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Am Abgrund Links – Hurra DEUTSCHland, Nazi Sommercamps und Waffen in Sachsen

Ach, die Links! Hauptsache, sie kommen irgendwann! Denn niemand von euch hat je ausgelesen, was da so im Internet steht. Aber Achtung! Denn dort steht bekanntermaßen ganz viel, nur ob es stimmt, weiß niemand. Deswegen hier unsere Links,  die sind alle ganz doll wahr. Versprochen!

Johannes

  • Die Polizei hat in modernen Demokratien das alleinige Gewaltmonopol. Sie schützt die Bürgerinnen und Bürger vor Verbrechen und hilft, diese aufzuklären. Auch ich fühle mich nicht wirklich sicher, wenn ich irgendwo Polizist*innen mit offen getragenen Maschinenpistolen patroullieren sehe. Aber ich bin trotzdem froh, dass diese Menschen da sind. Deshalb sollten bei allen Bürgerinnen und Bürgern die Alarmglocken sehr laut schrillen, wenn sich die Anzahl an (kleinen) Waffenscheinen erhöht, wie dieses Jahr in Sachsen. Dort sind die Beantragungen an kleinen Waffenscheinen auf mehr als das doppelte des Vorjahres geklettert. Offensichtlich haben die Sächsinnen und Sachsen Angst und glauben, sich selbst beschützen zu müssen. Aber wovor? Ich befürchte, dass die Menschen sich dort weniger vor Nazis, als vor dem minimalen Anteil an Flüchtenden, die in Sachsen landen. Der Kommentar von Sachsen Innenminister Markus Ulbig lässt dabei soviel an Feingefühl vermissen, das es wehtut: Das subjektive Sicherheitsgefühl sei durch “die Menschen, die zu uns kommen” untergraben, sagt dieser Mensch. Was ist das eigentlich für ein Idiot? Mal ganz ehrlich? Wenn meine Mitmenschen sich selbst bewaffnen, weil sie der Polizei offensichtlich nicht zutrauen, für Schutz zu sorgen, und ich gleichzeitig jeden Montag einen Mob von Fremdenfeind*innen habe, der durch die Landeshauptstadt stapft; JA, DA FANGE ICH DOCH NICHT AN, DEN “AUSLÄNDERN” DIE SCHULD ZU GEBEN! WAS IST DAS DENN FÜR EINE RASSISTISCHE SCHEIßE! MERKT DER KERL NICHT, DASS ETWAS ARG FALSCH LÄUFT IN SEINEM BUNDESLAND? AAAAAHHHHHHH!!!
  • So, geht wieder. Erinnert ihr euch noch an Internetcafé? So diese zwei, drei Jahre, in denen der Internetanschluss noch nicht so weit verbreitet war, dass ihn jede*r daheim hatte und man* auf diese öffentlichen Cafés angewiesen war? Und die heute zu einem Anlaufpunkt sehr obskurer Menschen geworden sind? Wusstet ihr, dass es in Japan einen Trend gibt, sich in Internetcafés quasi häuslich einzurichten, weil das billiger ist, als eine Wohnung zu finden? Diese kuriosen Geschichten rund um diese Institutionen des frühen Digitalzeitalters hat gizmodo in einem wunderbaren Rückblick gesammelt.

Max

  • Zuerst haben uns die Amerikaner alles weggenommen. Dann die Russen. Dann haben uns die Griechen ganz viel weggenommen und uns auch noch beschimpft. Ach, wir Deutschen haben es wirklich nicht leicht. Es müssten doch nur alle wie wir sein, nur dass sie dafür bitte nicht hierher kommen. Und unsere Werte nachleben sollen sie so dann auch eigentlich nicht… denn es sind schließlich unsere! Unsere Kultur, die als Einwanderungsland und früherer Herzogtumsquilt (der Deutsche sagt natürlich: ZIERDECKE!) schon immer unglaublich einheitlich war, ist unser ganzer Stolz. Wir sind so stolz darauf, dass wir mal eben vergessen, welche Einflüsse sich auf die “deutsche” Kultur im Lauf der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte ausgewirkt haben. Ist ja auch nicht so wichtig, da “wir” im christlichen Geiste hart missioniert haben. Das ist jetzt alles uns! Mit hochgestochenen, aber treffenden Worten setzt sich Armin Nassehi (Süddeutsche) mit dieser merkwürdigen Denkart auseinander. Hoffen wir nur, dass genug Leute den Artikel verstehen und auch über den Namen des Autors hinwegkommen. Ich meine, nur so unter uns, Nassehi… das ist doch kein Deutscher… Name… Gut, dass es keinen Rassismus und keine Fremdenfeindlichkeit gibt, sondern müsste man ernsthaft darüber nachdenken, wenn Menschen solche geistreichen Aussagen von sich geben.
  • Ach, und wer gerne die Zeit von vor circa 25 Jahren verdrängt hat, der sollte sich mal (wieder) “Hurra, Deutschland” geben. Das Original von 1991, als ein paar Gummipuppen die deutsche Politik so sehr durch den Kakao gezogen haben, dass man Bundeskanzler Kohl auch für einen Schokoweihnachtsmann hätte halten können. Ich lache immer noch Tränen, aber an manchen Stellen fragt man sich, ob das aktuelle Folgen sind… Aber dass wir nicht aus unseren Fehlern lernen, wissen wir alle bereits aus dem Geschichtsunterricht nicht wahr?
  • Und abschließend eine richtig bedrückende Folge zum Thema Rassismus. Ich bin mir recht sicher, dass ich die “Nazi Summer Camp”-Folge von Radiolab bereits verlinkt habe, aber man lernt bekanntlich auch durch Wiederholung. In Amerika zur Zeit des zweiten Weltkriegs gab es in Amerika einige Gefangenenlager mit deutschen Insassen. Im Gegensatz zu den Japanern hatten es die Deutschen vergleichsweise leicht. Der Grund dafür ist so banal wie einleuchtend: Die Deutschen sehen den Amerikanern nun einmal zum Verwechseln ähnlich.

Featured Image by Einalem

Am Abgrund Links – Steam, Cine-Paranoia und die BILD

Ihr wisst was kommt: Links. Abseits des üblichen Tagesgeschehens oder eben noch ein Stückchen näher als sonst. So oder so braucht es ein wenig Hirnnahrung für den Wochenauftakt.

ANNI:

  • Die BILD ist wieder mal scheiße und rassistisch. Was so alles an der Anti-Griechenlandkampagne nicht stimmt, gibt es nach dem Klick.
  • Patricia Arquette sorgte dieses Jahr für einen der feministischen Aufreger der Oscars. Hier sieht man* aufs Neue ein Vorzeigebeispiel von gut gemeint, aber nicht informiert. Das die ganze Aktion aber auch ein Ausdruck eines strukturellen Problems ist (und damit meine ich nicht die berechtigte Diskussion um Intersktionalität) zeigt dieser Artikel.

JOHANNES:

  • Wie sähe der Markt für die digitale Spieledistribution heute aus, wenn es Steam nie gegeben hätte? Über die Antwort auf diese Frage spekuliert Graham Smith von Rock, Paper, Shotgun.
  • Das Internet ist unsicher. So gefährlich wie noch nie. Das behauptet jedenfalls ars technica in einem langen Artikel. Doch was können wir dagegen tun? Und was muss sich ändern?

MAX:

  • Ihr kennt mich inzwischen gut genug. Ich war schon als junger Mensch ein Album-Kind. Ich mochte Bands und ihre Alben und Singles konnten mir oft gestohlen bleiben. Die Lieder jenseits der Charts sind sowieso viel interessanter. So ging es mir auch lange Zeit mit Filmen. Und unter den von mir geliebten Regisseuren befindet sich eben auch Paul Thomas Anderson. Dessen neuen Film “Inherent Vice” konnte ich endlich sehen, wobei der Film nur in wenigen Kinos Deutschlands gespielt wird. Und das obwohl Anderson regelmäßig Oscar-Nominierungen für seine Filme einheimst und auch die Schauspielbrigade des Films sich sehen lassen kann. Allerdings ist es kein Wunder, dass der Film nicht bei der breiten Masse ankommt. Selbst die Kritiker sind scheinbar maßlos überfordert und eingeschüchtert. Sie verstecken sich in Prosa und meinen Andersons Stil loben und die Story als untauglich für einen Film bezeichnen zu müssen. Die Süddeutsche baut sogar Parallelen zu 9/11 ein. Ob das wirklich Sinn ergibt, ist äußerst zweifelhaft. “Inherent Vice” erscheint mir viel eher ein milchiger Blick durch Zeit und Raum und versetzt uns ins eine Zeit aus Paranoia, Ziellosigkeit und feschen Klamotten.

 

Featured Image via Flickr by stopthegears

Facebook: Panopticon of the Modern Age

Mein digitaler Umzug oder wie ich Facebook ersetze – Teil 1

238 Freunde, 230 Likes, 21 Gruppen und 7,4 Megabyte an Nachrichtenlogs und Informationen über gelöschte Freunde, alte Events, meine komplette Spotify-Historie und alle meine Pokes. Erwartbarer aber trotzdem bedauerlicher Zwischenstand nach fünf Jahren und knapp zwei Wochen Facebook-Nutzung.

Es zeugt von kognitiver Dissonanz (um den Psychologie-Fans zuliebe nicht Schizophrenie zu sagen) und gewisser sozialer Abhängigkeit Facebook trotz ständiger Warnungen vor dem gläsernen Menschen, also entgegen besseren Wissens, weiter zu nutzen. Mit einem alten Bekannten fing es an. “Tschüss Facebook” flimmerte da vergangene Woche für zwei Minuten auf meiner Timeline auf. Sie vergingen, die zwei Worte und sein Account mit ihnen. In mir keimte ein bisschen Neid ob dieses Schritts, der implizierten Konsequenz und des Muts.

Das klingt pathetisch. Was soll schon dabei sein diesen blauen Knopf zu drücken auf dem “Mein Konto löschen” steht (nicht zu verwechseln mit “deaktivieren”)? 238 Freunde, 230 Likes, 21 Gruppen. Tatsächlich will das Löschen eine wohlüberlegte Entscheidung sein. Oder eine gut vorbereitete.

Eine Anleitung gibt es nicht. Wer sucht wird entweder alte Artikel über den “Facebook-Killer” Google+ finden oder Schritt-für-Schritt-Beschreibungen, die sich auf den Hinweis beschränken, man solle vorweg manuell seine Daten löschen und seinen Freunden Bescheid geben. Nur, um den Erhalt von Freundschaften oder das Sichern von Kontakten geht es längst nicht mehr. Die jüngere Generation kommt gänzlich ohne Facebook aus (und täte es auch ohne Instagram, um hier dem kleineren Übel keinen Vorschub zu leisten) und hat trotzdem intakte soziale Netzwerke. Spätestens WhatsApp hat das möglich gemacht (bitte ersetzt Facebook nicht durch WhatsApp). Threema erledigt den Job auch. Und ganz ehrlich, wenn wir schon bei simplen Chat-Apps sind tuts auch die olle Mail. Für formelle Kontakte gibt es Xing. Das ist zwar auch ein Datenschlucker, aber pflegt ein Geschäftsmodell, das nicht auf Werbung beruht, und muss sich als deutsches Unternehmen an strengere  Datenschutzbestimmungen halten. Whoops!

By Mike Mozart, via Flickr.
Anti Facebook Stickers, Ello

Es gab auch ein Bild mit Facebook-Latschen, aber das war mir nicht plakativ genug.

 

Nein, um Kontaktlisten und Freunde geht es nicht mehr. Viel mehr ist Facebook in den letzten Jahren zu einem Informations- und Integrations-Medium geworden: Freunde schreiben nicht mehr über ihre letzten Erlebnisse, sondern teilen den letzten kritischen oder witzigen Artikel, gelikete Seiten versorgen einen mit relevanten News (sofern der Algorithmus mitspielt) und in Facebook-Gruppen organisiert man sich in Arbeitsgruppen oder verschenkt Dinge, die man nicht mehr braucht, an Fremde. Viele Dritt-Anbieter von Dienstleistungen bieten für eine bequeme Anmeldung einen Facebook-Login an.

Facebook ist überall und diese Dienste, soweit nötig, zu ersetzen, ist nicht unbedingt einfach. Mit diesem und weiteren Artikeln möchte ich es dennoch ausprobieren und den Versuch dokumentieren. Vielleicht dient es ja Nachahmern als Anleitung.

Schritt 1: Facebook-Seiten ersetzen

Klar, Informationsquellen sind in der Regel schnell ersetzt. Selten jedoch sind die Neuigkeiten über die Dinge, die man mag, so aktuell und zugleich unaufdringlich (im Vergleich zu Twitter, beispielsweise) wie auf Facebook. Wen das nicht stört kann seinen Facebook-Stream natürlich relativ einfach durch einen Twitter-Stream ersetzen. Doch nicht jede Facebook-Seite hat ein Twitter-Äquivalent und Twitters Pläne für die Zukunft sind ohnehin kritisch zu beäugen.

Eine Alternative dazu sind RSS-Reader, die mit den RSS-Feeds der Facebook-Seiten gespeist werden können. Dabei wird auch der Facebook-Algorithmus umgangen, der Neuigkeiten von Seiten, mit denen man länger nicht mehr interagiert hat, ausblendete. RSS-Reader gibt es wie Sand am Meer, sowohl als Desktop- oder Mobile-Apps als auch als browserbasierte Dienste. Eine kleine Übersicht über verschiedene Reader und eine Erklärung darüber, was RSS eigentlich ist, gibt es hier: http://www.rss-readers.org/. Ganz kurz jedoch: ein RSS-Feed ist im Prinzip wie ein News-Stream einer Seite, reduziert auf ihre Inhalte. Ein Beispiel: der RSS-Feed der Tagesschau-Seite.

Ich habe selber ein paar Reader ausprobiert, die ich im Folgenden kurz anschneide. Desktop-Apps konnte ich ausschließlich auf einem Mac ausprobieren, sorry. Entschieden habe ich mich zuletzt aber ohnehin für Sage, das auf allen Plattformen (über Firefox) läuft. Aber auch RSSOwl (Mac/Windows/Linux) und Shrook (Mac) sind sehr zu empfehlen.

  1. Feedly: Website-basiert mit Smartphone-Apps. Hat leider bei Facebook-Seiten Probleme mit der Darstellung von Bildern und dem Finden der RSS-Feeds. Lässt sich auch in Evernote u.ä. integrieren. Übernimmt Favicons der Seiten, was sehr praktisch zur Orientierung ist. Vergleichsweise arm an persönlichen Einstellungen, für den Anfang aber ausreichend. Account-Erstellung leider über Social-Login (Facebook, Twitter, Google,…), heißt auch hier werden wir verfolgt.
  2. Sage: Firefox-Plugin. Grau-in-graues Design, übernimmt Favicons nicht, viele Einstellungsmöglichkeiten, kein Login, keine Cloud, keine Filtermöglichkeit für die verschiedenen Feeds, abgesehen von Ordnern. Macht die Liste leider unnötig unübersichtlich.
  3. NewsFox: Firefox-Plugin. Layout eignet sich nicht für kleine Bildschirme. Noch mehr Einstellungen als Sage, aber auch unübersichtlicher. Facebook-Posts werden innerhalb des Plugins nicht angezeigt werden, erfordern also jedes Mal einen neuen Tab.
  4. RSSOwl: Desktop-App. Viele Darstellungsoptionen, leider sehr kleine Darstellung von Facebook-Bildern (was an Facebook liegt), viele Einstellungen, übersichtlich.
  5. Shrook: Desktop-App. Simpel, verständlich.

Dem Ausprobieren neuer Dienste sind aber kaum Grenzen gesetzt, da kuratierte Feeds zwischen Readern oft einfach als OPML-Datei exportiert und importiert werden können. Schön ist auch, dass ein RSS-Reader natürlich nicht nur an die Feeds von Facebook-Seiten gebunden ist, sondern auch jene beliebter Blogs oder Medienseiten aufnehmen kann. Insofern ist ein RSS-Reader ohnehin eine gute Anschaffung und für viele, die schon länger im Netz unterwegs sind, wahrscheinlich auch schon nichts neues mehr.Wie kommt man allerdings an die RSS-Feeds der verschiedenen Facebook-Seiten? Tatsächlich ist das mit ein wenig Aufwand verbunden. Zunächst müsst ihr die URL der Facebook-Seite kopieren, deren Feed ihr haben möchtet. Die findet ihr z. B. in der Adressleiste eures Browsers, wenn ihr die Seite geöffnet habt.

FB-Seite

Bilder lockern Artikel auf und dienen als Orientierungsanker. Vielen Dank an Popmusikjournalistinnen.

Diese URL wiederum fügt ihr in das Eingabefeld auf dieser Seite ein. Die generiert euch dann automatisch die URL zum RSS-Feed der Seite mit dem der Reader was anfangen kann. Wer viele Seiten geliket hat wird an diesem Schritt eine Weile sitzen. Ich kann nur empfehlen nicht Seite für Seite in den Reader einzupflegen, sondern sich erst alle URLs rauszukopieren, alle nacheinander in RSS-URLs umzuwandeln und sie dann in den Reader einzugeben. Wer das erledigt hat, hat soweit ich das beurteilen kann, das nervigste auch schon hinter sich. Dennoch habt ihr mein Beileid, wenn ihr mehr Seiten auf Facebook folgt als ich. Ein anderer Nachteil des ganzen, den man nicht außer Acht lassen darf: Ihr verzichtet auf die Interaktionsmöglichkeiten und die Darstellungsweise der Facebook-Posts lässt natürlich zu wünschen übrig. Kommentare werden beispielsweise auch nicht dargestellt. Andererseits ist die Darstellung wesentlich klarer und wer einen Post gesehen hat, dessen Kommentarstrang interessant zu sein verspricht, kann auch schnell auf die Original-Seite zugreifen.

So weit, so gut.“Schritt 2: Facebook-Gruppen ersetzen” folgt in einem neuen Artikel. Bis dahin nehme ich natürlich gerne Feedback, Vorschläge, Ideen und Fragen entgegen.

 

Featured image via Flickr by Joelle L.

Am Abgrund Links – 15.09.2014

Jede Woche verbringen wir viel zu viel Zeit im Internet. Doch egal wie oft wir alle durch die Weiten des Netzes surfen, man kann nicht immer alles wahrnehmen.

Deswegen gibt es von uns für euch eine Linksammlung zu den Themen, die uns in der letzten Woche fasziniert haben. Ob Filme oder Games, ob Feminismus oder Politik unser Blog ist so unterschiedlich, wie die Menschen die ihn betreiben – Hier erfahrt ihr, was uns im Kopf geblieben ist.

Via flickr.com, by Jessamyn West

March left_jessamny westLinks aller Länder vereinigt euch!

ANNI:

  • Das Menschen, vor allem weibliche*, die über Feminismus bloggen leider vertraut mit Drohungen und Beschimpfungen vertraut sind, ist leider keine neue Information. Doch fast genauso oft erfahren sie vermeintlich objektive Kritik. Wie geht man* damit um? Hier lest ihr einige mögliche Antworten.
  • Ich bin immer noch im Sailor Moon Fieber (jap, ich bin auch überrascht, dass das anhält). Für alle die meine Leidenschaft teilen diese Recaps hier sind unglaublich unterhaltsam.
  • Die letzten Wochen beschäftigen mich vor allem feministische (und antirassitische) Debatten um verschiedene Songs, sei es Shake it off von Taylor Swift oder All that Bass von Meghan Trainor.

JOHANNES:

  • Die ganze #GamerGate-Aufregung war eine PR-Geschichte, die ein Haufen misogynistischer Deppen von 4Chan im IRC geplant haben. Genau wie das etwas lächerliche #NotYourShield. Beweise bei Arstechnica sowie eine Auswertung der Chatlogs bei We hunted the Mammoth.
  • Was passiert, wenn Künstler, die Statuen für den öffentlichen Raum mit öffentlichen Geldern entwerfen und erbauen, ein Copyright auf diese Statue bekommt zeigt dieser wunderbare Artikel der Wilammette Week. Zitat des Künstlers: “It’s Capitalism!” Ja wunderbar, vielen Dank für dieses großartige Beispiel für Urheberrechtsunsinn.

MAX:

  • Alan Moore (u.a. Watchmen, From Hell, Swamp Thing) arbeitet weiter fleißig an seinem zweitem Roman “Jerusalem”. Bei über eine Millionen Wörter kann das Editieren allerdings nochmal eine Menge Zeit in Anspruch nehmen. Zumindest hat man weiterhin genug Zeit seine Comics nachzuholen.
  • …und wenn wir schon bei Autoren sind: Ich freue mich immer noch diebisch, dass Matt Ruffs “Mirage” inzwischen auch in Deutschland erhältlich ist. Warum es solange gedauert hat weiß keiner und dass selbst diese einfache Grundidee völlig falsch verstanden werden kann, zeigt die verspätete Kritik der Frankfurter Rundschau. Dass es der christlichen Welt weiterhin so schwer fällt sich vorzustellen, dass “wir” die “unzivilisierten Barbaren” sind, lässt weiterhin tief in unser selbstgerechtes Weltbild blicken. Dass ein im Grunde einfacher Kniff diese Löcher in unserer Vorstellungskraft aufzeigt, ist fast noch mehr wert als das Buch selbst. Viel hilfreicher ist hierbei die der Erscheinung nähere Kritik auf faz.net. So oder so: Es ist nie zu spät für Matt Ruff zu werben.

Am Abgrund Links – 08.09.2014

Jede Woche verbringen wir viel zu viel Zeit im Internet. Doch egal wie oft wir alle durch die Weiten des Netzes surfen, man kann nicht immer alles wahrnehmen.

Deswegen gibt es von uns für euch eine Linksammlung zu den Themen, die uns in der letzten Woche fasziniert haben. Ob Filme oder Games, ob Feminismus oder Politik unser Blog ist so unterschiedlich, wie die Menschen die ihn betreiben – Hier erfahrt ihr, was uns im Kopf geblieben ist.

Via flickr, by soeperbaby

SONY DSCAuch bei Nacht den Links folgen.

ANNI:

  • Nachdem letzte Woche Nacktbilder von verschiedenen Schauspielerinnen geleekt wurden und die Welt wieder einmal dasmit beschäftigt war den Frauen die Schuld zu geben (“immerhin, was haben diese Frauen auch diese Fotos, wenn sie die nicht zeigen wollen, sollten sie sie nicht mache”, was genauso bescheuert ist, wie zu sagen “wenn dein Konto online beklaut wird, dann solltest du einfach kein Konto mehr haben”), macht mich dieser Rant von Jay Smooth (der auch schon viele andere tolle Videos gemacht hat) glücklich.
  • Zwar tauchen immer mal wieder Frauen in Actionproduktionen auf (und machen auch ordentlich Geld an den Kassen), aber Bitchmedia macht deutlich was ihen (außer einem eigenen Film) immer noch fehlt: Humor.
  • Hier ist ein netter kleiner Blog, der Animes aus feministischer Sicht bespricht.

JOHANNES:

MAX:

Am Abgrund Links – 10.02.2014

Jede Woche verbringen wir viel zu viel Zeit im Internet. Doch egal wie oft wir alle durch die Weiten des Netzes surfen, man kann nicht immer alles wahrnehmen.

Deswegen gibt es von uns für euch eine Linksammlung zu den Themen, die uns in der letzten Woche fasziniert haben. Ob Filme oder Games, ob Feminismus oder Politik unser Blog ist so unterschiedlich, wie die Menschen die ihn betreiben – Hier erfahrt ihr, was uns im Kopf geblieben ist.

Via flickr by J. Saper

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Einfach mal den Ausgang nehmen.

ANNI:

  • Welche Doppelstandards noch immer für die Geschlechter in der Filmbranche gelten wird besonders deutlich, wenn man* die Kritiken zu Girls und Inside Llewyn Davis im Vergleich betrachtet.
  • In Anbetracht der olympischen Winterspiele ist es zurecht von Nöten laut darüber nachzudenken, wie und warum unterschiedliche Sportlerinnen bewertet werden. Denn bei einem genaueren Blick wird deutlich, dass der Sport zu oft in den Hintergrund gerät.
  • Ich bin eine Optimistin. Nach der täglichen Schrecklichkeit unseres Seins ist es erfrischend zu sehen, was Menschen (und das Internet) leisten können.

MAX:

Mein Walkthrough und ich

Altmodisch spricht man gemeinhin ja auch von Lösungsbüchern. Für RPGler der beste Freund und früher sogar manchmal die nötige Überlebensration. Im zweiten Teil unserer Analog-Gamescasts geht es diesmal um die Helfer, die zu Zeiten des Internets meist nur noch bei Sammlern ein Zuhause finden.

Via Flickr by jenbooks

Lösungsbücher

Für sind und bleiben Lösungsbücher allerdings der Heilige Gral des Videospielens

Microsoft und die Bibel

[Legende: Internet = #neuland]

Sagt euch der Name Zachäus etwas? Nicht so schlimm. Ich musste auch erst das allmächtige #neuland befragen, aber ich wusste zumindest wonach ich suche. Die Geschichte von Jesus und dem Zöllner kam mir sofort in den Kopf, als Microsoft direkt nach der E3 eine „180°-Wendung“ vollführte, was ihre Digital Rights Management (DRM) Police betrifft (mehr zu den ursprünglichen Voraussetzungen der Xbox One) .

Plötzlich ist das Tauschen und Verkaufen von Spielen kein Problem mehr. Die Konsole hat auch keine #neuland-Pflicht alle 24 Stunden mehr (was ehrlich gesagt, das geringste Problem war, da man heutzutage beinahe automatisch mindestens einmal am Tag mit der Konsole online ist). Mehr Details, was Microsoft alles verbessert hat, hat das #neuland schon zur Genüge durchgekaut.

Mir geht es, obwohl ich kein sehr religiöser Mensch bin, um die Parallele zu Jesus und dem Zöllner Zachäus. Warum? Nun, plötzlich stehen überzeugte Playstation-Unterstützer als die schwachen und ungerechten Pharisäer dort. Und ja, das Bashing Microsofts nimmt hier und dort wirklich überhand und entfernt sich von jeglicher Realitätsebene. Sollten wir nicht großmütig anerkennen, dass Microsoft aus den eigenen Fehlern gelernt hat und nun Gerechtigkeit (die Bedeutung des Namens Zachäus, by the way) übt?

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 Ist Microsofts Entschuldigung biblischen Ausmaßes? Via Wikimedia Commons by Reinhardhauke

Es gibt mehrere Punkte, warum man Microsoft für diese Kehrtwende nicht einfach abfeiern kann. Gleichzeitig muss man allerdings auch anerkennen, dass nach jetzigem Informationsstand „nur“ noch 100€ sicher zwischen PS4 (399€) und Xbox One (499€) stehen. Viele weitere Details zu beiden Konsolen sind weiterhin nicht offiziell bestätigt, auch wenn die Augenbrauen bei der Xbox One ein wenig höher gezogen werden.

Schließlich ist das #neuland der perfekte Ort für Paranoia und nicht wenige sehen es als wahrscheinlich an, das Microsofts angekündigte Besserungen einen Haken haben. Zum Beispiel werden die Spiele weiterhin auf der Festplatte installiert und es sind weiterhin externe Festplatten nötig, wenn der Speicherplatz nicht ausreicht. Ersterer Punkt ist dabei der wichtigere, da man das Spiel also auf seine Festplatte installieren muss. Aber das Spiel soll an die Disc gebunden sein… wäre es nicht sinnvoller, die Spiele deshalb nicht unbedingt installieren zu müssen? Die Stolpersteine sind noch klar zu erkennen, aber man sollte Microsoft das technische Know-How zugestehen, dass sie bis November einen fertigen Plan haben.

Zurück zu Jesus, Zachäus dem Zöllner und den Pharisäern. Microsoft bedarf einer zweiten Chance. Das steht ganz außer Frage. Zumindest von einem technischen Standpunkt aus gesehen. Die großen Nachteile in Sachen Benutzerfreundlichkeit scheinen bereinigt. Es gibt jedoch mehr als nur gute Gründe, warum es absolut unangebracht ist, die Geschichte vom Zöllner so einseitig zu verwenden.

Seit Veröffentlichung der Playstation 3 hat sich ebenfalls viel getan. Das außerhalb von Japan zu Beginn so gut wie überhaupt nicht unterstützte Stück Hardware, war so unbrauchbar, wie die Xbox One vor einer Woche noch erschien. Der amerikanische Markt (vom europäischen möchte ich in Bezug auf beide Konsolen gar nicht erst anfangen) war stets und zurecht irritiert vom weitaus weniger verständlich erscheinenden Support der Japaner. Erst 2009 erreichte der Service seitens Sony ein Niveau, welches wettbewerbsfähig erschien. Seitdem hat sich stetig etwas getan und die bisherige Präsentation der PS4 ist ein „Beweis“ (man sollte vorsichtig mit solchen Worten sein), dass man bei Sony darum bemüht ist zumindest gerecht zu erscheinen.

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Auch Sony ist nicht fehlerfrei, wenn es um Vermarktung geht. Die PS Vita ist seit Release ein kommerzieller Komapatient. Via Wikimedia Commons by Tokyoship

Genau hier sind wir beim aktuellen Problem der Vermarktung. Es gibt keinerlei Entschuldigung für die an jeder Ecke ausbleibende Etikette, die Microsoft in Form von Swag und ungerechtfertigtem Selbstvertrauen und -verständnis vortrug. #neuland-Größen wie Angry Joe wurde mitten ins Gesicht gelogen. Auf die Behauptung Joes hin, dass man die DRM-Police problemlos ändern könnte, wurde Joe verbal zurechtgewiesen. Und es handelt sich bei dieser Episode um keine Ausnahme. Selbst der sonst sehr unkritisch fragende Geoff Keighley (Gametrailers.com) konnte die Verkaufsstrategie des amerikanischen Großkonzerns nicht nachvollziehen.

Microsoft hat eine große Fanbase. Diese Fanbase hätte ihnen so ziemlich alles vergeben. Fakt ist, dass sie auch jetzt vergeben und – schlimmer – zu vergeben scheinen. Einen guten Monat lang hat Microsoft der Gamercommunity ins Gesicht gelogen. Das Schlimme ist, dass wir es alle gewusst haben. Und da reibt man sich als Journalist und aktiver Teilnehmer der Szene natürlich schon mal die Hände und übt sich in Schadenfreude, wenn man erfährt, dass die Xbox One im ganzen #neuland zerrissen wird und die Vorverkaufszahlen klar für den japanischen Magnaten sprechen.

Man kann nur hoffen, dass auf beiden Seiten der Fanlager die Pubertät bald hinter sich gelassen wird. Die Konsolen haben noch gute vier Monate, um uns mit tollen Gimmicks und fürchterlichen Einschränkungen zu überraschen. Man kann nur hoffen, dass Microsoft das Vertrauen seiner Käufer nicht abermals enttäuscht und Restriktionen in der Hinterhand behält. Gleichzeitig muss Sony den Versprechen Taten folgen lassen.

Die Gesamtsituation zeigt eigentlich nur, dass die Gamesbranche sich leider von nahezu allen Seiten wie ein großer Kindergarten anstellt. Sein wir ehrlich: den Status des Zachäus hat keiner der beiden Großkonzerne verdient. Es handelt sich hier nicht um die Armen und Schwachen. Die Konzerne, wie auch der Großteil der Kunden ist viel besser mit den privilegierten und voreingenommenen Pharisäern zu vergleichen. Steine werden dabei sowieso geworfen und da niemand ohne Schuld ist, wirft einfach der zuerst, der sich als unschuldig sieht. Den daraus folgenden Clusterfuck dürfen wir wohl noch mindestens bis in den November beobachten.

Notfallpatient SimCity

“Ha! Da ist er wieder, der dumme Kriecher! ChE_gUevara_equAl_57! Wenn ich den Rotsockenname schon lese! Ich wette, dass er immer noch nicht meine Konditionen annimmt. Der glaubt wohl, dass wir alle glücklich und fröhlich Strom teilen sollten. Er ist doch selbst Schuld, wenn er keine AKWs baut und nun kein Geld für genug Solarkraftwerke hat. So viele Windmühlen finden auf seiner Karte gar nicht Platz. Das hast du von deiner grünen Energie, du scheinheiliger Penner! Aber jetzt meinen Atomstrom beziehen!”

Früher wären solche Ausbrüche bei einem SimCity untypisch gewesen, waren die Nachbarstädte doch computergesteuert und nicht einsehbar. Im neuen SimCity, das wohl unter dem Titel “SimCity (2013)” be-kannt wird, sind deine Nachbarn echte Menschen! Nun, zumindest wenn sie gerade wirklich spielen. “Al-ways On” heißt die Zauberformel der EA-Origins-Mafia. Sprich: SimCity lässt sich nur spielen, wenn man online ist. Wird eure Internetverbindung durch schlechtes Wetter oder den Fakt, dass ihr in Trier-West wohnt gekappt, dann bricht das Spiel einfach ab. AutoSave wird also wieder so wichtig wie zu Zeiten, als man gegen alle Vernunft den neuesten Scheiß auf dem PC gezockt hat und betete, dass das Spiel nicht einfach freck geht.


Und es hätte doch alles so schön werden können…

Gerade nachdem Michael Pachter bestätigt hat, dass Sony nicht den Fehler machen wird und auf eine “Always On”-Konsole setzt (u.a. Trier-West dankt), sorgt EA wieder für ordentlich Zündstoff, um ihren “Steam-Gegner” Origins selbst durch den Kakao zu ziehen. Dass am ersten Tag die Server crashen wird dabei fast zur Nebensache. Es wird schon tausende potentielle Spieler abschrecken, dass EA Probleme mit den Servern hat, aber dieser Grund für den Nichtkauf ist kurzsichtig. Gerade EA hat die Ressourcen, um so ein Problem schnell zu beheben. Wenn überhaupt sorgt dieser faux pas besonders unter Hatern für Kopfschütteln. Genau diese Art von Kostenreduzierungen an allen Ecken ist es, die EA als Geldhaie er-scheinen lässt.

Auf die Gefahr hin, dass die Städte um euch herum sowieso gerade nicht online sind, geshufflet werden oder sonstiges lässt nicht gerade Interaktivität aufkommen. Am Ende ist es abermals nichts Anderes als das gesichtslose und unpersönliche Hin- und Hergeschiebe von Ressourcen und Geld, welche die “ech-ten Städte” um euch zu einer unausgegorenen Idee verkommen lassen, die man nur nutzt, weil das Ori-gins-Imperium es so befiehlt. Eine zeitgemäße KI hätte wohl weniger Stress an allen Enden bedeutet. So bleibt auch die Angst, dass eure “Nachbarn” einfach Arschlöcher sind.

640px-SimCity-Indigo

We’ve come a long way, baby. Via Wikicommons

Ich werde mir SimCity auf nicht absehbare Zeit nicht zulegen. Und das tut mir verdammt leid. Das Spiel sieht klasse aus. Das Interface lässt auch Nicht-Aufbausimulator-Nerds an einen der wahrscheinlich bes-ten und ausgewogensten Simulatoren unserer Zeit teilnehmen und man muss sich nicht weit aus dem Fenster lehnen, um zu behaupten, dass man aus den Erfahrungen der “Die Sims”-Reihe profitiert hat.

Ihr wisst ja, dass wir ziemliche Singleplayer-Fetischisten sind, aber EA hat mit dieser Online-Politik unseren Ansichten nicht unbedingt einen Gefallen getan (Anm. der Red.: Mein Internet ist während des Schreibens an diesem Text einmal abgestürzt. Ungefähr zu dem Zeitpunkt, als der neue Papst bekannt gegeben wurde). Man kann nur hoffen, dass EA den “Always On”-Spaß nochmals überdenkt und per Patch oder Add-On rückgängig macht. Das ist unglaublich unwahrscheinlich, aber vielleicht hat der Papst ja einen Wunsch für mich frei.

P.S. Der liebe Herr Bosman von GT hat dort eine Show bekommen. Ob er ein One-Hit-Wonder war oder eine Bereicherung für uns Gamer müsst ihr allerdings selbst entscheiden.

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