Tag: Videospiele (Page 1 of 2)

K – Twitter sucht seine Killerspiele

Nach dem Downer letzte Woche versuchen wir diese Woche mehr Humor und Leichtfüßigkeit in ein schweres Thema zu bringen. Wie reagieren “Twitterer” auf die K-Debatte? Hat De Maiziere überhaupt was von Killerspielen gesagt? Warum heißt die ZDF-Doku “Killerspiele!” wie sie heißt? Wo sind unsere Einsen und Elfen?!?!?!?!!1111elf!!1?

Diesmal wünschen wir nach bestem Wissen und Gewissen viel Spaß, würden uns aber dennoch freuen, wenn ihr die Birne nicht ganz abschaltet. Und ab Morgen benutzen wir alle bitte nie wieder das K-Wort.

Anm. zum Podcast: Johannes meint “Manhunt”, wenn er von “Mankind” spricht. Die Zunge ist manchmal schneller als der Kopf. Bitte verzeiht uns.

Mehr Spieler – Rettet die Videospiele

Popkultur ist so eine Sache. Naturgemäß ist sie sehr stark im Wandel und daher immer flüchtig. Letztlich kann mensch Popkultur wohl nur im Nachhinein feststellen – also dann, wenn es eh zu spät ist. Allerhöchstens lässt sie sich remixen. Die vergangene Popkultur wird regelmäßig im Abstand von zwanzig bis dreißig Jahren wiedergekäut, da diejenigen Menschen, die – sagen wir – in den 1980ern jung waren nun diejenigen sind, welche Popkultur erschaffen. So lässt sich beispielsweise auch erklären, warum viele Videospiele in letzter Zeit vermehrt auf den Retro-Pixel-Look setzen. Die Macher*innen dieser Spiele sind irgendwo zwischen 20 bis 40 Jahre alt und in den 80ern und 90ern mit 8- und 16-Bit-Grafik aufgewachsen. Für sie ist die Verwendung von Pixelgrafik also auch ein Stück weit Nostalgie.

Das heißt: Die Videospiele von damals prägen die Popkultur von heute. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Film “Pixels”, in welchem die Figuren der 80er-Jahre-Arcade-Spiele wie Pac-Man oder Donkey Kong zum Leben erwachen und eine amerikanische Stadt auseinandernehmen. Die Qualität des Film mal aussen vor gelassen: Einen besseren Beweis für die kulturelle Bedeutung von Videospielen kann zumindest ich mir momentan kaum vorstellen. Das heißt aber auch im Umkehrschluss: Videospiele sind kulturelle Produkte wie Filme, Bücher, Gemälde usw., die es zu Bewahren gilt.

Via Flickr.com, by Sam Howzit

arcade games_sam howzitSogenannte Arcades, frühe Möglichkeiten, Videospiele zu spielen.

Aber gehören Videospiele wirklich in ein Museum? Es sind doch “nur” Spiele?

Natürlich sind es “nur” Spiele, Werkzeuge zur Unterhaltung, aber gleichzeitig auch Produkte “unserer” globalen und regionalen Kultur. Deswegen lassen sich aus ihnen Rückschlüsse über bestimmte gesellschaftliche Relevanzen und Irrelevanzen ziehen. So können Spiele (aller Art, übrigens, also auch Brettspiele) mit historischen Kontexten durchaus gewisse geschichtliche Erzählungen – also die Frage, wie ein historisches Ereignis interpretiert und verstanden wird – fördern oder ihnen widersprechen. Ein schönes Beispiel dafür ist Assassin’s Creed III, welches dem eingeübten Narrativ der Amerikanischen Revolution folgt und diese oberflächlich als den altbekannten “Kampf gegen Tyrannei” darstellt. In seinen Datenbank-Einträgen ist das Spiel aber durchaus bemüht ein differenziertes Bild, auch der vermeintlichen Helden dieser Zeit, zu zeichnen. Weitere Überlegungen zur Darstellung von Geschichte in Videospielen gibt es in einem Artikel von Rock, Paper, Shotgun.

Da Videospiele also kulturell und damit historisch relevant sind, müssen sie für kommende Generationen aufbewahrt werden. Zum Glück gibt es bereits einige Bemühungen und Überlegungen, dies schon jetzt zu tun, ungefähr dreißig Jahre, nachdem Videospiele der Kultur ihren Stempel aufgedrückt haben. Das Berliner Computerspielemuseum gehört zu diesen Pionieren. Aber auch die Internetplattform archive.org ist eine solche Popkultur-Bewahrer*in: Dort findet mensch verschiedene “alte” Software zum Download oder, im Falle von MS-DOS-Spielen vergangener Tage, sogar als Emulation im Browser. Denn: Alle Sammlungen nutzen kaum etwas, wenn Interessierte nur anschauen, aber nicht anfassen können – vor allem bei einem interaktiven Medium wie Videospielen.

Code ist unsterblich,  Serverschränke nicht

Dass bei diesen die Zugänglichkeit im Vordergrund steht, referiert auch Jason Scott vom Internet Archive in einem spannenden Vortrag auf der diesjährigen GDC. Ein Problem dabei, Spiele zu konservieren, ist tatsächlich die Vergänglichkeit von Disketten, Laufwerken und ähnlichem. Während der Code vielleicht unsterblich ist, das Speichermedium ist es nicht. Und nicht zuletzt sind Videospiele auch Teil einer Industrie. Deren Profitdenken verhindert bisweilen die Dokumentation und Speicherung abgeschlossener Projekte. So wollte Gearbox gerne den Stand-Alone-Teil “Cataclysm” der Homeworld-Serie mit in das Remastered-Paket von Homeworld packen, sah sich aber vor das Problem gestellt, dass Teile des Programmcodes nicht mehr auffindbar sind.

Diese Situation ist zum Teil sehr ähnlich mit der des Films. Bis sich in den 1920ern mit dem us-amerikanischen Studiosystem eine richtige Industrie um Filme herum etabliert hatte, wurden Filme hauptsächlich als Lern- und vor allem Unterhaltungsmedium genutzt. Filme galten deshalb nicht als Kultur relevant und die kurzen, wenige Minuten dauernden Streifen wurden nachlässig gelagert, meist aber einfach weggeschmissen. Nun da sich der Film als Kunstmedium etabliert hat, hadern Filmhistoriker mit dieser Nachlässigkeit und Ignoranz unserer Ur-Urgroßeltern.

Via Wikimedia Commons

KinetoscopeParlorbisSogenannte Kinetoskope, frühe Möglichkeiten, kurze Filme anzuschauen.

Dazu brauchen wir heute die nervige Diskussion darum, ob Spiele Kunst sind oder nicht. Denn nur, wenn wir uns über die Bedeutung von Spielen im Klaren sind, können wir auch zurecht sagen: “Sie gehören in ein Museum!”

Am Abgrund Links – Natürlich mit der AfD, dem deutschen Wissenschaftsbetrieb und ein bisschen Humor

28 Wochen sind im Jahr 2015 schon vergangen, die Hälfte des Jahres ist rum, der Sommer hat begonnen. Weil wir gehört haben, dass Menschen im Sommer normalerweise raus gehen und so Sachen machen wie “in den Park legen”, “grillen” oder “die Sonne genießen”, versuchen wir euch mit unseren Links aktuell zu informieren. Es muss ja jemand zuhause bleiben und Nachrichten lesen. Hier nun die Dinge, die wir wichtig fanden und mit euch teilen wollen.

ANNI

  • Im deutschen Wissenschaftsbetrieb läuft schon länger etwas schief. Der Mittelbau besteht fast nur noch aus befristeten Stellen und steht damit einer qualitativen Lehre, aber auch der individuellen Planungssicherheit der Arbeitnehmer*inn*en im Weg. Mittlerweile betrifft diese Situation mehr als 80 % aller wissenschaftlichen  Angestellten, schreibt der Freitag und geht der Ursache für diese Lage auf den Grund.
  • Kunst ist noch immer männlich konnotiert. Das sieht man* nicht nur daran, dass mehr männliche Künstler in den Museen hängen, sondern auch daran wie die Kunst von Frauen* noch immer Männern zugeschrieben wird. Der jüngste Fall dazu spielte sich in New York ab und offenbarte,  wie tief das Problem sitzt.

JOHANNES

  • In Frankfurt am Main beherbergt das dortige Deutsche Filmmuseum gerade eine Ausstellung zur Beziehung zwischen Filmen und Videospielen. Auch wir von Mehr Spieler haben uns immer wieder mit dem Thema auseinandergesetzt, in beide Richtungen. Hört mal rein und wer gerade in Frankfurt a. M. ist, kann sich die Ausstellung mal anschauen. Oder ihr zieht euch den den Beitrag von 3Sat rein, der sagt auch genau das, was wir in unseren Podcasts gesagt haben: Der Knackpunkt bei der Unterscheidung zwischen Film und Spiel ist die Interaktivität. Filme sind lineare Geschichten, beim Videospiel haben die Spieler*innen die Möglichkeit – zumindest ganz prinzipiell – in die Handlung einzugreifen.
  • Und um aktuell zu sein, hier noch ein kurzer Kommentar zur Wahl der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry. Im Übrigen wäre ich dafür, dass die AfD nicht nur als Partei der alten, weißen Männer bezeichnet wird, sondern statt konservativ eher als anti-modernistisch. Selbst die CDU tut sich mit dem gesellschaftlichen Wandel der letzten Jahre leichter.

MAX

  • Podcast der Stunde: International Waters! Der Comedy Podcast von MaximumFun.org (aka The Jesse Thorniverse) lädt jeweils zwei Komiker aus Großbritannien und Amerika ein, um triviale Wissensfragen und jede Menge Improvisation durch die Boxen zu hauen. Toller Nebeneffekt: man lernt eine Menge neuer Komiker kennen und die jeweiligen Empfehlungen zum Abschluss der Sendungen bergen auch immer mal wieder ein paar tolle Erlebnisse: jüngst der “High Song” bei Conan.

Featured Image by catnipstudio

Mehr Spieler – Geflickt am ersten Tag

Was früher noch undenkbar war, ist heute Normalität: Videospiele werden am Erscheinungstag per Patch nachgebessert. Das gerade erschienene The Witcher 3 ist da nur ein aktuelles Beispiel. Warum können die Spiele nicht gleich beim erscheinen so rund laufen, wie sie sollten? Ist das nur Schlampigkeit von Seiten der Entwickler*innen? Oder machen Publisher zu viel Druck? Wir diskutieren im neuen Mehr-Spieler-Podcast den Ärger um die Flickenteppiche moderner Videospiele. Viel Spaß!

Featured Image by Natasha Wheatland

Mehr Meta-Liebe: Skalier’ mich nicht, Schatz!

Die folgenden Zeilen sagen sehr viel über eure Selbstachtung aus. Und in Konsequenz dessen über die Achtung eurer Mitmenschen und was sie sagen. Schnallt euch an, ich reite wieder auf einem meiner Lieblingsthemen herum. Punktevergabe. Der Blödsinn der in der Schule mit mündlichen Noten bereits mehr mit der stereotypischen Vorstellung eines orientalischen Bazars zu tun hat als mit einer ordentlichen Bewertung von Leistung. Anstatt auf der alten Schulkamelle herumzureiten, möchte ich über ein nicht weniger verbreitetes Phänomen sprechen und werde dabei den ‘ollen G’vatter Haneke aus der Röhre schauen lassen. Die Absurdität der Punkte und Skalen macht auch vor Liebe nicht halt.

Wie macht ihr das so in der Liebe? Ein ganz gewöhnlicher Abend mit Lieblingsserie, Fertigessen und gemeinsamem “Internetten”, Chillen und Lesen ist ein solider Abend. Also ist der Abend… hmm… 7/10. Nichts Herausragendes, aber irgendwie mag man die auf Kohlenstoff basierende Lebensform neben sich doch ein wenig. Ansonsten hätten es wohl auch 6/10 getan. Für den Alltag ist das auch absolut okay. Aber meine Fresse, wenn Valentinstag vor der Tür steht, dann müssen wir an unserem Meta-Liebe-Score arbeiten. Für den Partner muss es mindestens eine 9 sein. Gut, dass wir hoffentlich auch den Bonus haben, den wir so großzügig für pupsnormale Abende mit Maggie Geilenhaal und Kit Sexington vor der Mattscheibe vergeben.

Und unsere Freunde und teilweise auch die Familien gehören schließlich auch überzeugt. Was ist es schließlich wert, wenn unser Partner als einzige Quelle den “Editor’s Choice”-Stempel vergibt. Mama und Papa können mit einer gelangweilt generischen 6/10 ganz schnell dafür sorgen, dass die 9 weit entfernt scheint. Und meine Nicht-Single-Freunde geben bestimmt gewollt schlechtere Punkte, weil sie ihre eigenen Valentinstags-Ideen als ach so großartig verkaufen wollen. Wartet nur auf meine Kritik, ihr Fickfische!

Ich stimme dir 7/10 zu!

Aber gehen wir doch weg vom Valentinstag! Das ist doch ein absoluter Ausnahmezustand! Alles nur von den Medien und Großkonzernen erstunken und erlogen, damit wir noch ein bisschen mehr Asche aus der Urne namens Portemonnaie klopfen! Also begeben wir uns in den Alltag. An den Esstisch, zu einem Plausch vorm Schlafengehen oder zu einer spontan entsprungenen Diskussion. Euer Partner hat sein Argument zu was-auch-immer getätigt und jetzt sitzt ihr da. “Was du mir damit sagen willst… ist 4/10, richtig? Du scheinst unzufrieden und erkennst klare Mängel, die das von dir benannte Thema qualitativ herunterziehen. Kann ich gut nachvollziehen. Ich sehe das nicht ganz so und würde schon eher auf 5/10 gehen, aber 4/10, 5/10… jeder hat da so seine Meinung.”

Via Flickr By Ana Sofia Guerreirinho

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10/10. Bedarf doch keiner Erklärung… und erst recht keiner Widerrede!

Das wirkt abstrus und ist es für die meisten von euch hoffentlich. Denn es obliegt euch nicht in erster Linie mit einer Punktzahl vergebens zusammenzufassen, was euer Partner gesagt hat. Oder auch was ihr selbst sagt. Es geht darum zuzuhören. Immer nur zu sagen, dass der Partner stets gute Meinungen hat, bringt nicht viel, wenn ihr überhaupt nicht wisst, was diese Meinungen sind. Eine Meinung und eine Lebenseinstellung ist vielschichtig und komplex und durch unsere Natur auch immer perspektivisch gefärbt. In einfachen Worten: Wenn jemand sich mit modernen Gender-Diskursen auseinandersetzt, dann ist die knapp dreistündige Brunft-und-Bumms-Parade “The Wolf of Wall Street” sehr wahrscheinlich in dessen Augen ein überflüssiges Stück Dreck.

Das ist nur ein Teil einer Komplettaussage, wird diesen Menschen jedoch wichtig genug sein, dass sie den Punkt ausführlich in eine eigene Kritik einbringen. Es kann wiederum sein, dass diese Menschen gleichzeitig sagen, dass sie dies nicht davon abhält dem Film eventuelle filmische Qualität in Form von Erzählung, Technik und Schauspiel abzusprechen und wenn sie dann dumm genug sind dem Film eine gute Note zu verpassen, müssen sie damit rechnen, dass viele Rezipienten sich nicht die Mühe machen, alle Punkte aufzunehmen. Es wird gespannt auf das Fazit und die Punktzahl gewartet. 8/10, wow, dann sollte ich mir das Produkt vielleicht doch geben, 6 und niedriger: na, dafür muss ich wirklich kein Geld ausgeben.

Gib’ mir deine Nummer

Die Punktzahl sorgt in einer Aussuch-Gesellschaft mit einer Vielzahl von Quellen zu Produkten aller Art zu lediglich einer Sache: der Entwertung des Wortes und der Kritik an sich. Ich könnte mit euch wetten, dass wir problemlos in die meisten Reviews über 500 Worten ähnlich wie Wikipedia-Artikel mit Schimpfwörtern, Kuchenrezepten und politisch aufgeladenen Botschaften füllen könnten… und kaum jemand bemerkt es.Wie oft redet ihr mit anderen Menschen über Filme, Bücher, Games und eine Person im Raum fragt, wie das jetzt in Punkten zu bewerten sei. Oder ob das nicht besser/schlechter als dieser und jener Titel sei.

Es ist für euch das, was ihr vor dieser bescheuerten Frage gesagt habt, dass es ist. Und wenn euch eure Meinung wichtig ist, dann zwängt ihr eure Meinung nicht in eine Zahl. Nur damit euch dieselbe Person 10 Minuten später erklärt, dass die 8/10 für “12 Years A Slave” nicht mit den 8/10 für “Dumm und Dümmer” verglichen werden können. Und selbst an diesem Punkt merken viele noch nicht, dass sie die Meinungen so vieler Menschen schlichtweg ausradieren und durch Nummerncodes ersetzen. Ich hätte dazu noch eine höchst anstößige Zeile, aber hoffe einfach mal, dass das hier genug Hirnfutter ist. Und wer glaubt, dass ich hier ein Nischenkonzept anspreche, der fragt einfach mal männliche Freunde, ob sie schon mal Frauen auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet haben… und wenn es nur “im Scherz” war.

Featured Image by Betsy Weber

Q2 + E3 = Mehr Spieler (Teil 2)

Der zweite teil der wilden Wahnsinnsfahrt. E3-Hate versus E3-Hass? Wie kann die Riesenmesse das Quartal abrunden? Wer miesmuschelt am besten, findet es heraus?

Und zur erweiterten Erheiterung können wir nur den Tropico-Rap der GameOne-Jungs empfehlen

Via Flickr by fotemas

tropico

Diese Woche wird’s exotisch gut

Rate me, my Friend

Dieses Mal also eine Rückkehr zu den Wertungssystemen bei Videospielen. Die ganz großen Kritiker von Literatur und Kunst aller Art verzichten auf Punktewertungen. Ein Inhalt soll kritisch beleuchtet werden und nicht durch Zahlen auf etwas Abstraktes reduziert werden. Johannes und ich sind uns der Konvention jedoch bewusst und beleuchten Positivbeispiele, Möglichkeiten von Fusionen und unsere Vorliebe zum geschriebenen Wort.

Sollen Zahlen unterschiedliche und individuelle Leistungen auf etwas Gehaltloses reduzieren dürfen? Wie können solcherlei Zahlen systematisch Bedeutung erlangen? Wir fragen uns und euch nach Transparenz, Verständlichkeit und Fairness gegenüber Spielen, Spielerinnen und Spielern. Seid ihr dabei?

Die bezaubernde Yuna Kim via Flickr by { QUEEN YUNA } 

Eiskunstlauf

…und auch beim Eiskunstlaufen erscheint das Punktesystem äußerst undurchsichtig 

The-New-52-Max-Wunschliste

Irgendwo in einer Parallelwelt sitzt ein Max, der über das Konsolero-Ich in diesem Universum nur schmunzelt. Vielleicht handelt es sich bei ihm um eine Version, die wie Johannes und Till der PC-Master-Race angehört. Es könnte aber auch sein, dass Max-52 nach den Anfängen mit „NES“ und „Super Nintendo“ Mario & Co. treu geblieben ist. Frei nach solchen Gedankenspielen werde ich euch in der letzten „Mehr Spieler“-Ausgabe diesen Jahres nicht meine Lieblingsspiele vorstellen, sondern jene Titel, die ich gerne gespielt hätte. Dazu versuche ich einem Werbetexter gleich auch meine Erwartungen zu verpacken. Deswegen sind die Angaben ohne Gewähr und nicht vollständig, dafür allerdings mit viel weihnachtlicher Hoffnung verbunden.

Fire Emblem Awakening (Nintendo 2/3DS)

Taktik-RPGs haben mich immer überfordert. Besonders japanische Titel bombardieren Spieler häufig gleich zu Beginn mit einer taktischen Tiefe, die andere Genres auch in Jahren noch nicht erreicht haben werden. Dieses Füllhorn an Möglichkeiten schreckt so manchen Spieler ab und lässt großartige Spiele wie „Valkyria Chronicles“ und „Final Fantasy Tactics“ (wahlweise „Ogre Tactics“) zu Nischen-Tipps werden.

Letztes Jahr hat mich „XCOM: Enemy Unknown“ allerdings gelehrt wie viel Spaß und Befriedigung solche Strategie-Spiele mit sich bringen. Dank seines sehr zugänglichen (wenn auch weiterhin teils zur Frustration schweren) Einstiegs hat „XCOM: Enemy Unknown“ die Lust an Taktik-RPGs in mir geweckt. Auch wenn vor kurzem erworbenes „Final Fantasy Tactics“ mir zu Beginn wieder den Finger zeigt, kann ich diesem Genre einfach nicht das Potenzial absprechen.

„Fire Emblem Awakening“ konnte bei vielen Reviewern mit guter Zugänglichkeit punkten, was japanischen Titeln der Vergangenheit immer wieder abgegangen ist. Das weitaus individuellere Design eurer Mitstreiter im Vergleich zu „XCOM: Enemy Unknown“, sowie die Match-Making-Möglichkeiten für die Romantiker und Beziehungsfanatiker unter uns klingen nach den nötigen Details, um ein richtig starkes Spiel zu stellen, das einen viele Stunden vor den 2/3DS fesselt.

Gone Home (PC)

„ „The Last of Us“ ist das am besten erzählte Videospiel, dass ich je gespielt habe“, muss man immer wieder in Reviews und Kommentaren lesen und weiß sofort, welches Publikum sich zu Wort meldet. Bevor mir künstlerische Erhabenheit (oder Einbildung?) nachgesagt wird, will ich gleich klarstellen, dass Naughty Dogs jüngster Titel eine dicht und gut erzählte Geschichte vorweist. Die beste ist sie allerdings bei weitem nicht, da das Spiel sich den Konventionen entsprechend immer wieder aus der Erzählung lösen muss, um dem Gameplay Raum zu geben.

Wenn man zum vierten Mal an den K.I.-Argusaugen scheitert oder die Pilz-Zombies einem das Gesicht zerreißen und der Neustart kommt, reißt das aus der Geschichte. Selbiges Problem hat auch „Beyond: Two Souls“, welches die größte Stärke des Vorgängers „Heavy Rain“ – die konsequente Fortsetzung der Story ohne Zwang zu Wiederholung – leider über Bord geworfen hat. Allein der ludonarrativen Dissonanz (UNWORT DES GAME-JAHRES!) auszuweichen, ist in einem Videospiel nicht so wichtig, wie den Spieler zu unterhalten. Wenn das Gameplay nicht verzaubert, dann leidet die Story- egal wie gut alles zusammenpasst.

„Gone Home“ erspart sich deswegen die typischen Spielmechaniken und lässt euch eine Geschichte erkunden. Dabei ist dem Spieler die Reihenfolge mal mehr mal weniger vorgegeben und entfaltet sich so immer leicht unterschiedlich. Der Spieler entscheidet wie aufmerksam er/sie mit der Welt interagiert und die Geschichte trotz rotem Faden auf eigene Weise erlebt. Natürlich ist ein solches Spiel der „Special Interest“-Gattung zuzuordnen, doch genau diese Spiele bleiben hängen. Das x-te Action-Geballer und die drölfte Zombieattacke wirken kaum so effektiv wie diese konzentrierten Erlebnisse wie „Gone Home“ eines darstellt.

Guacamelee (PC, Playstation 3, Playstation Vita, XBOX 360)

Ich bin zu jung für Metroid-Vania. Mein Lebtag habe ich an keinem „Metroid“-Teil Hand angelegt und meine frühen Castlevania-Erlebnisse beschränken sich auf „Simon’s Quest“, welches Spieler ohne Lösung (und unter 10 Jahren) zur Verzweiflung treibt. Gerade deswegen haben mich die Reviews zu „Guacamelee“ neugierig gemacht und gleichzeitig eingeschüchtert. In einer anderen Welt bin ich dieses Jahr bestimmt schon über meinen Schatten gesprungen und habe mich mit dem bunten Hüpf-Klopper befasst.

Das farbenfrohe Design, sowie die sehr flüssig erscheinenden Plattform-Einlagen sprechen mich sogar noch mehr als bei „Rayman Legends“ an, was auch an dem möglichen Ebenenwechsel liegt, der euch zwischen Dies- und Jenseits hin und her springen lässt, damit Plattformen zu euren Gunsten verschwinden und erscheinen. „Guacamelee“ ist dieses Spiel, welches mir einfach nur Spaß machen soll, wenn ich nicht grinden oder eine stark inszenierte Geschichte genießen möchte.

Ganz klein bleibt zudem die Hoffnung erhalten, dass der kindliche Gamer-Geist wieder durchkommt und man Dinge wie Speedruns und 100% freischalten anfängt, um einfach alles aus einem Spiel rauszukitzeln.

Die weiteren Teilnehmer des diesjährigen Schützenfestes

Natürlich sind diese drei Spiele nicht alles, was ich gerne ausprobiert hätte. Würde man mich allerdings festnageln, dann würde ich die obigen Titel zuerst anspielen wollen. Um euch nicht jetzt kurz vor Ende der Jahresfrist noch mit unserem Content-Kontingent (WORT DES JAHRES!) zu erschlagen, gebe ich allerdings lediglich noch ein paar Titel an, die ich mir gerne näher ansehen würde.

Via Flickr by barité

Games LibraryEgal für welche Plattform… Hauptsache gut!

Legend of Zelda: A Link Between Worlds (2/3DS): Nach fehlender Innovation seit dem meiner Meinung nach besten Teil „Majora’s Mask“ (warum sonst bin ich so gespannt auf „Lightning Returns: Final Fantasy XIII“?), klingt es so, als würde die „Zelda“-Reihe wieder in die Spur finden. Das hört man zwar öfter, doch vielleicht ist diesmal wirklich etwas dran?

 

Super Mario 3D World (Wii U): Allein für die Meisterleistung endlich kein „U“ in den Titel gepackt zu haben, verdient dieses Spiel meine Aufmerksamkeit. Spaß beiseite. Ich habe noch keinen der 2,5D-Teile gespielt und kann mir den Reiz dieses Systems nur schwerlich vorstellen (bei „Mario Party“ war das immer so lala). Aber ich könnte ja auch komplett daneben liegen.

Metro: Last Light (PC, Playstation 3, XBOX 360): First-Person-Shooter können tatsächlich gute Storys haben. Meistens spricht mich das Genre vom Gameplay her allerdings nicht genug an. „Bioshock“ und der „Infinite“-Ableger haben mich durch die Plasmide/Vigors und das flotte Tempo an der Stange halten können. Wenn „Metro“ kein 0815-Shooter ist, dann würde ich das russische Endzeitszenario sehr gerne erleben.

Stanley Parable (PC): Zu guter letzt muss ich natürlich DAS Narrations-Projekt neben „Gone Home“ erwähnen. Wie die „Stanley Parable“ mit den Erwartungen von Spielern zu spielen scheint und auf Entscheidungen reagiert, ist eine wahnsinnig spannende Idee. Manch einer könnte dieses Spiel auch als Evalution oder Experiment beschreiben. Wo kann ich mich eintragen?

Das soll es jetzt aber endgültig gewesen sein. Hier ist also eine Auflistung von Spielen, die ich dieses Jahr gerne gezockt hätte. Was spricht euch an? Sollte ich mir einen 2DS kaufen? Welche Games habt ihr dieses Jahr verpasst?

Unabhängig von den Antworten auf diese Fragen wünsche ich uns allen ein spannendes Gamer-Jahr 2014.

Am Abgrund Links – 9.12.2013

Jede Woche verbringen wir viel zu viel Zeit im Internet. Doch egal wie oft wir alle durch die Weiten des Netzes surfen, man kann nicht immer alles wahrnehmen.

Deswegen gibt es von uns für euch eine Linksammlung zu den Themen, die uns in der letzten Woche fasziniert haben. Ob Filme oder Games, ob Feminismus oder Politik unser Blog ist so unterschiedlich, wie die Menschen die ihn betreiben – Hier erfahrt ihr, was uns im Kopf geblieben ist.

Via flickr by srslyguys

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Finde den Fehler!

ANNI:

  • Für alle, die sich immer noch fragen, was derailing ist: Hier gibt es einen amüsanten Text, der das Ganze von der anderen Seite aufrollt. Sarkasmus, ahoi!
  • Ein gutes Beispiel dafür, dass auch die Naturwissenschaften ab und zu reflektieren sollten, anstatt blind die herrschenden Strukturen zu reproduzieren, liefert leider diese Geschichte. Zurecht verweist die Mädchenmannschaft darauf, dass es sich eigentlich um einen Aprilscherz handeln sollte, aber nein, das ist die Realität in der wir leben.
  • Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Traditionell ist es jetzt Zeit einen Blick zurückzuwerfen: Einen wunderbaren Filmrückblick liefert uns david Ehrlich.

JOHANNES:

  • Chefs deutscher Marketing- und Werbeagenturen sagen: “Es kann nicht sein, was nicht sein darf” und halten 8,50 für Praktikanten “nicht leistbar”. Grund: Es gäbe ja keine Ausbildung in diesen Bereichen. Oh Mann…  (via Tristan)
  • Amazon hat ja vor kurzem für etwas Aufsehen gesorgt, als verkündet wurde: “Wir bringen unsere Pakete bald per Drohne zu unseren Kunden” (die nicht weiter als 16 km von einem Logistikzentrum entfernt wohnen)! Ein findiger Hacker hat aber aufgezeigt, was die Konsequenz von zuviel Drohnen wäre: ZOMBIEDROHNEN!
  • Charlie Brooker meinte neulich im englischen Channel 4: “Videospiele haben die Welt verändert!” Recht hat er und gibt eine recht britische Schilderung der Videospielgeschichte wieder. Sein Fazit: Twitter ist ein MMO! Geil! Ich hasse Twitter.

MAX:

  • Diese Woche gibt es dicken Games-Mainstream! Zwar schaue ich wöchentlich “Zero Punctuation” und “Game One”, doch Yahtzees Meinung zum stinkend langweiligen “Ryse” ist lustig wie lange nicht mehr und das Herzblut der XBox-Präsentation von “Game One” sucht seines gleichen. Ich hatte sehr viel Spaß diese Woche.

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