flag. Aber eben nur fast. Für mich ist Assassin’s Creed Doppelpunkt Syndicate definitv kein Must-buy. Vielleicht später. Immerhin darf ich in Syndicate Aufträge für Karl Marx erledigen. Der hat ja Erfahrung im Austeilen und Einstecken von Kritik.

Mehr Spieler – Optimis-com

In dieser Podcastfolge offenbart Johannes ein schreckliches Geheimnis: Er hasst München. Weniger wegen der Stadt an sich, sondern aufgrund ihres schrecklichen Mikroklimas – es will einfach nicht in seinem Stadtteil regnen. Max hingegen ist ganz froh, dass es in Trier nicht regnet, die Luftfeuchtigkeit hätte sonst dafür gesorgt, dass ihm das Mikro aus der Hand glitscht. Weil wir die Einleitung zur heutigen Folge aber etwas negativ begonnen haben, hier etwas Positives: Einige der auf der Gamescom vorgestellten Spiele lassen und freudig in die Zukunft schauen. Also zur Abwechslung ein bisschen Optimismus von uns zur Gamescom. Welche Spiele uns interessieren, erfahrt ihr nach dem Klick!

Featured Image by WiddewiddeWalde

Mehr Spieler – RPGisierung

Allheilmittel oder Seuche? Warum gibt es inzwischen eigentlich in so ziemlich jedem, vermaledeiten Titel Rollenspiel-Elemente? Was sie da genau tun oder zumindest tun sollten wird in der diesmaligen Ausgabe behandelt. Und es dauert natürlich keine 5 Minuten bis der Name “Assassin’s Creed” fällt…

 

Featured Image by Bloodthirsty Vegetarians 

Mehr Spieler – Abgeschrieben

Nach dem alljährlichen Weihnachtsschlemmen, dem üblichen Silvestersaufen und einem harten Wochenende für Max sind wir wieder mit dem Mehr-Spieler-Podcast für euch am Mikrofon!

Heute geht es um die Awards der Writer’s Guild of America, West und deren etwas absonderlichen Hang dazu, Spiele von Ubisoft als “bestgeschriebenes Videospiel” zu nominieren. Ob man hier Aufwand mit Qualität verwechselt? Aber auch jenseits davon reden Max und Johannes über die Herausforderungen und Probleme, die Autorinnen und Autoren von Videospielen haben. Die Kernbotschaft an alle Schreiberinnen und Schreiber: Habt Respekt vor den Spielenden! Lasst sie nicht sehenden Auges in eine Falle (= Storytwist) laufen und macht euch dann über sie lustig. Oder tut so, als hätten eure Charaktere nie auch nur einen Funken Ahnung gehabt.

So, und jetzt viel Spaß mit der neuen Folge Mehr Spieler – Der Podcast!

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