Tag: Innovation

Mehr Spieler – Volldampf Valve

Wenn am Arbeitsplatz die Ideen ausgehen, dann lästert man halt über die Kollegen. Nun, unsere Kollegen sind Entwickler zwar nicht, aber wir spielen einfach ein wenig mit Größenwahn. Zwischen Kaffee, Kuchen, Busverkehr und Flugschneisen unterhalten Johannes und ich uns über den Mythos Valve. Half-Life 3 (ja, klar), VR-Brillen und Gottkönig Steam. Was wir über Valve so denken und was man alles wissen sollte. Und sagte ich bereits “Half-Life 3”?

Das Valve-Mitarbeiter-Handbuch, das Johannes jedem ans Herz legt, findet ihr übrigens auf der Seite von Valve.

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EA Star Wars: The Clusterfuck Wars

 Eine halbe Stunde unseres Lebens diskutieren die Grand Monsieurs der Spielebranche (Walde, Jojo et Moi) unter anderem darüber, dass es eine Chance sein kann, dass LucasArts nicht mehr selbst Star-Wars-Games entwickeln wird. Wir haben darauf hingewiesen, dass inzwischen sowieso die meisten Titel außer Haus zusammengestellt worden sind. Man wundert sich also schon kaum mehr, dass ein Kanon nirgends in Sicht ist und sich ein echtes Frankenstein-Monster-Bild ergibt, wenn man nach Konstanz in Star Wars Titeln sucht.

 Aber Konstanz soll dem Spieler jetzt garantiert werden, da mit EA ein großer, Profit orientierter und dabei auf Risiken verzichtender Konzern gewählt wurde. Das passt ins Schema von Mutterkonzern Disney und soll überhaupt kein Vorwurf sein. Wenn man Star Wars für viel Geld kauft, dann will man damit natürlich noch mehr Geld einspielen. So funktioniert Kapitalismus.

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 So schaut’s aus! By Dekuwa

 Die gute Nachricht ist hierbei natürlich, dass EA wiederum selbst gefühlt nichts entwickelt. Anstatt dessen werden talentierte Studios wie Dice und Visceral gefördert… und kreativ in den Ruin getrieben. Dice wurde eine Fortsetzung zum viel versprechenden „Mirror’s Edge“ versagt und wer Visceral nach dem Generik-Shooter namens „Dead Space 3“ noch ernst nehmen will, der weiß wo die Tür ist.

 Natürlich ist EA nicht allein damit, aber sie sind einer der Vorreiter, wenn es darum geht Spiele für jedermann und niemanden in Auftrag zu geben. Das zeigte sich wohl am eindrucksvollsten anhand der Mass Effect Reihe von Bioware, die wie Visceral und Dice inzwischen EA gehören. Aus einem Rollenspiel mit Action-Anteilen wurde immer mehr ein Korridor-Shooter mit einem seichten Level-System und Waffen-Konfiguration.

 Und warum wird man sich überhaupt an Mass Effect erinnern? Weil das Gameplay so unglaublich knackig war? Ich hoffe, ihr habt gerade keine Milch getrunken, die euch wieder zur Nase herausgekommen ist. An den unendlichen Clipping-Fehlern auf allen Plattformen (aber besonders auf Konsolen) liegt es auch nicht, dass wir Mass Effect einen rechtmäßigen Platz an der Sonne geben. Mass Effect hat uns die Illusion gegeben, dass wir eine Geschichte mitgestalten.

 Und Tatsache: In Teil 1 haben wir über Leben und Tod entschieden. Die Krogans haben Shepherd bis in den dritten Teil hinein nicht vergeben und man muss Kaiden oder Ashley zurücklassen. Das hat gesessen! Und was passiert in Teil 2? Abgesehen davon, dass eine sehr gute, aber völlig isolierte Story erzählt wird, kann man jeden retten und wenn nicht, dann ist das auch nicht schlimm. Schließlich spielt die Party aus Teil 2 im nächsten Teil nur eine bedingte Rolle.


Wenn selbst die Werbung etwas Neues probiert, anstatt immer nur den gleichen Cinematic-Schmarn

 Damit auch ja jeder das Spiel genießen kann und nicht für Fehler bestraft werden will, wurde das Spielprinzip der gewichtigen Entscheidungen so abgestumpft, dass man gute und schlechte Entscheidungen nur noch der Paradigmen zu Liebe traf. Der Tiefpunkt der Narration wurde erreicht, als man sich im dritten Teil entscheiden muss, ob man einen potenziellen Verbündeten rettet oder mit einem alten Kameraden in Sicherheit flieht. Entscheidet man sich für den Verbündeten, dann opfert sich der Kamerad. Endlich wieder Emotion, Tiefgang und Konsequenzen? Von wegen! Fünf Minuten später steht euer Kamerad blutüberströmt bei euch und natürlich kommt er durch. ZUM KOTZEN!

 Anhand dieses Beispiels werden mehrere Dinge deutlich, die wir bereits in Podcasts besprochen haben. Zu viele Fortsetzungen laufen selten darauf hinaus das Spielsystem zu verbessern (wie es z.B. „Dark Souls“, „XCOM: Enemy Unknown“ und „Infamous 2“). Es wird eher darauf geachtet, wie man möglichst effektiv noch mehr Einheiten als vorher verkaufen kann, was zu schwammigen Erlebnissen führt, die am Ende kaum noch eigene Identität bewahren.

 Ich bestreite nicht, dass ich glaube, dass wir einige gute Star Wars Spiele bekommen werden. Ich gehe aber auch fest davon aus, dass EA Reihen herausbringen wird, sowie unsägliche Spiele zum Film. Man muss bei den guten Spielen allerdings nicht gleich ausrasten, denn EA hat bewiesen, dass sie Reihen qualitativ in den Ruin treiben. Im besten Fall wird es ein ewiges Auf und Ab, wie es im Sport-Sektor zu beobachten ist (so macht FIFA z.B. nur alle drei Jahre einen echten Schritt nach vorne und liefert sonst nur Patches, die zum Vollpreis verkauft werden).

 Das größte Problem an diesem Clusterfuck ist allerdings nicht EA. Es ist auch nicht ihre Entscheidung so abgestumpfte Spiele zu produzieren, denn die Verkaufszahlen geben ihnen recht. Und das sollten sie nicht! Es kann doch nicht so schwer sein, ein beschissenes Spiel NICHT zu kaufen. Wenn wir nicht aufhören, diese Spiele zu unterstützen, dann werden wir auch immer seltener Spiele bekommen, die tatsächlich eine eigene Idee und ein eigenes Gefühl vermitteln wollen.

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Als Ideen noch nicht alle Mainstream waren… By Library Of Congress 

Der letzte „Watch Dogs“ Trailer hat ziemlich deutlich gezeigt, dass es wohl doch nur auf eine Mischung aus „Assassin’s Creed” und „GTA“ herausläuft (und einer Prise “Arkham City”… GADGETS!). Ein Open-World-Game ohne Ballerei? Wo kommen wir denn da hin? Aber das ist konsequent und richtig, da ein Gameplay, das rein auf Stealth und Hacking ausgelegt ist, anscheinend nicht genug Einheiten verkauft.

 Fasst euch bitte selbst an die Nase und bringt euch ein. Schreibt Developern und tut euren Unmut kund. Selbst so weltfremde Riesen wie Square Enix scheinen ansatzweise aus ihren Fehlern zu lernen, wenn man die Entwicklung der FF-XIII-Reihe und Final Fantasy XIV beobachtet. Wenn niemand ihre Produkte kauft/sie weit hinter den Erwartungen zurückbleiben, dann muss gehandelt werden. Wenn ihr nicht wollt, dass irgendwelche Marketing-Heinis diesen Prozess vorantreiben, dann müsst ihr selbst Hand anlegen.

 Wenn nicht, dann dürft ihr euch auch nicht wundern, wenn Star Wars eine der vielen Reihen wird, die in einem gesichtslosen Clusterfuck aus Profit und Stromlinien endet, weil es niemanden mehr interessiert, was man mit einem Spiel eigentlich aussagen und wenn man damit erreichen möchte.

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