Tag: der neue ton (Page 1 of 3)

Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder lässt die Qualität von Cd-Outputs um Weihnachten an Qualität nach. Die großen Renner kamen bereits im Oktober und November, um inzwischen genug Staub aufgewirbelt zu haben, dass auch der letzte, verzweifelte Geschenkjäger nach Bestsellern greift. Neuerscheinungen sind im Weihnachtsmarkt wie zerbrochene Muscheln am Strand. Es gibt zu viele davon und selbst wenn sie schöner sind, als die angebotenen Schätze auf dem Basar, stören die fehlenden Teile – in diesem Fall das Wissen um Qualität und/oder Erfolg.

So werden sich nur wenige nach der Heavy-Metal-Kombo Züül umdrehen, obwohl diese gleich zwei gute Alben auf den Markt werfen. Hat man dem Debüt der Band „Out Of Time“ wohl noch nicht den Durchbruch im Ausland zugetraut, kommt es jetzt separat im Doppelpack mit dem Nachfolger „To The Frontlines“ heraus. Der hohe Gesang, der schon auf typische Heavy-Metal-Epik hinweist paart sich mit krachendem und simplem Schlagzeug um zu höchst leckeren Gitarren für ordentlich Laune zu sorgen. Wer an Vorzeige-Metaller denkt, der wird diese zu dieser Art von Musik feiern sehen wollen. Besonders das Neu-Werk wirkt noch reifer und voller. So darf gerne in den Sonnenuntergang gerockt werden. Wer Schiss vor Death und Destruction hat, der darf mich beruhigt beim Wort nehmen, dass hier allein mit Kraft und Melodien Adrenalin getankt wird.


Zu solcher Musik beneide ich Menschen mit langen Haaren

Da liegt der Garagen-Leck-Mich-Am-Arsch-Rock von Die Nerven schon schwerer im Gehörgang. Verrotzter Gesang, der sich nicht so nennen dürfen sollte und jede Menge flotter Vorwärtsdrang zu blechernem Sound. Das mag so mancher, kann aber auch unglaublich auf die Nerven gehen (Wortwitz nicht gewollt). Die Band schafft es auf ganzer Linie, dass man sie nur lieben oder hassen kann. Die nerven können einem nicht egal sein. Entweder möchte man allein schon die Hörer dieser Sinnlos-Krach-Orgien verklagen oder feiernd Parolen (meist Politik frei) mitgrölen.

Ausnahmsweise werde ich auch eine „Deluxe Version“ eines Albums ins Programm nehmen, obwohl ich die ganze Best-Of-Chose („Schose“ gesprochen… kennt ihr das Wort nicht?) nicht ausstehen kann, die besonders zu Weihnachten gerne über uns Hörer herfällt. Aber Schmidt kann man durchaus nochmal in den Vordergrund rücken. Als musikalische Unterstützung des Tatorts im neuen Jahr wird schon viel PR getrieben, nachdem das Album ganz gut, aber eben nicht überragend eingeschlagen ist (ursprünglicher Release war am 18.05.2012). Wer die elegante Mischung aus Pop und Versatzstücken der 20er bis 60er Jahre verpasst hat und ansonsten jedoch voll auf Swing und Retro abfährt, bekommt jetzt vier weitere Tracks garniert und eben die Möglichkeit Schmidt überhaupt kennen zu lernen.


Hat sie Klasse oder ist der Kram alles außer authentisch? Eure Meinung!

Den Jahresabschluss habe ich mir weitgehend schlimmer vorgestellt, auch wenn ich abermals über verzögerte Releases auf dem CD-Weltmarkt wüten könnte. So möchte ich das Jahr friedlich ausklingen lassen und verabschiede mich mit dem neuen Ton für dieses Jahr. Auch unbezahlte Internet-Blog-Betreiber brauchen mal Pause. Kreativität tanken, endlich mal wieder Musik hören, die man selbst hören will oder sogar (man glaubt es kaum!) ein Buch lesen. Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch. Ballert euch noch gut Weihnachtslieder um die Ohren. Denn auch wenn sie euch schon zum Hals raus hängen, werdet ihr sie spätestens Mitte Februar wieder vermissen, wenn immer noch Schnee fällt, aber nichts mehr im Weihnachtsglanz erstrahlt.

christmas lights
via flickr by Reno Tahoe Window Cleaning & Christmas Lights
Weihnachten kann auch schön sein. Hört bloß nicht auf Johannes, den ollen Grinch

Lokalisierungsunsinn in einer 2.0-Gesellschaft

Wenn es nach den vielversprechenden Musikern der Bands Arkells und Delta Spirit geht, hätte ich schon vor Wochen und Monaten über ihre neuen Alben berichten sollen. Halte ich mich dagegen an die deutsche Schallplattenverleggesellschaft, habe ich gefälligst noch kein Wort über diese Schnee-von-Gestern-Musik zu verlieren, da ihr ja die Zukunft gehöre… ICH HAB MICH WOHL VERHÖRT?!

Was ist das denn für eine Logik? Nun, in einer Zeit als mp3-Downloads noch nicht Gang und Gebe waren, mussten Bands erstmal großen Erfolg vorweisen, bevor sie im Ausland auf den Markt kamen. Was sollen Supermärkte mit 5000 Moi Caprice Silberlingen, wenn die keine Sau haben will? Diese Ausrede ist sowas von 1.0! Wir sind in einem Zeitalter angekommen, in welchem Bands wie Radiohead ihre Musik im Eigenvertrieb heraus hauen und den Käufern überlassen ob und wie viel Geld diese zahlen.


Wohl schon jetzt ein garantierter Indie-Ohrwurm

Der Unsinn zeigt sich unter anderem auf dem Portal Amazon.de, welches die neuen Alben Arkells’ und Delta Spirits bereits als mp3-Download anbietet. Da wirken die nebenstehenden Release-Daten wie Hohn und Spott gegenüber anachronistischen Volldeppen, die noch etwas in der Hand halten wollen. Da wartet wirklich ausgezeichnete Musik von Delta Spirit darauf die Welt und sämtliche Radiostationen zu erobern, doch wir müssen uns gedulden, bis die Musik für uns „lokalisiert“ wurde. Ich gebrauche diesen Ausdruck an dieser Stelle mit Absicht, da man bei Filmen und Videospielen damit meint, dass die Spiele noch übersetzt und für das jeweilige Land in gewissen Hinsichten editiert werden. Mit Musik ist so ein überflüssiger Mist nicht nötig (rein theoretisch müssten wir in Deutschland nicht mal die Schimpfwörter aus fremdsprachiger Musik entfernen. Gruß an die USK. Parental Advisory am Allerwertesten!)

parental advisory
Oh nein! Er hat gerade ‘Fuck’ gesagt. Nur deswegen sterben
wahrscheinlich gerade irgendwo Katzenbabys!
via flickr.com by The Smoking Section

Selbst im Jahr 2012 (und manche glauben, dass es schließlich bald wieder vorbei ist mit der Menschheit) gibt es immer noch solche lokale Regularien, die andere Länder davon abhalten, sich an globalen Musiktrends erfreuen zu können. So muss das Internet weiter Gangnam stylen, die Asian Kung-Fu Generation an den Mann bringen und Delta Spirits „California“ zur Indie-Hymne des Jahres erheben.

Solange der CD-Markt wie ein Dinosaurier seine Form von Profit am Leben hält, wird man uns auch weiterhin über neue, gute Musik im Dunkeln lassen. Das freut wahrscheinlich ein paar Kack-Hipster, die hinter verschlossenen Toren zu ihrer ganz individuellen Musiksammlung wichsen können, sowie natürlich den Herrn Kapital. Nehmt euer Hörerschicksal selbst in die Hand, haltet euch auch mit fremdsprachigen Musikseiten auf dem Laufen und durchforstet Spotify und Last.fm und wie sie alle heißen, bis die Gehörgänge verstopft sind.


Und natürlich auch von den Arkells bekommt ihr was “Neues”. Youtube sagt, dass das okay geht

Andere Mütter schreiben auch gute Lieder

Alicia Keys ist gefühlt schon eine Ewigkeit im Business. Da ist es doch fast erstaunlich festzustellen, dass die R&B-Pianistin/Sängerin erst 31 Jahre alt ist. Im Geschäft darf man sie mit ihrem inzwischen 5. Studioalbum als Veteranin ansehen, die sich einen ansehnlichen Namen gemacht hat. Und jetzt ist sie auch noch Mutter. Wir sagen “mazel tov” und freuen uns artig für Frau Keys. Damit auch das Berufsleben so schön und erfolgreich gestaltet werden kann, dürfen Emeli Sandé, Frank Ocean, Bruno Mars und viele andere der Neu-Mutter unter die Arme greifen.

Gerade die helfende Hand eines Frank Ocean wirkt sich auf das neue Album “Girl On Fire” aus und sorgt dafür, dass Keys nicht den Anschluss verliert und die moderneren Ansätze der R&B-Szene nutzt. Das macht sie gut hörbar, hebt sie sie von jenen Interpreten ab, die (noch) in der Mitte des letzten Jahrzehnts feststecken und garantiert Erfolg und Anerkennung. Tatsache. Fürs Hören nebenbei hat Alicia Keys wieder eine hübsche Scheibe geschaffen, die jeden Fahrstuhl-Aufenthalt und morgendlichen Kaffee besser macht. Klingt böse? Nun, wirkliche Ohrwürmer hat die gute Frau Keys leider nicht auf die Platte bannen können. So tippt man immer im Rhythmus mit, denkt aber doch eher an “Fallin'” und “New York”, anstatt die neuen Arrangements im Hinterkopf zu behalten.

Aber worüber soll man denn sonst schreiben? Kelly Clarkson bringt ihr erstes (“Chapter One”… super! Da kommt also noch mehr aus der örtlichen Melkmaschine!) “Greatest Hits”-Album, Rage Against The Machine werden zwanzig Jahre alt (Yay und alles Gute!) und die Plattenfirma bringt natürlich eine Best-Of-Platte auf den Markt (Buh!) und zu guter letzt erinnert uns Michael Bublé mit “Christmas” daran, dass bald die Adventszeit beginnt. Mit der x-ten Wiederholung des dreifach wiedergekäuten Covers bekannter Weihnachtssongs. Ein großes Danke schön für GAR NICHTS!


“Es ist eine Falle”, schrien Admiral Ackbar und ich noch… doch die Metal-Oper begann bereits.

Aber es muss doch ein paar kleine Gründe dafür geben, warum man diese Woche wieder Geld auf den Musikmärkten der Welt lassen kann? Kommt ein Stück mit mir und ich kann euch die weniger verbrecherischen Outputs der Woche präsentieren. Da wäre für die (etwas) härteren Genossen etwas altbackener Power Metal aus Italien. Der wird wirklich gut gespielt von Trick Or Treat, aber der traumatisierende Bonus kommt erst noch! Das Album “Rabbit’s Hill Pt.1” nennt seine lose Interpretationsquelle Richard Adams’ “Unten Am Fluss” (“Watership Down”)! Wem die Nackenhaare jetzt nicht hochstehen, kann sich freuen auf eine behütete Kindheit zurückzublicken. Spätestens der blutige und moralisch brutale Animationsfilm dürfte einige Kinder (und Eltern!?) in die Falle gelockt haben. Die Mischung aus “Watership Down” und Power Metal aus Italien allein dürfte aber einige Ohren neugierig stimmen.

Wer dagegen in leichter Kost sein Heil sucht, der wird aus dem Herzen der Republik mit Kraftfutter versorgt. Die Berliner Kombo 1000 Gram zelebrieren auf “Ken Sent Me” eine knappe Stunde einfachen und stringenten Indie-Pop. Hier ist die einsame Maxime: Ohrwurm! Genau das bekommt ihr. Wer Tiefe erwartet, der wird beim metaphorischen Kopfsprung in den Sound-Ozean der Band eine Bruchlandung und wahrscheinlich auch eine (abermals metaphorische) Gehirnerschütterung erleiden. Pure Unterhaltung mit Geschenkpapier und Schnörkel, aber leicht verdaulichem Inhalt.


Feiner Zug. Die Single gibt es im Netz für lau – legal!

Durchaus komplexer gibt sich die Americana-Formation Dakota Suite. Diese ist für melancholische, ja manchmal sogar depressiv anmutende Kost bekannt. Wenn das Sein tatsächlich aus Yin und Yang besteht, dann übernahmen Dakota Suite bisher imme reindeutig Partei für jene Seite, welche die Dunkelheit repräsentiert. Auf der neuen Scheibe “An Almost Silent Life” probiert sich Frontmann Chris Hooson an neu entdecktem Optimismus. Wie üblich geht es gefühlvoll um Liebe, Sehnsucht und die unscheinbaren Dinge im Leben. Anstatt in sonstiger Melancholie zu zerfließen, geben Dakota Suite der Hoffnung diesmal allerdings eine Chance, was dem Sound glücklicherweise keine Tiefe nimmt. Viel mehr wird eine neue Dimension entdeckt, wenn auch noch nicht vollends ausgereizt. Als erster Schritt in eine leicht veränderte Richtung darf “An Almost Silent Life” allerdings angesehen werden.


Lachen und heulen gleichzeitig? Kein Ding! Dafür haben wir ja Chris Hooson und Konsorten

Zum Abschluss möchte ich mich in aller Form entschuldigen, dass ich vor zwei Wochen nicht auf das neu erschienene Deftones-Album hingewiesen habe. “Koi No Yokan” heißt die Scheibe und ist bei mir selbst erst ein oder zwei mal durchgelaufen. Der Ersteindruck ist mehr als positiv und besser als bei den letzten beiden Werken. Ob es ein neues “White Pony” ist, darf bezweifelt werden. Diese Messlatte ist allerdings ein wenig sehr hoch. Als Entschuldigung füge ich dem heutigen Beitrag ein Video Dredgs an. Warum? Weil ich es kann und das Video wunderschön ist. Hört euch die Ohren wund und bis nächste Woche!

NYC – Mindrelic Timelapse from Mindrelic on Vimeo.
Als Bonus diese Woche ein impressionistisches NY-Video mit musikalischer Untermalung der fantastischen Band Dredg

Der neue Ton – live

Man muss die Leser bei der Stange halten. Da ihr jedoch wenig davon habt, wenn ich mit entflammten Kettensägen jongliere oder die Mosel mit der bloßen Macht meiner Stimme trocken lege, muss ein Live-Bericht her. Mit Eindrücken und so. Dabei setze ich auf das Kurzzeitgedächtnis des geneigten Lesers, da sich der neue Ton unlängst erst mit der neuen Muse-Scheibe auseinandergesetzt hat. Jetzt kommt also ein Live-Eindruck zu Muse in München vom 12.11.2012.

Jetzt hat natürlich so jeder seine eigenen Vorlieben bei Live-Auftritten und genau deswegen gehen wir schnell eine kleine Checkliste durch. Muse. Laser-Show. Viel Rauch (Feuer darf ja nicht Indoor). Rundbühne (so halb). Es geht also um die knackigen Bombasten der modernen Konzertkunst. Kein Wunder bei den Wunschvorstellungen des Sängers Matthew Bellamy bezüglich einer gelungenen Bühnenshow. Passend bombastisch war die Musik und schnell wurde auch dem letzten klar, warum Muse schon lange nicht mehr so alternativ und experimentell klingen, wie es auf “Origin Of Symmetry” noch zu vernehmen war. Die Band – und allen voran Kollege Bellamy – liebt das große Spektakel. Für das Wohl eben solcher Spektakel wurde auf dem neuesten Album schließlich auch wild in der Musikwelt gewuchert. Hymnen für Stadien wie die Olympiahalle in München sind das Ergebnis. Und das Ergebnis war am gestrigen Abend mehr als nur zufriedenstellend.


Ein Vorgeschmack auf was euch da live so erwartet…

Die Lichtspielereien samt umgekehrter Bildschirm-Pyramide waren aber nur halb so beeindruckend, wie der Sound des Ganzen. Ich habe in meinem Leben bestimmt erst ein knappes Dutzend Bands auf Konzerten (FESTIVALS NICHT MITGEZÄHLT!) erlebt, aber neben den Klangbastlern von Dredg und einem klasse Stadion-Auftritt Coldplays war das gestrige Konzert das Akustikhoch meines Konzertgängerdaseins. Und dabei stand ich viel zu weit vorne (eher an der Seite), um den bestmöglichen Sound aufzusaugen. Trotzdem waren alle Lieder knackig und auch Kleinigkeiten gingen nie unter Crescendi und Fortissimo verloren.

Inhaltlich lässt sich die Setlist schnell wiedergeben: The 2nd Law + Best Of. Es gab keine außergewöhnlichen Perlen und allein, dass die Band wohl in Zukunft auf die Formel ENTWEDER “New Born” ODER “Stockholm Syndrome” setzen wird, ist ein winzig kleiner Wehrmutstropfen, da es sich um die meiner Meinung nach besten Tracks der Band handelt. Die Hits vergangener Alben zünden dabei natürlich besonders beim Publikum, aber auch die neuen Tracks haben durchgehend für schwingende Massen gesorgt.

Das ist eine kleine Überraschung, da auch Bassist Christopher Wolstenholme eines seiner Lieder zum Besten geben durfte. Auf dem Album sind “Save Me” und “Liquid State” beides lediglich solide Stücke, die ihre Qualitäten nur andeuten. Letzterer Track durfte Live jedoch seine volle Kraft entfalten. Für gute 3 Minuten erlebte man die junge Rockband Muse, welche einfach nur rocken will. Matt Bellamy an der Gitarre abspacken zu sehen und Chris als durchaus souveränen, wenn auch viel weniger theatralischen Frontmann zu erleben, war den ein oder anderen Euro wert.

Kurzum hat in den knapp 2-Stunden einfach alles gepasst. Hier und da ein saftiger Jam (z.B. im Anschluss zu “New Born”. Himmlisch!) und eine Darbietung der Songs, welche die oft samtene Ader der Albumversionen gegen ein erfreulich deftigeres Live-Gewand eingetauscht hat. Für viele Kritiker der Scheiben ist Muse Live weiterhin ein klarer Tipp. Hier rockt die Band noch richtig. Und das Beste: Auch die Band hat eingesehen, dass ihr Track “Unsustainable” OFFENSICHTLICH ein Opener ist!

Aber Lob und Ehre, wem eben diese gebührt. Und da darf die Vorband Everything, Everyhting nicht außen vorgelassen werden. Viel passender kann eine Vorband für Muse gar nicht sein (außer vielleicht Polarkreis 18, wenn sie nach dem mittelmäßigen “Frei” denn irgendwann wieder zurückkehren… besser!). Spätestens mit dem epileptischen “Cough, Cough” haben sich die Indie-Engländer viele Freunde gemacht und füllen in ihrer Heimat schon ganz allein die großen Säle.

Everything Everything – Cough Cough from phil tidy on Vimeo.

Auch München soll natürlich sein Lob erhalten. Schlangen könnten immer schneller vorangehen (besonders an Garderoben!), aber insgesamt ist die Olympiahalle ein schönes Venue für ein Konzert. Angenehme Akustik und eine gewisse Eigenheit der Halle (das Dach habt ihr ja wohl alle schon mal gesehen) gaben dem Abend noch seinen ganz eigenen Charme. Und die Zuschauer waren erfreulich friedlich. Trotz großartiger Stimmung waren die Einzigen Unfälle des Abends der Dehydrierung einzelner Menschen geschuldet. So lob’ ich mir das und kann das Gesamtpaket Muse LIVE 2012 ruhigen Gewissens weiterempfehlen.

 

 

Von Robbie und den Beatles…

Oh, ja! Oooooooooooooooooh, jaaaaaaaaaaaaaa! Mein Gesichtsfeld! Was würde ich kreischen, wenn ich es gut könnte. Ich werde am Mittwoch im Chor die Frauenstimmen bitten für mich im Kollektiv zu kreischen. Jawoll! Er ist zurück! Ich wünschte, dass er mir ein Kind machen könnte. Robbie F. Williams ist wieder da!

Wie? Das interessiert gar keinen mehr? Aber… aber? Was ist aus dem Mann geworden, der als einer der größten Entertainer seiner Generation galt? Jener Brite, der spätestens mit seiner astreinen Interpretation Frank Sinatras auch harsche Kritiker überzeugte? Ja, okay. „Rudebox“ war wirklich scheiße. Man muss es so sagen. Robbie Williams hatte die letzten… nun… gefühlten zehn Jahre eine Durstrecke… Ob ich auch noch wegen neuen AC/DC-Platten ausraste? Nah, nicht wirklich… Ja, ja! Die Reunion mit Take That war nicht gerade ein Zeichen künstlerischer Größe… OKAY! Mann! Frau und Kind! Fuck it! Dann sprechen wir halt über was Anderes!


Zumindest gute Laune macht das Teil…

Der neue Ton

Einen echten Geheimtipp kann man diese Woche zwar nicht abgeben, aber das liegt keinesfalls an schwachen Releases. Ganz im Gegenteil gibt es eine gute Handvoll hörenswerter Musik. Allerdings ist darunter kein triumphaler König auszumachen. Dementsprechend ist die folgende Aufzählung nicht als kompetitiv, sondern als blindwütige Aufzählung zu sehen. Ihr seht also: Same old same old!

 

The Fling – When The Madhouses Appear

Auch wenn der erste Gedanke an House-Pop-Crossover-Bands des letzten Jahrzehnts geht, handelt es sich bei The Flings Album um genau das, was die Indie-Szene derzeitig reihenweise produziert. Ja, toll! Massenware wird euch hier als Tipp verkauft. Nun, kennt ihr denn The Fling schon? Nein? Ha, ha! (Ich hab echt ein Problem mit den Lesern, DIE die Band doch schon kennen!)

Traurigerweise könnte man die Band schon eine ganze Weile kennen. Warum das traurig ist? Weil „When The Madhouses Appear“ schon 2010 hörbar war. Da war die Welle aus Americana, Rock und Pop-Appeal noch auf der Spitze. Jetzt findet man Bands wie The Fling wie Muscheln am Meer und dabei übersieht man leider oft die besten Stücke.

The Fling haben auf ihrem Album aber auch 2 Jahre nach dem ursprünglichen Release noch genug Argumente, um im Sektor des Retro-Rocks mitmischen zu können. Manch einer möchte bei den ganz eingängigen Stücken der Band sogar Vergleiche mit den Beatles und Oasis hervorkramen, aber bevor die Wonderwall of Flame ausbricht und ich als Walross beschimpft werde, gehen wir lieber zur nächsten Band über.


Alles schon mal gehört und trotzdem isses gut!

The Moons – Fables Of History

FUCK! Bei den Moons werde ich auch gerade um Beatles-Vergleiche herumkommen. Es handelt sich ja nur um ein paar Pilzköpfe, die unter anderem „She Said She Said“ gecovert haben. Dann nehme man noch die Single „Jennifer (Sits Alone)“ und der Raum-Zeit-Kontinuum-Vergleich ist perfekt. Ganz so hoch ist die itrate auf „Fables Of History“ allerdings dann doch (noch) nicht, dass man vollmundig von den neuen Beatles reden kann.

Zusammen (also als Vorband) war man für die Beady Eyes unterwegs und dann – ARGH! – müssen wir natürlich auch auf die sehr wahrscheinliche Freundschaft von Oasis- und Moons-Anhängern ausgehen. Aber hey! Für Brit-Pop/Rock-Freunde der 90er ist das eine echt frohe Botschaft. Hier bekommt man genau das, was die pilzköpfige Verpackung verspricht. Also auch hier den Retro-Rotor anwerfen und überall artig lamentieren, dass früher alles besser war.


She said… Sheee saaaid… Hoppla!

…und der ganze Rest

Dieser Eintrag würde dann aber auch kein Ende finden, da qualitativ ähnlich gut, aber aus ganz anderen Ecken der Musikwelt noch viele, weitere Bands zu beachten wären. Zum Beispiel Rebekka Karijord, die auf „We Became Ourselves“ nicht nur textlich philosophisch, sondern insgesamt mit ihrem Jazz-Pop, der den Soul-Damen Adele und Co. ordentlich Konkurrenz macht. Oder eben eine tolle Ergänzung für Menschen mit Hang zur organischer Musik darstellt. Knabenchöre, Jazz-Piano und Streicher… Rebekka lässt sich so einiges einfallen, um den Pop im Jazz nicht zu leicht werden zu lassen.

Und wer auf Experimente nicht verzichten will, aber viel lieber elektronische als jazzige Töne hört, der nimmt sich lieber „Lovestar“ von Janosch Moldau vor. Hier gilt eben gesagtes in Tannenbaumgrün und statt allerhand organischer Spielereien wird hier fast schon besinnlich auf elektrische und Piano-Klänge zurückgegriffen.

Um der ganzen Schmuse-Schose heute allerdings wieder die nötige Kante zu verleihen, soll auch noch kurz auf Cryptopsy selbst betiteltes Album hingewiesen werden, welches so brutal vor sich hin ballert, dass es einem die Schuhe auszieht. Für kompromisslose, aber dennoch irgendwie Melodie verliebte Death Metaler sollte das ganze einen Hörausflug wert sein.


Dieser Mann macht keine Kinderbücher

Für wen auch diese Woche nichts dabei war, dem sei wie immer die Kommentar-Funktion ans Herz gelegt. Wer nicht für seine musikalischen Vorlieben einsteht, der kann auch keinen Blumentopf gewinnen. Um es mit den Worten Farin Urlaubs zu sagen: Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär’ nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

Der Singer/Songwriter-Ton

Kennt ihr das, wenn man überhaupt keine Lust verspürt über neue Musik zu schreiben. Nicht, dass ich der Musik plötzlich den Rücken gekehrt hätte. Aber in den letzten Tagen habe ich wieder Platten aus den letzten Jahren hervorgekramt. Zum Beispiel habe ich mir die letzte Kings Of Leon als MP3-Album besorgt (legal beim Online-Großanbieter meines Vertrauens). Ich hab schon wieder vergessen wie gediegen und ruhig dieses Album ist. Von den wunderschönen Hymnen „Pyro“ und „Mi Amigo“ über all die Stadionrocker der Marke „The Immortals“ habe ich wirklich Spaß mit dem Album. Warum also diese Woche wieder mühsam nach neuer Unterhaltung in Audioform suchen?

 
Wie wäre es denn hiermit, Max?

Caroline Keating: Silver Heart

Verflucht seist du, oh, Liebe zu Singer/Songwriter-Musik meinerseits. Allein nach diesem Video (siehe oben) von Caroline Keating kann ich gar nicht anders, als mich doch um die neuen Schätze der Musikwelt zu kümmern. Der Neuling aus Kanada macht sich großteils ganz allein mit dem Flügel daran die Hörerschaft zu verzaubern. Das macht die Gleichung für potenzielle Hörer aber nicht einfach. Auch wenn Keating scheinbar minimalistisch in der Ausstattung daherkommt, ist ihr Klavierspiel selbst so abwechslungsreich, dass sich nur wenige Tracks direkt miteinander vergleichen lassen. Manch einer wird vielleicht sogar von einer akustisch leichter zugänglicheren Kate Bush sprechen, ich will dagegen einfach nur, dass ihr euch den Namen CAROLINE KEATING dick und fett im Singer/Songwriter-Kalender notiert.

 
Hach ja! Sie werden so schnell erwachsen!

Taylor Swift: Red

Dagegen empfehle ich den nächsten Interpreten nur ganz vorsichtig und mit viel Respekt vor Hatern. Ich hätte selbst nie erwartet, dass ich den Namen Taylor Swift in dieser Rubrik erwähne. Ihr kennt Taylor Swift nicht? Nun, ich kenne sie auch nur über die mitgehörte Klatschpresse und dergleichen hier in der WG. Aber ich weiß sie ist Amerikas Darling, wenn es um „junge“ Country-Musik geht (Außerdem war da wohl mal was mit dem Taylor Dingsbums, der den Werwolf ohne Brusthaare spielt).

Das neue Album „Red“ ist von der Aufmachung ein Wink mit der gesamten dänischen Windkraftanlage, dass Taylor Swift bald 23 wird und eine erwachsene Frau ist. Mit dick aufgetragenem, rotem Lippenstift präsentiert sich Swift selbstbewusster mit ihrem Körper ohne dabei ihre Country-Gemeinde zu verärgern. Dass man hier auch ein wenig freier mit Gesellschaft und Sexualität umgehen kann ist auch ein Verdienst von Shania Twain. Ja, die Frau hat den Karren gewaltig vor besagte Windkraftanlage gefahren, aber auch sie hatte ihre Hochzeiten. Würde Shania heute noch aktuelle Musik bringen, würde sie Taylors „Red“ nicht allzu unähnlich sein.

 
Zurück mit ganz viel Gefühl: Martha Wainwright

Martha Wainwright: Come Home To Mama

Die nächsten beiden Namen muss ich für Genre-Kenner eigentlich auch nicht groß ankündigen. Ebenfalls am 26.10.2012 haben Martha Wainwright und Neil Young neue Alben herausgebracht. Die Schwester von Rufus Wainwright sollte dabei wirklich jedem ein Begriff sein. Wie in ihrer Vorab-Single „Proserpina“ hat sich Martha auf ihrem letzten Album noch mit dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2010 auseinandergesetzt. Wer die Bammel bekommt, dass auch das neue Album „Come Home To Mama“ so niedergeschlagen wird, der hat sich von Frau Wainwright ordentlich in die Pfanne hauen lassen. Abgesehen vom Album-Vorreiter (der wirklich eine wunderschöne Melodie hat) ist das Album stürmisch und aufbegehrend und arbeitet mit einer guten Hand voll Gastmusikern. Leider will mir das Internet noch nicht die Gelegenheit geben euch noch andere Einblicke in das neue Album Martha Wainwrights zu gestatten.

Denkt einfach nur daran, dass auch wenn euch „Proserpina“ richtig gut gefällt, dies nicht der Tenor des neuen Albums „Come Home To Mama“ ist. Hörenswert ist die Scheibe trotzdem geworden, auch weil Wainwright nicht zu viel experimentiert, sondern ihr Heil in eingängigen Melodien sucht.

 
Noch länger als Stefan Raabs berüchtigtes “Wir Kiffen”

Neil Young: Psychedelic Pill

Der Kreis schließt sich dann aber auch wieder mit einem Kanadier. Wie schon angekündigt hat auch Neil Young (schon wieder) neue Musik zu präsentieren. Mit drei Outputs in den letzten 18 Monaten muss man sich fragen, ob Young seinen x-ten Frühling erlebt oder einfach noch mal sein Ruhestandskonto auffüllen möchte. Das Cover-Album Americana (aus dem Juni diesen Jahres!) hat manche einen schon unken lassen, aber was Neil Young auf dem Konzept-Folk-Album „Psychedelic Pill“ auf die Hörer loslässt hat Klasse.

Das 16-minütige „Ramada Inn“ allein ist schon ein Ausdruck Youngs neu gefundener Spielwut. Im Stile Wilcos werden gute Melodien hier bis zur endgültigen Entspannung ausgereizt. Die Rechnung von 88 Minuten, die sich auf zwei CDs mit jeweils nur vier Stücken verteilen, lasse ich euch übernehmen. Young zeigt Zwischendurch-Hörern den Mittelfinger indem er gut 10 Minuten pro Lied einplant und in bester amerikanischer Folkmanier eine hypnotische Melodie nach der anderen raus haut. Zugegebenermaßen wird er vielen die Lust an seiner Musik verderben, weil die Lieder einfach so unglaublich lang sind. Für Autofahrten und beim morgendlichen Kaffee/Tee/Kakao/Glas Milch ist diese Oase aus kernigen Americana-Klängen ein echter Geheimtipp!

Das war’s dann auch schon wieder mit den Tipps dieser Woche. Neue Töne gab es natürlich noch viel mehr und wenn ihr noch ein paar Perlen ausgemacht habt, dann schreibt, kommentiert und lasst die Hölle los! Ansonsten hoffe ich besonders Singer/Songwriter-Freunden ein wenig Futter gegeben zu haben. Zum Abschluss noch ein Bonus weit ab vom Schuss mit der heute veröffentlichten Single von My Chemical Romance, deren letztes Album „Danger Days“ mir sehr gut gefallen hat. Ihre neue, alte Musik scheint zurück zu ihren Wurzeln zu gehen. Bei Interesse: Hört rein!

 
Oft als Emo-Band betitelt, passt das Label heute nicht mehr so astrein

Wunschkonzert auf geteilte Aufmerksamkeit

Das Internet sollte eigentlich Berthold Brechts großen Traum des Radios wahrmachen. Die Rezipienten werden Mitspieler und greifen in das Geschehen ein. Das passiert durch Kommentare und Vorschläge von eurer Seite, die dann allerdings auch konstruktiv sein müssten. Eine Sandburg kaputtzutreten ist keine Kunst, sie wetterfest zu gestalten dagegen schon.

Aus eigenem Hause hat sich Anne endlich mal eingeschaltet und nutzt mein Geschreibsel als Werbequelle für die eigenen Wünsche. Ja, Vorstellungen werden wahr oder erst richtig schlimm, wenn der böse, böse Max seine subjektive Meinung loslässt.

Heute gibt es Lobhudeleien oder eben fest aufs Fressbrett für Love A und Frau Potz, bevor ich noch den ein oder anderen Tipp des letzten Releasetages in Deutschland abgebe.

Der deutsche Ton: Frau Potz und Love A – Zusammen geteilt!

Am 12. Oktober haben die Rookie Records zwei ihrer Pferde zusammen aus dem Stall gelassen. Nicht etwa mit Alben, sondern mit einer Split-Single. Es handelt sich um jeweils eine neue Single der beiden Deutschpunkgruppen, die beide um die zwei Minutengrenze herum für kurzweiligen Spaß sorgen wollen und im besten Fall Appetit auf mehr machen sollen.

Mit ihrem letztjährigen Album „Eigentlich“ haben Love A ein textlich sehr kritisches Album abgeliefert. Weniger auf Härte ausgelegt, sondern auf Alltagsprobleme ausgerichtet ist „Eigentlich“ ein im Garage-Sound aufgenommenes Kurzwerk, welches den Einblick in ein paar junge, unzufriedene Köpfe lieferte. Damit sind sie mit Bands wie den Goldenen Zitronen und Turbostaat in guter Gesellschaft. Besonders mit der neuen Split-Single „Entweder“ gibt es genug Parallelen zu letzteren Turbostaat. Der Sound auf „Entweder“ wurde ordentlich aufgebessert. Das wird Pogo-Punker nerven, tut dem musikalischen Gesamtbild jedoch gut. Der Gesang ist immer noch clever auf Hall gepolt und regt zum Aufbäumen an, wogegen die restlichen Musiker jetzt richtig gehört werden dürfen und der teils sehr verwaschene Sound auf „Eigentlich“ zunichte gemacht wurde.

Ob die Texte beim Hörer zünden, ist letztendlich natürlich die entscheidende Frage, doch zumindest auf musikalischer Ebene reißt Love A mit „Entweder“ gut mit und ist für alle die auch schon Trubostaat mochten eine klasse Alternative.


Für Schreihälse: Keine Sorge! Mit dem Chorus wird auf die Kacke gehauen!

Frau Potz haben sowieso noch viel weniger Grund sich zu verstecken. Mit mehr Gitarrenwänden und Geschrei im Gesang und – ja, das klingt jetzt negativ für Love A – nicht ganz so anschmiegsam. Frau Potz wissen genau, dass sie einem im Zweiminutentakt die Ohren zuballern wollen mit ebenfalls kritischen Texten, aber eben auf musikalischem Wumms dahinter. Da sind Love A im Vergleich fast schon künstlerisch und zurückhaltend. Aber es ist ja auch eine Kunst heute noch den Punk auf den Punkt zu bringen. Und dieser setzt sich dann eben mit Alltag, Kultur und wenn wir Glück haben auch mit Politik auseinander. Für die ersten beiden Kategorien bewerben sich Love A und Frau Potz in einer Weise, die zumindest meine Daumen nach oben schnellen lässt.

Der große Ton: Turbostaat und Trail Of Dead

Da lassen sich jetzt natürlich noch wunderbar Referenzen verwursten. Da wäre eben die deutsche Alternative Turbostaat, die man auf dem Zettel behalten sollte. Die neue Platte ist laut Band bereits fertig aufgenommen und bearbeitet. Jetzt heißt es Warten auf das grüne Licht seitens der Plattenfirma. Warum mülle ich euch jetzt damit zu, wenn ich sowieso in der (hoffentlich) nahen Zukunft ihr neues Album (hoffentlich) in höchsten Tönen loben werde? Nun, es passt gerade unglaublich gut in den Kram dieser Punk zentrierten Ausgabe.

Frau Potz und Love A sind weitere Belege dafür, wohin sich der Punk in Deutschland entwickelt und entwickelt hat. Gerade der Punk ist schließlich ein Genre, welcher unter einer großen Identitätskrise leidet. War früher blankes vor den Kopf stoßen noch ein probates Mittel zur Gesellschaftskritik nimmt man solche Kindereien heute nur noch selten ernst. Destruktiven Punk will heute in der Musikszene (eigentlich) keiner mehr. Ideen und Kritik werden einfach anders wiedergegeben als noch zu Zeiten der Sex Pistols und das darf man durchaus als positiv bewerten, wenn man die bisher genannten Vorbilder betrachtet. Sich den Frust und die Wut von der Seele singen geht bei Turbostaat und Konsorten aber auch heute noch genau so gut wie vor 40 Jahren.


Turbostaat-Fans gibt es in allen Formen und Farben. Sehr schön!

In Amerika hat der Punk zur Zeit eigentlich sogar Revivalpflicht! Schließlich gibt es wieder quietschbunte Schlammschlachten im TV, die den besten Streithahn an die Spitze eines der mächtigsten Länder der Welt setzen soll. Neben Propaganda at it’s finest zeigen sich komischerweise in diesem Vierjahresrhythmus die unsagbarsten menschlichen Abgründe, die man sich so vorstellen kann. So wissen wir jetzt – dank den größten der amerikanischen Denkern – dass Frauen durch Vergewaltigungen gar nicht schwanger werden können und nur weil man letzte Woche eine Meinung hatte, man Konkurrenten später für eben diese Einstellung nicht angreifen kann. Freedom of Speech beinhaltet scheinbar auch die Freiheit so viel gequirlte Exkremente aus seinem Mund tropfen zu lassen, wie man möchte.

Dementsprechend haben sich And You Will Know Us By The Trail of Dead in ihrem neuen Video über übliche Weisheiten aus der Politik ausgelassen und ziehen stereotypisch über ihre politischen Feindbilder her. Das schließt auf ihrem neu erschienenen Allbum „Lost Songs“ auch Russland und den Pussy-Riot-Fall ein und ist seit ihrem schroffen Album „Madonna“ ihr erstes Werk, das auf Kunstgriffe großteils verzichtet und wieder auf hallendes Geschrei und viele, schnelle und laute Gitarren setzt. Ehe wir es uns versehen wird Punk wieder Mainstream!


Ungewohnt laut und politisch

Der flexible Ton

Wer so gar keine Böcke auf Punk hat, der wird erleichtert sein, dass natürlich auch in anderen Sparten wieder gute Musik aufkommt. Seit langer Zeit nehme ich es mir mal wieder heraus ein wenig Metal zu empfehelen, auch wenn mein Metal-Horizont nicht der Weiteste ist. Man bemüht sich eben. Mehr als nur bemühen tun sich Mob Rules mit „Cannibal Nation“, die nach 13 Jahren noch immer nicht genug haben. Vielleicht sind sie einigen mit ihrem Melodic-Einschlag auch gar nicht mehr hart und schroff genug und nur deswegen kann auch ich etwas mit ihnen anfangen.

Noch viel mehr in Richtung Melodie gehen Menomena, die nach ihrem schwächeren Album „Mines“ auf „Moms“ wieder größer, besser, schneller und weiter in Sachen Musikhorizont wirken und so vielschichtig ihren Rock mit Hilfe vieler verschiedener Stile zu einem nahezu unbeschreiblichen Rock-Erlebnis machen. Wer Hang zu leichterer Prog- und tieferer Indie-Musik aufweist, sollte sich Hörproben antun.

Zum Abschluss soll noch Ryan Bingham mit „Tomorrowland“ erwähnt werden, damit ich ein wenig Americana-Feeling und Singer/Songwriter-Musik im Programm habe. Da bleibe ich mir treu, da das bestimmt auch irgendwo Punk ist. Aber Schluss mit den Späßen und dem neuen Ton für diese Woche. Hört schön rein und bei Wünschen, Kritik und Sonstigem ist die Kommentarfunktion schon jetzt ganz heiß auf euch!


Die Kunst einen Beitrag mit einem Ohrwurm zu beenden

Von den ewigen Weiten des Pop

Bringt eure Töne raus! Bringt eure Töne raus! Schmeißt alles raus, was sowieso nicht mehr besprochen werden muss. David Garrett? Bah! Natürlich weiß der Mann was er macht! Aber wenn er zum gefühlt zehnten Mal die Pop-Hits der letzten Jahre seinem Geigenspiel anpasst, dann verliert es seinen Reiz darüber zu berichten.
Auch wird es für mich langweilig, wenn Placebo zum ebenfalls ungezählten Mal ihren stark elektronisierten Rock auspacken. Ja, die neue Vorzeige-Single „B3“ klingt wieder mehr wie früher (“Sleeping With Ghosts”) und nicht so unsagbar enttäuschend wie „Battle For The Sun“. Aber hier stellt sich die Frage, ob Placebo noch mal irgendetwas neu in ihrer Karriere machen werden. Wenn nicht, dann muss man sich auch nicht groß umdrehen. Die Aktien stehen klar. Mögt ihr Placebo, dann sollte die neue Richtung auch den meisten Alt-Fans wieder schmecken. Ansonsten lasst mich bitte mit dieser nasalen Stimme in Frieden.


Aus erlesenen Quellen weiß ich, dass Placebo immer noch nicht so gut wie auf “Black Market Music” klingen

Und Lena (Meyer-Landrut)… äääääh… ja. Ja, sie klingt nicht mehr wie auf ihren ersten beiden Alben. Vielleicht macht sie diesmal auch kluge Bögen um Stefan Raab und Til Schweiger, um nicht bloß das kleine Anhängsel zu sein. Nur zu dumm, dass die junge Frau (wie viele Sängerinnen zur Zeit) auf den Adele-Zug aufspringen wollen, die mit „Skyfall“ die Traditionen von bestenfalls durchschnittlichen Auftragsarbeiten ebenfalls fortgesetzt hat.
Und nein, es ist nicht so, als würde ich die Musik von Adele und auch Amy Winehouse verteufeln. Es ist nur so, dass der gute, alte Kopierkapitalismus dieses Genre einfach wieder bis zum erbrechen ausgereizt hat. A Fine Frenzy ist zudem ein name, den ihr euch ins Gedächtnis Kurzzeittätowieren solltet, wenn ihr solche Musik trotzdem noch mögt und nach Ausreißern nach oben Ausschau haltet. Die junge Frau gibt sich auf „Pines“ wirklich Mühe noch die ein oder andere Neuerung einzubringen, klingt am Ende aber auch nicht viel anders als besagte Damen… was ja nichts partout Schlechtes ist.


Bok-Bok! It’s Alive! Seth Green’s Robot Chicken gucken und verstehen!

Der Ton der Alternative

Den sichersten Abstand zu den souligen Damen dürfte ein echter Klassiker herstellen. Fool’s Garden sind zurück und pfeifen (scheinbar) auf ihren One-Hit-Status. Im Ernst, kennt jemand noch ein zweites Lied nach „Lemon Tree“, das einem im Kopf hätte bleiben müssen? Ohne großartige Formel kehren zwei der vier Originalmitglieder mit neuer Verstärkung und als Fools Garden (ohne Apostroph) zurück.
Dabei geht es nicht darum den Überhit von 1995 wieder neu zu erfinden, sondern einfach nur der Liebe zur Musik zu huldigen. Ihrem Alter entsprechend geben sich Fools Garden jetzt mehr langsame, akustische Töne. Das Gros auf „Who Is Jo King?“ sind Balladen, die den Hörer sanft an den Tisch oder noch besser aufs Sofa bitten und zu angenehmem unaufgeregtem Hören einladen.

Wer lieber dem heutigen Mainstream huldigt, der darf sich „The Script“ notieren. Inzwischen sollte man The Script kennen, die mit ihrer – für viele Menschen unsäglichen – Mischung aus Soul/Hip-Hop und sanftem Pop/Rock ihr kleines Nest im seichten Sektor erobert haben. Zwischen Coldplay, Keane und den amerikanischen Pendants machen es sich The Script auch mit „#3“ wieder äußerst bequem da ihr unorthodoxer Ansatz oftmals frischer wirkt, als die oft eingespielten Hymnen der großen Bands. Und wer Pop-Musik mag, der muss sich (leider) eingestehen, dass die neue Platte einfach nur verdammt eingängig ist. Jetzt muss man nur noch diese Mischung aus Soft und Pop/Rock mögen. Vielleicht werden The Script ja noch zur Antwort für manche Jimmy Eat World-Fans.


Einmal das ganze Menü zum Antesten, bitte

Für die ganz harten (Pop-Fans) gibt es dann noch Sea+Air, die auf „My Heart’s Sick Chord“ bittersüß Folklore und Pop-Musik der letzten Jahrzehnte verbinden. Vom Glockenspiel bis zum verwegenen Streicher kommt hier alles zusammen und wird mal majestätisch orchestral, dann intim im Stil der Kammermusik oder eben mit Wave-Sounds verbunden und dargeboten. Das liest sich super und stolpert überraschenderweise auch gar nicht so sehr, wie man vielleicht erwarten würde.
Und ja, ich weiß. König-Pop regiert diesen Beitrag ziemlich. Das liegt an meinen Quellen und teilweise auch an meinen Hörvorlieben, aber insgesamt ist es ein breites Spektrum… (Ja, an Schrott, du Mongo!)
Ach, wem machen wir was vor. Wer aus der letzten Woche frischen Pop will, der liest den neuen Ton. Alle anderen fragen ihren Arzt und Apotheker.


Kenner wissen und genießen…

Von Bands, die auszogen, uns das Fan sein zu lehren

Für alle die sich noch nicht von der Musik-Flut letzter Woche erholt haben, gibt es frohe Kunde! Diese Woche werde ich nur zwei Alben mit euch näher unter die Lupe nehmen. Vorboten des guten Geschmacks und die Nachwirkungen von Massenhysterie.

Ja, heute gehen wir voll in den Hauptstrom und hoffen, dass wir dabei nicht kentern. Wenn zwei solch Karriere technischen Hochdruckgebiete aufeinanderprallen, dann kann man schon mal mit Erdbeben rechnen. Das macht zwar absolut keinen Sinn, klingt aber gut.

Der neue Ton muss diese Woche klären, ob Green Day mit ihrem neuen Album einfach nur zurück zu ihrem musikalischen Plaza Uno zurückgekehrt sind und Muse mit mit DubStep und viel Retro um Absolution für das durchwachsene „The Resistance“ bitten. Die Wortspiele erklär’ ich nicht, dafür aber was die beiden Schwergewichte da auf CD/Vinyl gepresst und als mp3 ins Netz gestellt haben.

 

Green Day – Ein neues „Dookie“ oder nur ein Haufen Elend?

Green Day haben ihr lang erwartetes „¡Uno!“ letzten Freitag offiziell released, nachdem das Album schon einige Tage per Stream im Netz herumgeisterte. Und die Pressestimmen überschlugen sich. Während der Rolling Stone schon mehrere Male das Cover mit Billie Joes Gesicht von diversen Flüssigkeiten befreien musste, gaben sich nicht wenige andere Stimmen eher verhalten.

Und sagen wir es gleich vorneweg. Green-Day-Alben nach der Hysterie um „American Idiot“ bzw. einer inzwischen ein Vierteljahrhundert andauernden Laufbahn zu schreiben macht so viel „Spaß“, wie über Religion und Politik zu diskutieren.

Dementsprechend nichtssagend sind Aussagen über die Single „Kill The DJ“. Green Day versuchen sich an tanzbarer Disco-Rock-Musik, wie wir sie von Franz Ferdinand kennen. Brav in der Mitte teilen sich die „Experten“ des Musikjournalismus und feiern die gelebte Freiheit der Band und ihrer Spielfreude, während andere das lahme, unpassende Werk als Ausfall verteufeln.


Die GEMA scheint das Lied zu mögen!

Frei nach dieser Vorlage sollt ihr auch bei meiner Meinung ganz stark nachdenken, ob meine Worte überhaupt an euch gerichtet sind oder sein können. Ich bin kein Green-Day-Fan. Für mich sind sie einfach bloß eine große Band mit viel Erfolg, die ein paar sehr gute Ohrwürmer kreiert hat. Als Kritiker sehe ich die Rockopern „American Idiot“ und „21st Century Breakdown“ und muss natürlich sagen: Das ist zu wenig. Ob die Band Spaß haben wollte oder nicht, muss bei einer Kritik einfach auch hinten angestellt werden müssen.

Außer das Mr. Armstrong weiterhin feucht fröhlich das Wort Fuck durch den Raum schmeißt wie kein anderer ist Green Day (für mein Ohr) handzahm geworden. „Nuclear Family“, „Loss Of Control“ und „Angle Blue“ gehen alle schön ins Ohr, aber für Rockgefühle und Power sorgen die nicht. Allein „Let Yourself Go“ bringt den gemeinen Rockerkopf noch zum Nicken. Ansonsten heißt es brave, wenig abwechslungsreiche Kost, die leicht ins Ohr geht, aber wahrscheinlich nicht allzu lang vorherrschend bleiben wird.

Die Rückkehr zu den Hits voriger Alben wird bald stattfinden, da dem Album schlichtweg die Posterboys (und -girls) fehlen. Warum sollte man „¡Uno!“ hören? Ich weiß es nicht. Es ist kein schlechtes Album, aber das Gefühl in der Magengrube nach dem Hören ist auch kein gutes, wenn ich an Green Days viel größeren Werke der Vergangenheit denke.

Deswegen erwarte ich auch gar keine Abwärtsspirale wie manch anderer mit den noch folgenden Alben „¡Dos!“ und „¡Tré!“, sondern einfach nur weitere Durchschnittskost mit ein paar netten Liedern und ein paar vergessenswürdigen Nummern. Vielleicht reicht es bei drei Alben mit knapp vierzig Songs ja für den EINEN Song, der diese Trilogie auch für die Zukunft wichtig macht. Auf „¡Uno!“ ist ein solcher Song noch nicht zu finden.


Nichts Neues, aber immer noch gut. Die Krux des neuen Albums

Muse – Wird die erwartete Überraschung wieder langweilig?

Auch „Black Holes & Revelations“ musste schon Prügel einstecken. Die Überraschung sei Programm geworden und Muse zu beschäftigt mit den Ideen, um noch große Songs zu machen. Recht sollten die Kritiker großteils behalten, da „The Resistance“ den qualitativen Tiefpunkt der Band darstellte. „Uprising“ und „Undisclosed Desires“ hat man noch im Kopf, aber der Großteil des Albums hat schlichtweg keine Nachhaltigkeit bewiesen. Das Album war dementsprechend ein kurzes Vergnügen, dass im dreiteiligen Ende des Albums allein Matt Bellamys musikalisches Können untermalte.

Auch Muse sind jetzt schon über eine Dekade unterwegs und ähnlich wie bei Green Day erwartet und will man doch gar keine Revolution mehr, sondern einfach nur gute Musik. Muse, das sind krachende Gitarren, eine himmlische Stimme und hypnotische Melodien. Dazu kommt seit geraumer Zeit eine offene Liebe zu Einflüssen der letzten 20 Jahren, was nicht selten zu Queen-Vergleichen führt.

Der Olympia-Song „Survival“ und die Single „Madness“ haben erste Eindrücke verschafft und diese waren und sind gemischt. „Survival“ zeigt zwar, dass die Band noch laut werden kann, aber in erster Linie kunstvoll sein will. Mir hat das wahnsinnig gut gefallen, aber viele Fans aus „Origin Of Symmetrie“-Zeiten werden enttäuscht sein.

„Madness“ hingegen ist die moderne Neuauflage von besagter Mainstream-Single „Undisclosed Desires“ und wird sich ebenfalls über einige Jahre gut halten. Allerdings fehlt die Originalität. Dass Muse solch einen Song herausbringt, war irgendwie fest eingeplant.


London nach Olympia… von wegen alles unter Kontrolle

Was bietet nun also das Album „The 2nd Law“? Zwei Tracks gesungen vom Bassisten, DubStep (der in „Madness“ und dem Album-Trailer bereits angekündigt wurde) und viele Liebesbekenntnisse an eine Zeit in der A-Ha, Queen und David Bowie groß waren.

Diese Retromania spiegelt sich glücklicherweise abwechslungsreich wider und reicht vom Godzilla-Opening „Supremacy“ (höre nur ich die Ähnlichkeit?) über die altbackene Slide-Gitarre im groovigen „Panic Station“ bis zum U2esken (das Wort sollte ich patentieren lassen) „Big Freeze“.

Der Peter Gabriel in mir freut sich und findet allein in diesen drei Liedern große Unterhaltung. Als Bonus gibt es dann noch die astreine Brit-Pop-Schnulze „Explorers“ aus feinstem Klangzuckerguss. Das ist ein Schlag ins Gesicht für jene, die nach heftigen Rockern, aber für Liebhaber abwechslungsreicher Musik ein Segen. So gehen die ersten 9 Lieder wie im Flug vorbei, bevor das Album seine Schwachstelle erfährt.

Die Lieder von Christopher Wolstenholme (Bass) sind musikalisch und eben auch stimmlich auf B-Seiten-Niveau. Das bedeutet bei Muse noch nichts allzu Schlechtes, doch so recht ins Gesamtbild wollen diese Songs nicht passen. Auch wenn „Save Me“ und „Liquide State“ als Therapie für Wolstenholme (hatte Alkoholprobleme) als sehr vernünftiges Zeichen seitens der Band gewertet werden dürfen, will die Musik nicht zünden.

Zum Abschluss noch programmatisches Problem. „The 2nd Law: Unsustainable“ hat im Vorfeld des Albums für Sorgenfalten gesorgt. DubStep und Muse? Nach „Follow Me“ wissen wir, dass das im richtigen Maße sehr gut funktionieren kann. Die klassische Overtüre in „Unsustainable“ ist ein Ohrenschmaus zusammen mit den eco-politischen Endzeit-Nachrichten, die in den DubStep-Teil münden. Nur für knapp vier Minuten weiß dieser Song nicht genug Tiefe mitzubringen. Anstattdessen hätte der Track erstens eine Minute kürzer sein sollen und zweitens das Album eröffnen sollen.

So stehen die beiden recht instrumentalen Stücke zum Abschluss des Albums allein da und geben nicht notwendig ein zusammenhängendes Bild ab. Als hübscher Bilderrahmen für ein Album auf dem wieder alles beim Alten mit vielen Neuheiten ist, wäre das genauso vorhersehbar wie passend gewesen. Muse sind mit diesem Album wieder auf dem aufsteigenden Ast, wirken ungezwungen und lassen eine niemals langweilige Zukunft erhoffen.


Nicht viel länger als hier hätte der Song sein sollen

Was sind eure Lieblingstracks? Ist vielleicht doch ein neuer Green-Day-Song von Bedeutung? Traut euch was und gebt euer Urteil ab, denn über Musik lässt sich herrlich streiten.

Ich bin einfach nur froh für den GD-Block, dass er nicht vom Neuwerk enttäuscht ist. Aus dem Fanlager kenne ich inzwischen genug Stimmen, die mit dem Album zufrieden sind.

Dass auch Muse nicht Kritik frei davonkommt, war im Vornherein klar. Let the Shitstorm begin!

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