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Mit Volldampf in die Plattform-Isolation

Oder auch: Diese Folge des Mehr-Spieler-Podcasts darf nicht “alternative Spieledistributionsplattformen” heißen. Tut er auch nicht.

PC-Spieler*innen werden perforiert von einer Plattformplage. Plausibel oder prätentiös? Geht es jedenfalls nach den Damen und Herren in den Chefetagen der großen Spielepublisher, sollen wir Spielerinnen und Spieler für jeden großen Namen eine eigene Plattform haben: EA hat sein Origin, Ubisoft sein UPlay, Valve hat Steam, Gog.com durchstreift die Gog Galaxy, Microsoft setzt auf seinen Marketplace, Playstation-Piloten wiederum das Playstation Network – wieviele Programme dürfen wir noch installieren, um eindlich unsere Spiele zocken zu können? Max und Johannes haben so ein bisschen den Kanal voll und überlegen, welchen Mehrwert so eine Plattform haben müsste, um sie zu nutzen. Das Ergebnis ist wenig ermutigend. Denn manövrieren sich die Publisher durch ihren Plattformkleinkrieg nicht selbst ins aus?

Always On, you’ll never play alone

Die Publisher dieser Welt machen siech Sorgen um euch. Gamer sind doch in der Regel eine ziemlich einsame Brut, die den ganzen Tag allein in abgedunkelten Zimmern sitzt. Damit ihr euch ein Stück weniger alleine fühlt, gibt es immer mehr Spiele, die euch das sogenannte “Always On” aufdrücken. Das spart nicht nur vermeintlichen Speicherplatz auf euren Discs, sondern zeigt auch artig an, dass da gerade wirklich ein Original gespielt wird. Die cleveren Leser und Hörer merken schnell, dass das doch verdächtig nach Kopierschutz in neuen Kleidern klingt. Viel mehr ist es auch nicht. Oder etwa doch?

Mehr Spieler – Spiele in Entwicklung

Das Internet hat großes, demokratisches Potential. In einer Zeit, in welcher Information und der Zugang zu ihr gleichzeitig auch eine Form von Macht darstellt, ist das Internet potentiell der Gleichmacher unter den Machtmitteln, da das Netz prinzipiell für jede*n zugänglich ist und deren Informationen jede*r abrufen kann. So ermöglicht das Internet, vor allem mit modernen Streaming-Diensten und anderen technischen Möglichkeiten, dass viele Menschen an einer Sache teilhaben und gleichzeitig dieses Teilhaben auch teilen können. Es ist spannend zu sehen, wie Dinge, zum Beispiel kreative Werke, entstehen. Mittlerweile ist für viele daraus ein Lebensunterhalt geworden. Und dann sind da noch Videospiele.

Letzte Woche hat der Onlinevertrieb von (alten) Videospielen, gog.com, bekannt gegeben, bestimmte Spiele, die sich noch in der Entwicklungsphase befinden, zum Kauf anzubieten. Damit machen sie im Grunde das selbe wie Valve auf ihrer Vertriebsplattform Steam. Nur nennt man es dort Early Access und nicht, wie bei gog.com, Games in Development beziehungsweise “Spiele in Entwicklung”.
(Und nebenbei, liebe Kolleginnen und Kollegen bei gog.com: Habt ihr mal darüber nachgedacht, ein dediziertes PR-Team zu bilden? Eines, das euch bei der Namensgebung behilflich ist und solche eher peinlichen Gebilde wie Games in Development im besten Fall verhindert? Ich stehe euch da übrigens gerne zur Verfügung…)
Während Steam aber zurecht für seine fehlende Qualitätskontrolle gerügt wird, bietet gog.com zunächst unverdächtige Titel an, welche über die allermeisten Zweifel erhaben sind. Trotzdem halte ich mich von Early Access und dergleichen zumeist fern.

Via Flickr, by Mr.TinDC

cat floor_MrTinDCIch halte eine Katzenlänge Abstand zu fremden Spielen in Entwicklung

Das hängt nicht mit den äußeren Umständen zusammen, oder damit, dass ich Spiele in ihrer Entwicklungsphase generell nicht unterstütze. Im Gegenteil, zwischen Max und mir bin ich ja noch derjenige, der Crowdfunding für Videospiele in Ordnung findet und selbst (hin und wieder) Geld für tolle Ideen dazuschießt. Es ist auch nicht so, dass ich Angst habe, die Katze im Sack zu kaufen, schon gar nicht mit dem sehr durchdachten Rückgaberecht von gog.com (14 Tage, keine Angabe von Gründen sowie viele weitere sinnvolle Regelungen). Nein, vielmehr laufen Early-Access-Spiele (können wir uns auf dieses Wort für diese Vertriebsart einigen?) auf zwei große Gefahren zu: Erstens könnte ihre Fertigstellung durch Early Access verzögert werden, zweitens kann ein früher Zugang den Spaß am Spiel verderben.

Ein Beispiel: Project Zomboid ist eines der bekanntesten Early-Access-Spiele, da es bereits vor der Existenz von Early Access dieses Modell verfolgte. Seit 2011 befindet sich Project Zomboid in Entwicklung und wurde immer wieder von Problemen geplagt. Mittlerweile verkauft sich das Spiel ganz gut, was auch an dessen unbestreitbarer Qualität liegt. Nur: Ich frage mich, ob der Titel irgendwann fertig wird. Das Spiel verkauft sich ja und die Programmierer*innen verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt. Warum sollten sie also durch die heißersehnte 1.0-Version den Ast absägen, auf dem sie sitzen? Zugegeben, das ist ein bisschen sehr vereinfacht gesehen, verdeutlich aber das Problem: Wenn ich die Entwicklung eines Spiel, und nicht das Spiel als Endprodukt, zu meinem Geschäftsmodell mache, dann muss ich mir mit Ende der Entwicklung ein neues Geschäftsmodell suchen. Und das ist bekanntermaßen recht schwierig. Die Entwickler*innen von Early-Access-Titeln schaffen sich also keinen klaren Anreiz, ihr Spiel auch zu Ende zu führen.

via Flickr, by Patty

cat arm_PattyWenn natürlich eine Katze im Weg ist, wäre so eine Verzögerung mehr als verständlich

Und dann kann es auch noch passieren, das Änderungen an Spielprinzip und -Mechanik plötzlich den Spielspaß zerstören. So geschehen bei Darkest Dungeon, einem Early-Access-Spiel, das es in einen “fertigen” Zustand geschafft hat. Dort wurde vor ein paar Monaten, noch in der Beta-Phase, eine neue Mechanik eingeführt, die zu viel Unverständnis unter den Spieler*innen geführt hat. Viele sahen dies als Reaktion auf die laute Minderheit, welche das Spiel zu leicht fanden und warfen den Entwickler*innen vor, Darkest Dungeon damit noch schwerer zu machen, als es ohnehin schon sei. Natürlich dürfen die Schöpfer*innen eines Spiels auch dessen Regeln ändern, oder zumindest anpassen, das gehört zu einer ordentlichen Testphase dazu. Nur könnte durch ständige Änderungen oder Erweiterungen die oder der einzelne Spieler*in verwirrt werden und daher die Lust verlieren. Ein gutes Spiel hat klare und einfache Regeln. Wenn sich die allerdings dauernd ändern, muss man* sich immer wieder neu einarbeiten. Das kostet Zeit und Kraft, die nicht alle aufbringen wollen.

Ich bin meist anfällig für letztere Problematik. Zwar spiele ich solche Titel gerne eine zeitlang und verfolge die neuesten Versionen, aber meist gibt es ein oder zwei Änderungen, die meine jeweilige Spieltaktik ändern. Und dann habe ich wenig Lust, mir etwas anderes zurechtzulegen. Daher braucht ein gutes Early-Access-Spiel sowohl eine gute Kern-Mechanik, die fesselt und unterhält, als auch wenig Fokus auf narrative Elemente. Denn warum sollte jemand dieselbe Geschichte trotz gutem Designs zweimal spielen?

Insofern mag es schön und gut sein, dass Menschen die Möglichkeit haben, Spiele in ihrer Entwicklung zu begleiten, aktiv wie passiv. Aber auch wenn der Weg das Ziel ist: Am Ende sollte immer ein fertiges Spiel stehen, allein schon aus Rücksicht auf die Kund*innen.

Am Abgrund Links – Populismus und “Alles Steht Kopf”

Also, wir versuchen hier ja immer gute Laune zu verbreiten. Auch und vor allem am Montag. Aber manchmal, ja, manchmal fällt das echt schwer. Die Kunst ist, aus all den erdrückenden Nachrichten Kraft zu schöpfen und sich zu sagen: jetzt erst recht! Denn die Erde ist zu schön, um sie den Deppen und Arschlöchern zu überlassen.

Johannes

  • Puh. So langsam wird es wirklich ungemütlich in diesem Deutschland. Für Menschen mit Migrationshintergrund und nicht zuletzt Flüchtende ist es ja schöön länger so, aber angesichts der zunehmenden rechten Gewalt möchte ich mich kaum noch mit Politik beschäftigen. Vor allem, weil diese völlig falsch und widersprüchlich agiert. So warnt Innenminister De Maizière angesichts des Jahrestages der PEGIDA-Demos vor den neuen “Nazis” und brandmarkt die Demonstrat*innen somit. Das heizt die Stimmung wiederum zusätzlich an. Aber De Maizière trägt selbst dazu bei, wenn er beispielsweise noch vor vier Tagen Öl ins Feuer goß, als er sagte, die Anzahl an Flüchtenden sei “einfach zu hoch”. Übrigens äußerte sich der Innenminister derart am selben Tag, als das neue, weiter verschärfte Asylrecht verabschiedet wurde. Und noch ein paar Tage zuvor verlangte De Maizière, die EU-Aussengrenzen besser zu schützen. Das ist nur ein Beispiel aus der Kakophonie der Widersprüchlichkeiten, die aus den Mündern der Politiker*innen dieses Landes tönen. Machen wir uns nichts vor: PEGIDA, die AfD und die CSU haben dazu beigetragen, dass Deutschland ein Stück weit nach rechts gerückt ist und sich auch nun hier der Populismus Bahn bricht, wie es in anderen EU-Ländern wie den Niederlanden, Frankreich, Österreich, Dänemark und Schweden bereits der Fall ist. Und übrigens auch in der Schweiz (siehe unten). Die richtige Reaktion wäre es, sich angemessen mit den alltäglichen Rassismen in Deutschland auseinanderzusetzen und sich bewusst zu machen: Es reicht nicht, diese Menschen als “Nazis” abzustempeln und sie damit sprachlich ausserhalb der Gesellschaft zu stellen, sondern ganz klar benennen muss, dass sie nur ein Produkt des Rassismus, der Fremdenfeindlichkeit und fehlenden politischen Bildung in diesem Land, in dieser Gesellschaft sind. Dieses Problem schafft man* nicht durch Transitzonen weg, sondern nur durch harte Arbeit, Argumente und vor allem einem Rechtsstaat und einer Polizei die nicht auf dem rechten Auge blind ist. Aber auch jede*r Einzelne kann etwas tun: Nämlich im eigenen Bekanntenkreis, auf Arbeit und in der Kneipe, im Sportverein, einfach überall, wo tumbe Äusserungen über “Ausländer” oder “Flüchtlinge” nicht sofort zu akutem Brechreiz führen, die eigene Stimme erheben und sagen: Nö. Du hast Unrecht und deine Meinung ist nicht “legitim”, sondern scheiße. Weil sie menschenverachtend ist.
  • Die Schweiz hat schon lange in Problem mit den Populisten der SVP, seit den Wahlen am Sonntag soger noch mehr. Bereits seit Jahren dominiert die SVP das Parlament, nun hat sie noch mehr Abgeordnete als zuvor. Durch das schweizerische Konsenssystem sind die Konsequenzen nicht so drastisch, wahrscheinlich wird die SVP eine* weitere*n Minister*in stellen dürfen. Es sagt aber viel über die Stimmung im Land gegenüber Ausländern aus, und dazu, das sollte man vielleicht an dieser Stelle erwähnen (siehe oben), gehören in der Schweiz auch Deutsche. Die Dominanz der SVP wird oft auf ihren Populismus geschoben, viel aber auch auf ihr gutes finanzielles Polster. Allein der SVP-Chef Christoph Blocher könnte mit seinen Milliarden den Wahlkampf aus der Portokasse finanzieren. Aber auch die Medien springen immer wieder auf den Empörungszug der SVP auf und spielen ihr Spiel mit. Zum Glück sind viele Medien da Selbstkritisch, viel hilft dies allerdings nicht.
  • Weg von der Politik: Steam macht Ernst mit seinen Steammachines und liefert erste Exemplare für das Streaming vom PC auf den Fernseher bereits an Vorbesteller aus. Die Technik-Experten von Ars Technica haben das Starter-Set ausprobiert und sind eher unterwältigt, aber guter  Hoffnung. Mich freut es einfach, dass das SteamOS auf Linux läuft und so – hoffentlich – eine freie Alternative als Spieleplattform zum Windows-PC heranwächst.

Max

  • Ich wollte mich eigentlich zu den Vorfällen in Köln äußern, doch meine Laune lässt es nicht wirklich zu. Ich kann nur appellieren, dass man sich damit auseinandersetzt und so etwas weder als Normalität, noch als bloßen Einzelfall abtut. Um etwas für die bessere Laune zu tun, kann ich nur mein persönliches Okay für “Alles Steht Kopf” geben. Der Film ist ein wunderbares Werk für junge Erwachsene geworden, die sich einmal reflektiert, aber trotzdem unterhaltsam mit ihrer Kindheit auseinandersetzen wollen. Aber auch für alle offenen Zuschauer birgt der Film einen netten Einstieg sich darüber klar zu werden, was uns antreibt, wenn wir auf unsere Umwelt reagieren. Außerdem schafft der Film es trotz einer “Erklärung” für unser Verhalten den Zufall und damit auch das Wunder des Lebens aufrecht zu erhalten. Wenn ihr dann schon komplett im Thema drin seid, kann ich nur “Das Orangenmädchen” von Jostein Gaarder sowie “Set This House In Order” von Matt Ruff als künftige Lektüre vorschlagen.

Featured Image by Robert Couse-Baker

Am Abgrund Links – Wolverine, Coming in und Broadchurch

18 Wochen sind im Jahr 2015 bereits vergangen. Die Menschheitsgeschichte hat viele Millionen Jahre auf dem Buckel. Trotzdem und gerade deswegen passiert jeden Tag etwas Besonderes. Hier die lesenswerten Dinge, die ihr hoffentlich noch nirgendwo sonst gelesen habt!

ANNI:

  • Wenn Satire besser informiert als Nachrichtensendungen und das Informationsprogramm, dann sollte man* sich Gedanken machen. Schön ist es aber, dass sich deutsche Satire langsam macht.
  • Ich bin endlich dazu gekommen Coming in zu schauen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering schien, dass der Film gut sein wird, so stirbt die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt. Doch es ist wirklich schade, dass ein Regisseur aus der LGBTQ Community eine so gute Chance verschenkt, die Komplexität von Geschlechterrollen und Sexualität ohne Klischees darzustellen.

JOHANNES:

  • Eine Nachricht hatte es letzte Woche nicht in die Links geschafft, weil sie eben nur eine Nachricht war: GameStop will jetzt auch Retro-Spiele verkaufen. Aber mittlerweile hat Gamasutra ein paar Stimmen von “richtigen” Retro-Händlern eingeholt. Die wissen nicht ganz, was auf sie zukommt, glauben aber meist, dass GameStop keine wirkliche Gefahr darstellt. Denn jene kleinen Ladengeschäfte setzen auf eine enge Bindung zum Publikum. Wir werden sehen.
  • Kostenpflichtige Mods bei Steam? Ich gebe zu, gelesen hatte ich kurz darüber, aber mich nicht gut genug informiert, um eine qualifizierte Meinung zu haben. Zum Glück gibt es die Damen und Herren von Rock, Paper, Shotgun und Superlevel, die sich des Themas angenommen haben.
  • Eine Studie aus den USA meint herausgefunden zu haben: In naturwissenschaftlichen Feldern werden bevorzugt (ca. zu sechzig Prozent) Frauen eingestellt. Fortschritt? Hoffen wir es. Wissenschaftlich anzweifelbare Studie? Zumindest scheint sie einige Schwächen zu haben. Wie dem aber auch sei, es bleibt die vage Hoffnung, dass die Naturwissenschaften bald ausgeglichener erforscht und gelehrt werden.
  • Wie leicht übersieht mensch Portugal, dieses Land am Atlantik, wo die Leute so komisch sprechen und die Hauptstadt aus dem Bilderbuch entsprungen zu sein scheint. Dort jedenfalls, am Ende Europas, leiden die Menschen nicht nur unter der ominösen “Krise”, sondern auch unter ihren Politiker*innen. Die wollen nämlich anscheinend mittels einer Komission die Berichterstattung über die kommende Parlamentswahl kontrollieren. Telepolis nutzt sogar das Wort “Vorzensur”. Schlimm, Schlimm.

MAX:

  • Wir hier beim Blog vom Dienst sind gerne ein wenig “snobbistisch”. Filme und Serien werden nur im Original geguckt und Synchronarbeit wird regelmäßig in den Boden gestampft. Die Wahrheit ist natürlich nicht annähernd so drastisch und viele Filme, die ich kürzlich auf Deutsch gesehen habe, funktionierten ganz wunderbar. Deswegen sollte auch von unserer Seite eine klare Empfehlung ausgesprochen werden, sich “Broadchurch” zu geben, jetzt wo das ZDF die hervorragende Krimi-Serie mit David Tennant (u.a. “Doctor Who”) und Olivia Colman (u.a. “Die eiserne Lady”) überträgt.
  • Derzeit beherrscht die 25. Meisterschaft die Bayern die Titelblätter und zwischen schrecklichen Ereignissen in Tübingen und dem Rest der Welt ergibt sich unsagbar viel schlechte Laune. Deswegen gehe ich in die Vergangenheit und beschäftige mich mit einem leichten Thema, das auch wir beim Blog mal näher beleuchten wollten: Die Unendlichkeit der Superhelden.

Mehrspieler – Games Developer Conference 2015

In San Francisco sind in der letzten Woche wieder zahlreiche Entwickler und Publisher zusammengekommen. Allerdings nicht, wie sonst üblich, um sich selbst zu feiern und gegenseitig auf die Schultern zu klopfen, sondern um tatsächlich Neuigkeiten auszutauschen. Die Ergebnisse: Valve macht definitv auch in Hardware, Streaming ist wieder im Gespräch und Spiele-Engines sind gratis für jedermensch (im Rahmen einer nichtkommerziellen Nutzung, blablabla usw.). Zumindest ist uns das persönlich so aufgefallen. Weil das einige spannende Entwicklungen sind, haben sich die beiden Superstimmen der Spiele-Podcasts zusammengesetzt und lassen die Highlights der GDC 2015 Revue passieren. Wer mag, kann gleich auch unsere Quellen checken: Bei Gamasutra findet ihr das Interview mit Yoichi Wada, über das wir im Podcast sprechen.

Featured image by Michael van Vleet

Mehr Spieler – Volldampf Valve

Wenn am Arbeitsplatz die Ideen ausgehen, dann lästert man halt über die Kollegen. Nun, unsere Kollegen sind Entwickler zwar nicht, aber wir spielen einfach ein wenig mit Größenwahn. Zwischen Kaffee, Kuchen, Busverkehr und Flugschneisen unterhalten Johannes und ich uns über den Mythos Valve. Half-Life 3 (ja, klar), VR-Brillen und Gottkönig Steam. Was wir über Valve so denken und was man alles wissen sollte. Und sagte ich bereits “Half-Life 3”?

Das Valve-Mitarbeiter-Handbuch, das Johannes jedem ans Herz legt, findet ihr übrigens auf der Seite von Valve.

Featured Image by G =]

Am Abgrund Links – Steam, Cine-Paranoia und die BILD

Ihr wisst was kommt: Links. Abseits des üblichen Tagesgeschehens oder eben noch ein Stückchen näher als sonst. So oder so braucht es ein wenig Hirnnahrung für den Wochenauftakt.

ANNI:

  • Die BILD ist wieder mal scheiße und rassistisch. Was so alles an der Anti-Griechenlandkampagne nicht stimmt, gibt es nach dem Klick.
  • Patricia Arquette sorgte dieses Jahr für einen der feministischen Aufreger der Oscars. Hier sieht man* aufs Neue ein Vorzeigebeispiel von gut gemeint, aber nicht informiert. Das die ganze Aktion aber auch ein Ausdruck eines strukturellen Problems ist (und damit meine ich nicht die berechtigte Diskussion um Intersktionalität) zeigt dieser Artikel.

JOHANNES:

  • Wie sähe der Markt für die digitale Spieledistribution heute aus, wenn es Steam nie gegeben hätte? Über die Antwort auf diese Frage spekuliert Graham Smith von Rock, Paper, Shotgun.
  • Das Internet ist unsicher. So gefährlich wie noch nie. Das behauptet jedenfalls ars technica in einem langen Artikel. Doch was können wir dagegen tun? Und was muss sich ändern?

MAX:

  • Ihr kennt mich inzwischen gut genug. Ich war schon als junger Mensch ein Album-Kind. Ich mochte Bands und ihre Alben und Singles konnten mir oft gestohlen bleiben. Die Lieder jenseits der Charts sind sowieso viel interessanter. So ging es mir auch lange Zeit mit Filmen. Und unter den von mir geliebten Regisseuren befindet sich eben auch Paul Thomas Anderson. Dessen neuen Film “Inherent Vice” konnte ich endlich sehen, wobei der Film nur in wenigen Kinos Deutschlands gespielt wird. Und das obwohl Anderson regelmäßig Oscar-Nominierungen für seine Filme einheimst und auch die Schauspielbrigade des Films sich sehen lassen kann. Allerdings ist es kein Wunder, dass der Film nicht bei der breiten Masse ankommt. Selbst die Kritiker sind scheinbar maßlos überfordert und eingeschüchtert. Sie verstecken sich in Prosa und meinen Andersons Stil loben und die Story als untauglich für einen Film bezeichnen zu müssen. Die Süddeutsche baut sogar Parallelen zu 9/11 ein. Ob das wirklich Sinn ergibt, ist äußerst zweifelhaft. “Inherent Vice” erscheint mir viel eher ein milchiger Blick durch Zeit und Raum und versetzt uns ins eine Zeit aus Paranoia, Ziellosigkeit und feschen Klamotten.

 

Featured Image via Flickr by stopthegears

Game Wars – The “Console Wars”

Wir Gamer können richtige Mistsäcke sein. Damit sind nicht nur aktiv sexistische Äußerungen gegen eine Anita Sarkeesian gemeint (Hallo, freie Meinung?), sondern auch die Penen- und Vaginae-Längen/Durchmesser-Vergleiche. Was ist los mit uns Gamern? Anstatt dass man sich zusammenschließt, gibt es immer die gleiche Leier. Nintendo-Spieler sind allesamt Fanboys und -girls, die nicht aus ihrer Kindheit rauskommen, Xbox- und Playstation-Fans wollen eigentlich nur miteinander rummachen, schreien sich allerdings wie Teenager-Stereotypen wegen äußerlichen Kleinigkeiten („Halo“ hier, „Uncharted“ da) an und PCler… All hail the „Master Race“. Ein guter Vorsatz für 2015 gefällig? Wie wäre es damit nicht auf den “Console Wars”-Zug aufzuspringen?

Muss das so sein? Die Frage könnt ihr euch garantiert selbst beantworten. Natürlich nicht. Wenn Johannes mir von PC-Spielen erzählt, dann kann ich diese mit meinem Laptop großteils spielen. Titel wie „Banner Saga“ und „Endless Legend“ bringen eure Rechner in der Regel nicht zum Schwitzen. Und dies sind die „Exklusivtitel“ der PCler. Ein Großteil der Spiele überschneidet sich mit Konsolentiteln und die überragenden Indie-Titel werden oftmals früher oder später auf Xbox und Playstation portiert. Der einzige, offensichtliche Außenseiter ist First-Party-Nintendo, die lieber in Eigenprodukten vergehen, als auf Hilfe von außen zu setzen. Das wird sich auch nach dem universalen Lob für „Bayonetta 2“ wohl nicht ändern.

Und täglich grüßt die Grafikhure

Die im Quartal auftauchenden News waren immer die gleichen. Mal verkauft sich die „Playstation 4“ viel besser und dann und dort wieder die „Xbox One“. Immer wieder wird daraufhin gewiesen, dass eine der Konsolen aufholt oder die andere vernichtend geschlagen hat. Letztes Mal als ich den finanziellen Stand der beiden Abteilungen gecheckt habe, wurden überall schwarze Zahlen geschrieben.

Wenn wenigstens weiterhin das übliche Exklusiv-Rumgeeiere alles auf der Tagesplanung wäre, dann wäre schon vielen geholfen. Das Argument „Uncharted“ ist besser als „Halo“ (aus der Luft gegriffen als Beispiel gewählt) ist in einer „besser-schlechter“-Debatte auf so vielen Ebenen sinnlos. Oftmals haben die Spiele wie in diesem Beispiel unterschiedliche Genres und noch öfter haben die Moserer einen der Titel gar nicht ausführlich gespielt, da sie ja nur über eine Konsole verfügen. Sobald die Spieler jedoch über beide, in diesem fiktiven Krieg meist genannten Konsolen besitzen, erübrigt sich der Ausspruch. Denn der „Krieg“ ist vorbei. Der Spieler hat beide Konsolen gekauft. Es herrscht Frieden. Hip hip hurra!

Via Flicky By Mark Farrell

controller

Überraschung: Beide Controller lassen sich auch am PC verwenden. What a twist!

Es ist für uns eine Zeit angekommen…

Weihnachten ist vorbei, doch wie das Fest der Liebe und des Kommerz uns so oft lehrt, sorgt genügend Geld oftmals schon für gute Laune. Man sehe sich von diesem Geschäft lebende Individuen wie „Angry Joe“ und „Jim Fucking Sterling, son“ an. Wenn der Zugriff auf alle Konsolen (und auch Handhelds) und den PC möglich ist, dann nimmt man den Markt wie er kommt. Zwei Jahre lang war man als Spieler der „Wii U“ bitter enttäuscht über fehlenden, aber versprochenen Third-Party-Support, doch zur Zeit darf wegen der Exklusivtitel ordentlich gesabbert werden. Spieler haben bekommen was sie wollen. Und wenn die „Wii U“ gerade nicht gezogen hat, dann spielte man auf anderen Plattformen.

Selten gibt es ein besser oder schlechter, sondern viel eher sind es die Zeitpunkte, an denen sich festgeklammert wird. Bestes Beispiel dafür ist der Schlong-Vergleich zu Beginn der Releases von Xbox One und PS4. Was wurde über die vernichtend schwachen Verkaufszahlen der Xbox One geschrieben. Qualitativ lässt sich jedoch weiterhin kein großer Unterschied ausmachen. Beide Konsolen haben kaum nennenswerte Exklusivtitel vorzuweisen und graphische Unterschiede sind genauso lächerlich gering wie schon während der letzten Generation.

Gemeinsam gegen die “Master Race”?

Es ist natürlich etwas dran am PCler-Dasein. Mehr Kontrolle über das eigene Equipment und oft auch die Software (Grafikeinstellungen) sind nur ein Punkt. Der finanziell lukrativste Punkt ist schlichtweg der Fakt, dass Steam im Vergleich zu den Online-Shops von Nintendo, Microsoft und Sony viel bessere Preise bietet. Auf Dauer spart der Günstig-Shopper bei Steam eine Menge Asche und wird trotzdem weitaus früher für diese Preise in den Genuss vergleichsweise neuer Titel kommen. Und auch Neuerscheinungen sind in der Regel 10-20 € billiger.

Genau dagegen müssen die Konsolen und ihre Anhänger gemeinsam einen vernünftigen Weg finden. Nintendo entscheidet sich allein auf Exklusivtitel zu setzen, was aus ihrer Sicht super funktioniert, letztlich jedoch für ein richtiges Videospiel-Biotop sorgt. Spiele bleiben lange teuer, da es für Spieler keine alternativen Möglichkeiten gibt, diese Spiele auf anderen Plattformen zu genießen. Diese Schwäche bemerkt man jedoch kaum, wenn man sich die oft noch horrenden Preise bei der „erwachseneren“ Konkurrenz bei Sony und Microsoft anschaut. So wie es zur Zeit aussieht, gibt es keine guten Gründe eine Konsole zu besitzen… außer der Bequemlichkeit. Diese Gemütlichkeit geht jedoch schnell verloren, wenn MS und Sony sich in Form von Fans und Kampagnen stets auf den eigenen Füßen stehen.

Via Flickr By Steve Jurvetson

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Nicht vergessen… PC und Mac geben sich dazu auch noch gern gegenseitig ins Gesichtsfeld

Der Kunde ist König

Die meisten von uns sind schlichtweg zu faul, um sich mit PCs auseinander zu setzen. Unsere Eltern-Generation ist großteils noch ohne PCs groß geworden, weswegen viele von uns auch noch nicht in unserer Kindheit den Umgang mit diesen Geräten gelernt haben. Zwar ist die jüngere Generation jetzt schon viel früher an der Technik, doch der Trend jetziger Geräte ist es „smart“ zu sein. Möglichst leicht zu bedienen, dass auch Opa und Oma mit ins Boot geholt werden können (theoretisch).

Ein gut gebauter und eingerichteter PC ist nicht teurer als die Konsole und wird auf die gleiche Dauer die grafischen Leistungen erbringen können. Ihn aufzurüsten ist möglich und meist viel billiger als ein neues Gerät zu kaufen, wie es bei Konsolen Pflicht ist. Außerdem gibt es inzwischen genug Wege den PC mit dem Fernseher zu verbinden und diesen als Medienzentrum zu nutzen. Da braucht es keine Konsole für. Wenn der PC-Markt diesen Zugang und diese Änderungsmöglichkeiten noch transparenter gestalten kann, dann sieht es für Konsolen düster aus. Der „Console War“, den sich die Presse aufbauscht, ist nur in einer Hinsicht ein Krieg und war in jener, dass es am Ende nur Verlierer zu geben scheint.

 

Featured Image via Flickr by Mark Farrell

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