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DARTH MAUL – Apprentice: Fanfilm-Verzweiflung

Ein deutscher Fanmade Film macht zur Zeit die Runde. Das besondere sind nicht nur die gut sechs Millionen Clicks, die der Film zurzeit auf Youtube hat, sondern auch die positive Presse, die er in Deutschland und anderen Teilen der Welt bekommt. Hier ziehen international Menschen ihren Hut, was vor allem dem fast schon professionellen Look des Films zuzuschreiben ist.

Und ja, vorweg möchte ich festhalten: Der Film ist visuell und technisch beeindruckend. Das Make-Up, die Stunts und die Visual Effects – obwohl es sich dabei um das Projekt eines Filmstudenten handelt, gibt es nur wenige Momente, in denen direkt auffällt, dass es sich nicht um einen professionellen Film handelt (klammert man* die Qualität des Schauspiels einmal aus). Um zu verdeutlichen wie schwer das ist, muss man* nur die Zahl der Leute erwähnen, die (in der Mehrheit ohne Bezahlung) ihre Energie in das Projekt gesteckt haben. Es sind um die 70.

Die Story des Kurzfilms ist schnell erzählt. Hauptsächlich handelt es sich um eine lange Actionszene auf einem Waldplaneten. Mehrere Jedi kämpfen mit dem Sith Darth Maul und sind heillos überfordert. Und hier zeigen sich sofort die Schwächen des Films. Letztendlich ist es nur die Schönheit der Bilder, die lobenswert ist. Geht man* auf die inhaltliche Ebene, sieht es ganz anders aus.

Stunts, Stunts, Stunts und mittelgutes Schauspiel

Die gezeigten Figuren sind eine einzige Ansammlung von Stereotypen. Der alte weise Jedi-Meister (Mathis Landwehr aka der Obi-Wan-Kenobi-Gedächtnis-Cast), die junge unerfahrene Padawan (Svenja Jung), drei Jedi, die hauptsächlich da sind, um cool zu kämpfen und eine Togruta, deren einzige Funktion es ist, ihr tolles Kostüm zu zeigen. Kein Wunder also, dass sie als erste stirbt. In so einem Cosplay-Kostüm lässt es sich schließlich nur schwer kämpfen.

Auch Darth Maul, der eigentliche (Anti-)Held des Films (wenn man dem Titel des Filmes folgt), macht keine Charakterentwicklung durch, die sich irgendwie nachvollziehen lässt. Hauptsächlich sieht er gut aus (im Sinne eines tollen Kostüms), guckt böse und kämpft viel.

Image by Sam-Cat

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Natürlich werden auch viele Lichtschwerter geschwungen.

Blendet man die schicken Effekte und das tolle Make-Up aus, dann bleibt am Ende eine furchtbar langweilige Geschichte übrig, die wir schon tausend Mal gesehen haben: Der*die überforderte und eingeschüchterte Schüler*in, die am Ende seine*ihre Angst überwindet. Das Problem ist  nur, dass diese Geschichte nur dann funktioniert, wenn die Figur am Ende ihren Mut zeigen kann. Leider funktioniert das aber nicht, wenn sie für ein paar Minuten kämpft, um dann einfach zu sterben. Der Story hilft zusätzlich nicht, dass die Kämpfe zwar toll aussehen, die schauspielerische Leistung aber zu wünschen übrig lässt.

Sicherlich ist das zum einen dem Genre des Kurzfilms zuzuschreiben, das generell weniger Zeit hat, Charaktere zu entwickeln. Zum anderen muss man* aber auch ganz eindeutig sagen, dass das Typecasting (z.B. bei Mathis Landwehr) es nicht besser macht. Die einzigen zwei Figuren, die der Film Protagonist*inn*en nennen kann, sind der Jedi-Meister und seine Padawan. Und die sind, ähnlich wie Konzeption der Actionszenen in erster Linie ziemlich 0815. Ich betone noch einmal, dass sie dennoch visuell schön umgesetzt und technisch aufwendig gestaltet sind, aber auf der inhaltlichen Ebene fehlt einiges, um dem Film wirklich “Größe” zu verleihen.

Ein Problem folgt dem anderen

Gerade bei der Figur der Padawan ergeben sich aber noch weitere Probleme. Denn auch wenn sie in erster Linie, dem schon genannten ängstlichen Held oder Heldinnen (gepaart mit dem Lehrlingsaspekt) entspricht, verbindet sich dieses noch mit negativen Erzähltraditionen von Frauenfiguren. Denn sie erfüllt alle Klischees, die es für weibliche Charaktere im (Action)film gibt. Sie ist diejenige, die den Kampf plötzlich unterbricht um Mitgefühl zu zeigen. Sie  muss mehrmals gerettet werden. Und die meiste Zeit ist sie einfach nur hilflos und überfordert. Ihre Schläge und Attacken gehen oft ins Leere. Sie wird oft zurückgeworfen und ist dann mehrere Momente gar nicht Teil des Kampfes. Viele diese Momente könnten durch eine Story erklärt werden, aber diese fehlt leider und dadurch werden sie zu bloßen Tropes.

In Ergänzung dazu werden auch visuelle Stereotype wiederholt, zum Beispiel sehen wir nur bei den Männern die tödlichen Wunden durch die sie sterben (wenn auch nicht bei allen). Das mag dem Budget des Films geschuldet sein – immerhin braucht man für den Tod durch Lichtschwert visuelle Nachbearbeitung – fügt sich aber leider in die Tendenz des Filmes ein.

Image by DAVID HOLT

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In Deadpool wird das Thema Gewalt gegen Frauen (in Kampfszenen) ebenfalls thematisiert. Doch obwohl es explizit angesprochen wird, findet auch dieser Film keine ideale Lösung.

Auch wenn es sich bei der Figur um die Darstellung eines Padawan handelt, ist das keine Entschuldigung sie so inkompetent darzustellen, dass man* sich fragt, warum sie es überhaupt so weit geschafft hat. Im Gegensatz zu ihren Mitstreitern (die andere weibliche Figur ist durch ihren frühen Tod nicht wirklich nennenswert) wird sie eindeutig anders behandelt. Von Anfang an ist es klar, dass sie die Schutzbedürftige ist. Sie soll nah beim Meister bleiben und wird aufgefordert wegzurennen. Fairerweise muss gesagt werden, dass dies auch mit ihrer Funktion innerhalb der Jedi-Hirachie zu tun hat, aber Filme wie dieser verdeutlichen, dass es eben einen Unterschied macht, wenn es von Frauen oder Männern dargestellt wird. Das wird auch dann deutlich, wenn Darth Maul ihr eine Ohrfeige gibt (Minute 6:39, und wie die coolen Kids sagen: BITCH SLAP!). Auch wenn das nur ein minimales Detail darstellt, fügt es sich ein in die Tradition, in der mit Frauen anderes als mit Männern gekämpft wird.

Guter Grundgedanke, falsche Umsetzung?

Ich will Shawn Bu, dem Macher des Films, überhaupt nicht unterstellen, dass er einen schlechten Frauencharakter schreiben wollte. Aber ich werfe hier eine fehlende Tiefe der Story und eine mangelnde Sensibilität bei der Charakterentwicklung vor. Vielleicht war hier sogar die Intention eine starke Frauenfigur zu zeigen. Aber wie bereits erwähnt, funktioniert das nur, wenn man* der Figur die Möglichkeit zu wachsen gibt und sie nicht eine gefühlte Minute nach dem Beginn des entscheidenden Kampfes sterben lässt.

Am Rande sei außerdem erwähnt, dass die Darstellerin Sevenja Jung die einzige war, die Schwertunterricht nehmen musste. Was man ihrem Schauspiel leider ansieht. An dieser Stelle wäre es interessant gewesen zu wissen, ob es nicht eine weibliche Stuntfrau gegeben hätte, die diese Rolle besser besetzen hätte können. Denn mit Mathis Landwehr als Jedi sind auch durchaus bekanntere deutsche Stuntmänner in dem Film vertreten. Auch wenn das schauspielerische Niveau bei allen ungefähr gleich ist, ist es letztendlich der Qualitätsunterschied in den Kampfszenen, der die kritisierten negativen Aspekte unterstützt.

Image by P.O. Arnäs

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Ich könnte mich den ganzen Tag nur durch Fanart und -filme klicken.

All das zu sehen macht mich traurig. Traurig, weil ich als Star-Wars-Fan nichts lieber als gut gemachtes Fanmaterial sehe. Aber ich hab von langweiligen Aneinanderreihungen von Stereotypen so die Schnauze voll. Das alles haben wir schon hundert mal gesehen. Noch mehr gehen mir aber solche Frauenfiguren auf den Geist, die nur leere Hüllen und Trägerinnen billiger Emotionen sind. Dabei hat Star Wars VII gezeigt, wie man* es richtig machen kann.

Dennoch ist der Film visuell wirklich gut gemacht. Und wer ihn dafür loben möchte, dem werde ich keinen Vorwurf machen. Und auch ich ziehe den Hut vor so viel Engagement und Einsatz und dem technisch einwandfreien Endergebnis. Aber ich finde es wichtig das Medium Film immer als Ganzes zu bewerten. Denn es sind eben nicht nur bewegte Bilder. Es sind Bilder, die Geschichten erzählen wollen und sollen. Und als Filmfan bleibt mir deshalb nichts anderes übrig als auf dieser Ebene Kritik zu üben.

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Von Hamburg nach L.A. – Die Oscars 2016

Die Oscars sind vorbei und ich muss sagen: Hut ab. Nach vielen Jahren der Enttäuschungen, hat es sich endlich mal wieder gelohnt sonntags die Nacht durchzumachen. Nicht etwa, weil alle meine Favoriten gewonnen haben, sondern weil es die politischsten Oscars waren, die ich je gesehen habe.

Es ist nicht unbedingt neu, dass die Presiverleihung mit politischen Themen auffällt. Besonders bei Filmen wie Philadelphia oder Milk gehört es (zwingend) dazu, dass die Gewinner*inn*en den Moment nutzen, um die in den Filmen kritisierten Diskriminierungsstrukturen  zu kommentieren und damit zur Besserung aufrufen. Ein klassisches Beispiel dafür wäre z.B. die Rede der Produzenten von Spotlight dieses Jahr, die berechtigter Weise darauf hingewiesen haben, dass auch heute noch Kinder von Mitgliedern der katholischen Kirche missbraucht werden.

Das besondere dieser Verleihung war ohne Zweifel Chris Rock, der nicht nur in seinem Eröffnungsmonolog auf die #OscarsSoWhite-Debatte verwies, sondern das Thema über die gesamte Preisverleihung streckte. Unterstützt von präsentierenden Schauspieler*inn*en wie Kevin Hart, kann man ohne Widerspruch festhalten: NIEMANDEN konnte entgehen, dass die größten Filmpreisverleihung der Welt ein immenses Problem hat, wenn es um die Repräsentation von Diversity im Allgemeinen (dazu gehören z.B. auch Frauen* hinter der Kamera, genauso wie transsexuelle Kunstschaffende) und um People of Color im Speziellen geht. Fast jede Minute, in der nicht Filme vorgestellt oder Nominierte ausgerufen wurden, lebte von #BlackLivesMatter und #OscarsSoWhite.

Ich hatte dieses Jahr das Privileg die Verleihung in einem der schönsten Kinos Hamburgs zu sehen und es war eine tolle Erfahrung. Nicht nur weil das Team im Savoy (Vorsicht Werbung: wenn ihr jemals in Hamburg seid, geht ins Savoy!) unglaublich bemüht war und Kaffee aufs Haus angeboten hat, sondern auch weil ich das erste Mal in den Genuss kam die Oscars mit einer Gruppe von Menschen zu sehen, die nicht meine Freund*inn*en waren. Da es sich bestimmt um fünfzig oder mehr Personen handelte (ich bin unglaublich schlecht im Schätzen von diesen Dingen), kann ich davon ausgehen, dass nicht alle meine politische Überzeugung teilten. Es war interessant zu beobachten, wie die beiden amerikanischen (weißen) Männer vor mir immer weniger lachten, je mehr Witze Chris Rock über den Rassismus Hollywoods riss. Oder wie still sie wurden, als Lady Gaga sich für die Opfer von Vergewaltigungen stark machte. Auch als Sharmeen Obaid-Chinoy ihren Oscar gewann und Sisterhood zelebrierte wie kaum eine andere Frau in den letzten Jahren, schien nicht das komplette Publikum im Kinosaal diesen Moment genauso zu feiern wie ich.

Und hier zeigt sich das Problem, wenn Normen angegriffen werden. Viel zu oft, wenn die Kamera auf die vielen weißen Schauspielenden schwenkte, schien man den Eindruck zu haben, dass mehr für die Kameras gelächelt wurde. Insbesondere Silvester Stallones fast schon entnervtes Kopfschütteln bei Rocks Witz über die unrealistische Darstellung der Welt des Boxen im Rocky-Franchise zeigte, was der Host meinte als er sagte: Die Oscars sind sorority racist. Denn letztendlich musste sich das weiße, liberale Amerika die ganze Zeit gedanklich mit dem afro-amerikanischen Teil seiner Gesellschaft auseinander setzen und kam damit doch am aller Besten den Spiegel vorgehalten. Nur so kann Außenstehenden auch nur ansatzweise vermittelt werden, wie es sich anfühlen muss, ein*e nicht Weiße*r in den USA zu sein.

An dieser Stelle sei aber auch gesagt, dass es nicht nur der Inhalt war, der überzeugte, sondern genauso die Inszenierung der Veranstaltung. Die Kameraführung und das Setting haben viel dazu beigetragen, diesem Jahr ein besonderes Gefühl zu vermitteln. Hier und da blieb es dennoch etwas holprig: Die Musikauswahl war manchmal etwas fragwürdig, wenn die Präsentierenden in die Bühne betraten und auch das Einblenden von vorher eingereichten Dankeslisten der Gewinner funktionierte nicht wirklich. Dennoch gelang es den Menschen hinter der Kamera die Oscars klassisch aber nicht zu verstaubt zu präsentieren.

Sei es die starke und wichtige Laudation des Vize-Präsidenten der Vereinigten Staaten auf Lady Gagas Performance, in der er sich explizit gegen #slutshaming und #victimblaming ausgesprochen hat oder Leonardo DiCaprios Dankesrede, in der er auf die globale Erwärmung aufmerksam machte: Die Oscars 2016 haben gezeigt, dass selbst kommerzielle Veranstaltungen dazu genutzt werden können wichtige, gesellschaftliche Missstände ins Rampenlicht zu rücken. Natürlich war nicht alles perfekt. Rocks Witze über asiatische Kinderarbeit waren nicht wirklich zielsicher und es wäre schön gewesen, wenn er ab und zu versucht hätte deutlich zu machen, dass nicht nur Afroamerikaner*inn*en, sondern auch andere Minderheiten unterrepräsentiert sind. Auch was Sexismus betrifft, hat sich der Host nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Aber alles in Allem waren dies für mich die besten Oscars seit langer, langer Zeit (die einzige Show. die ich live gesehen habe und mir ähnlich im Gedächtnis blieb war das Jahr mit Hugh Jackmann). Dementsprechend sind die Erwartungshaltungen groß für das nächste Jahr, für die Nominierungen genauso wie für die Show selbst.

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Die Postapokalypse und du – Was ist so faszinierend an der Endzeit?

Laut boxofficemojo.com hat der neueste Mad-Max-Film weltweit über 300 Millionen Dollar eingespielt. Damit ist er ein ziemlicher Erfolg, selbst wenn mensch das 150-Millionen-Dollar-Budget abzieht. Abgesehen davon, dass der Film auch einfach ziemlich gut ist, stellt sich nun die Frage: Gibt es mehr davon? Klar, Mad Max bekommt (noch) einen Nachfolger, das steht fest, aber werden nun vielleicht mehr Endzeit-Filme freigegeben? Wird die erfolgreiche Videospielreihe Fallout (deren vierter Teil vor kurzem angekündigt wurde) eventuell ihren Weg auf die Leinwand finden? Alles Fragen, die interessant, aber nicht sehr aufschlussreich sind. Viel wichtiger ist doch: Warum finden wir die Postapokalypse so verdammt spannend?

Zunächst aber kurz zur Klärung: postapokalyptische Szenarien sind fast immer Dystopien, aber nicht immer sind Dystopien auch postapokalytpisch. Die bekannteste Dystopie, 1984 von George Orwell, ist beispielsweise eine Dystopie, von Endzeit merkt mensch allerdings recht wenig. Und auch der erste Teil der Mad-Max-Reihe spielt nicht in einem Endzeit-Szenario, sondern trägt eher dystopische Züge. Interessanterweise ist der Zusammenbruch der menschlichen Zivilisationen bereits ein recht altes Thema, vielleicht sogar älter als die Dystopie.

Denn die Endzeit als Setting ist kein neues Phänomen. Seinen ersten Höhepunkt hatte es in den 1960er und 1970er-Jahren, als Nachwehe und -Wirkung des “Golden Age” der Science-Fiction – damals, als es nur manchmal um Laser, Raumschiffe und Explosionen ging. Von der Literatur gelangte der Stoff dann in den 1970ern und vor allem 1980ern vermehrt auf die Kinoleinwände. Eine zweite Hochphase lässt sich auf die späten 2000er datieren, als das Untergenre der Zombie-Apokalypse (wieder) populär wurde. Die erste Endzeit-Geschichte, von der wir wissen, gab es allerdings bereits 1805, später setzten sich dann Mary Shelley und Edgar Allan Poe in ein paar Texten mit den Nachwirkungen eines Kataklysmus auseinander. Beides übrigens Schriftsteller der frühen, “Gothic” genannten Horrorliteratur.

Furcht und Schrecken

In der Vorstellung der Endzeit-Welt als Horror findet sich auch eine erste Erklärung für die Faszination der Postapokalypse. Deren Bild ist meist geprägt vom einsamen Wanderer (weibliche Perspektiven sind leider selten), der sich alleine durch die Reste der Zivilisation schlägt. Sein Feind dabei ist oft nicht nur die Natur, sondern vor allem der Mensch, der dem Protagonisten oft die Funde und Errungenschaften streitig macht. Die Idee vom vereinzelten Menschen steht aber entgegengesetzt zur menschlichen Erlebniswelt noch bis in die 1970er Jahre hinein, die geprägt war vom Zusammenleben. Das Leben mit anderen Menschen, Verwandten, Arbeitskollegen, Freunden usw. war grundlegend für die Allermeisten, besonders in der Welt vor dem Wirtschaftsboom der 1950er Jahre. Demnach war die Vorstellung eines/einer einzelnen Überlebenden, der/die als “letzter Mensch” die Erde bewandert, eine tatsächliche Horrorvorstellung. Sie konfrontiert den Menschen der Massengesellschaft mit einem völligen Verlust seines Bezugssystems. Die Einsamkeit ist dabei das eigentliche Grauen, die Abwesenheit eines Gegenüber, über welchen sich Menschen definieren können. Zum Fürchten ist auch der Gedanke, trotz der Weite des Ödlandes schließlich mit sich selbst eingesperrt zu sein.

Die postapokalyptischen Geschichten der 1950er bis 1970er Jahre waren dann oft Verarbeitungen der möglichen Tatsache einer atomaren Auslöschung. Die Autor*innen der damaligen Zeit steckten in einem besonderen Zwiespalt: Zum einen wurde ihnen von allen Seiten eine rundum glückliche Konsumwelt präsentiert, in der sich Leistung wieder lohnt und Wohlstand für alle möglich ist, zum anderen war die Bedrohung durch den Kalten Krieg derart zum Greifen nahe, dass zum Beispiel in den USA Kinder für den Fall eines Nuklearangriffs gedrillt wurden. Es herrschte also allgegenwärtige Gefahr, dass der ganze Wohlstand mit dem Druck eines Knopfes wortwörtlich verpuffte, und zwar im Explosionsradius einer Atombombe irgendwo zwischen 300.000 und 3.000 Grad Celsius. Angesichts der Ungeheuerlichkeit eines nuklearen Schlagabtauschs und den leider zu gut bekannten Auswirkungen der Bomben von Hiroshima und Nagasaki, handeln auch viele Endzeitgeschichten dieser Phase von den möglichen Lehren und Gegenentwürfen einer neuen, vielfach “primitiv” dargestellten Gesellschaft. Die postapokalyptischen Storys der damaligen Zeit waren Unterhaltung und Therapie einer ganzen Generation.

Gleichzeitig findet sich auch die Verarbeitung einer weiteren, zeitgenössischen Erfahrung, die Hannah Arendt als “atomisierte Gesellschaft” bezeichnete. Grob gemeint ist damit die gefühlte Entwertung des Individuums, angesichts von Massenarbeit in Fabriken und Großraumbüros. Der Mensch nimmt sich selbst nur als Rädchen im (wirtschaftlichen) Getriebe der Gesellschaft wahr und fühlt sich seiner Fähigkeit beraubt, etwas Bleibendes in dieser Welt zu schaffen. Demgegenüber steht dann die Held*innenfigur in Science-Fiction-Geschichten, deren/dessen ohnehin herausragende Stellung im Endzeit-Genre als vielleicht “letze*r Überlebende*r” der Menschheit nochmal verstärkt wird. So erträumt sich das kleine Zahnrad eine Rolle als Steuerknüppel.

Das Verhältnis Individuum gegen Menschenmassen findet dann in der Zombie-Apokalypse ihren Höhepunkt. Fast schon misanthropisch versuchen hier die Überlebenden teilweise ihre früheren, nun zomibifizierten Freunde und Verwandte zum endgültigen Ableben zu bewegen, um ihre eigene Haut zu retten. Die gesichtslose Menschenmasse in Großstadtplätzen, Berufsverkehr-U-Bahnen und Musikgroßveranstaltungen mutiert zu einem blutrünstigen Korpus aus Leibern, die nur eines im Sinn haben: Ihren Hunger zu stillen mit dem Fleisch der wenigen Individuen, die sich noch nicht der Massengesellschaft verschrieben haben. Hätte es die Idee der Zombie-Apokalypse bereits in den 1920ern gegeben, sie wäre eine perfekte Parabel auf den Faschismus gewesen!

Endlich entkompliziert in der Endzeit

Besonders in der heutigen Zeit bietet ein Endzeitszenario vor allem einen großen Reiz: Es ist so herrlich unkompliziert. Unsere heutige Welt wird von vielen Menschen als fast überkomplex erlebt, als Welt, deren Probleme so hoffnungslos miteinander verzahnt sind, dass sie kaum noch auseinanderzuklamüsern sind. Deswegen haben vermeintlich “einfache” Verschwörungstheorien so einen Aufschwung in den letzten Jahren erlebt, da sie die Ursache fast aller Probleme meist auf eine bestimmte Gruppe oder Institution schieben können (sei es die USA im Allgemeinen oder deren Federal Reserve Bank im Besonderen, die NATO, die EU, Putin, China, ChemTrails, Bilderberger, Illuminaten, Majestic Twelve, Juden, Muslime, Terroristen, Plutonium, Hitler im Weltraum oder dann eben doch diese Reptilienmenschen im Inneren der Erde). Durch die Apokalypse wurden all diese Interessengruppen hinweggefegt, was bleibt ist ein gemeinsames Ziel aller Menschen: Überleben. Dazu müssen die Endzeit-Menschen sich keine Gedanken mehr über Gleichberechtigung, politische Korrektheit, Migration, Terrorismus oder die verdammten Reptilienmenschen machen, sondern einzig und allein: Überleben. Ganz einfach.

Die Postapokalypse ist in ihrem Schrecken somit auch Erlösung vom erdrückend und komplex empfundenen Alltag. Die Auseinandersetzung mit den Mitmenschen erfolgt nach klaren Regeln der Nützlichkeit, nicht nach Fragen des gesellschaftlichen Standes. Das Fehlen eines Rechtssystems erlegt es dem Einzelnen auf, nach Recht und Unrecht zu urteilen, es gelten nur die eigenen Regeln. Der Mensch der Endzeit ist im absoluten Sinne frei. Zugleich ist damit aber auch die Situation aus Thomas Hobbes’ Naturzustand – Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf (Homo homini lupus est) – fast idealtypisch wiedergegeben. Denn der oder dem Anderen wird in der Postapokalypse (besonders jenen mit einem Kriegs- oder Pandemie-Hintergrund) zunächst mit Misstrauen begegnet, nicht mit Freude darüber, dass noch jemand überlebt hat. Oft genug erleben die eigenbrötlerischen Held*innen dieses Genres aber eine Wandlung hin zu einem vertrauensvolleren Umgang. Auch am Ende der Menschheitsgeschichte bleibt dessen Bild also zwiespältig.

Via Flickr, by Bill Devlin

desert bw_bill devlinSo schön und zugleich gefährlich wie eine Sandwüste

Natürlich ist die Faszination für die Postapokalypse vielschichtig. Interessanterweise wird durch die letzte Interpretation der Endzeit als Komplexitätsreduktion das ursprüngliche Bild als Horrovorstellung ins Gegenteil verkehrt. Trotzdem ist die Schreckensvorstellung der Auslöschung weiter Teile der Menschheit und die damit einhergehende Einsamkeit der Menschen schließlich wohl dominierend. Denn der Gedanke, ganz alleine zu sein, ist wirklicher Horror. Diese Einsamkeit beraubt den Menschen der grundlegenden Möglichkeit, sich seiner eigenen Existenz mit und durch andere zu vergewissern. Damit wir nicht denken, dass sich unser Leben nur in unserem eigenen Kopf abspielt, brauchen wir weitere Menschen. Egal, ob wir Menschenmassen bedrohlich finden, oder den Umgang mit Anderen als lästig empfinden, weil wir plötzlich auf deren Kultur Rücksicht nehmen sollen: Wir alle sind soziale Tiere und brauchen einander. Das können alle Bomben, alle Pandemien und Zombies auf der Welt nicht ändern.

Die unendliche Marvel-Geschichte

Ach Marvel. Vielleicht bin ich wirklich ein Hater. Nicht im ironischen Sinne, um vor meinen Nerd-Freunden cool zu wirken, sondern einfach nur aus purer Boshaftigkeit heraus. Das sollte man immer wieder annehmen dürfen, wenn eine Debatte über die Marvel-Produktionen mit mir entspringt. Warum das so ist, ist gar nicht so schnell zu beantworten, wenn ich mich nicht selbst durch den Morast an persönlichen Problemen gearbeitet hätte. Doch ein langer und unterhaltsamer Abend, der mit Daredevil begann und bei der seit Jahren anhaltenden Marvel-Superhelden-Fatigue (MSF) endete, und die Veröffentlichung einer Comic-Reihe haben mir die Augen geöffnet.

Aber was heißt hier eigentlich MSF? Den Marvel-Produktionen muss man lassen, dass sie sich vom typischen Action/Spionage-Film (die Iron-Man-Filme, Captain America 1) auch an anderen Genres wie dem Acition-Spionage-Krimi (Captain America 2) und natürlich Fantasy-Action versucht haben (die Thor-Filme). Action muss schon immer sein, doch die Filme versuchen sich von Reihe zu Reihe langsam auseinanderhalten zu lassen. Und was ist eigentlich mit „Guardians of the Galaxy“ und der medial aufgebauschten „Daredevil“-Serie?

Nun, die letzteren beiden Produkte sind bisher noch nicht in der Marvel-Falle. Übrigens eine Falle, in welche auch DC ganz schnell hinein stolpern kann. Zwar ist der im Hintergrund desinteressierte Bösewicht Thanos für die Avengers gedacht, doch die Narrative der „Guardians of the Galaxy“ ist bisher zumindest noch in keiner Weise mit der der Avengers verstrickt. Die bunte und für viele Menschen belustigende Marvel-Weltraumtruppe konnte weitestgehend autark ein Abenteuer erleben.

Bei den Avengers ist dies gar nicht mehr möglich. Inzwischen ist es sogar ziemlich hilfreich die in Deutschland und vielen anderen Ländern nicht so einfach zugängliche Serie „Agents of Shield“ zu gucken. Der gesamte Einstieg von „Age of Ultron“ ergibt für Zuschauer der Serie sofort Sinn, wohingegen der Normalo-Kinogänger die plötzliche Action-Szene als typischen Einstieg in einen Action-Film versteht. Ach stimmt ja, da war was mit Loki und den Nazis… auf einer mittelalterlichen Burg.

Via Flickr By William Tung
Spider-Gwen

Spider-Gwen bekommt hoffentlich auch einen Film. Isoliert und in sich geschlossen.

Seht ihr, da sind wir schon wieder bei all der negativen Energie. Entgegen dieser Zeilen fand ich „Age of Ultron“ nämlich recht unterhaltsam. Der Film hat zwar viele Schwächen und Fehler, doch diese sind für mich dieselben, die auch zur MSF geführt haben. „Age of Ultron“ ist ein unterhaltsamer Film, der unter einem erzählerisch Gewicht sondergleichen „verschütt ‘gang is’“. Insgesamt 9(!!!!!!!!!) Filme zwingt sich der Film zu erarbeiten und legt letztlich noch Schienen für die nächsten Abenteuer der Helden, was den Film als alleinstehendes unnötig offen zurücklässt.

Und dann bürdet sich der Film noch einen Bösewicht auf, der in „Abyss“-Manier noch kurz eine Origins-Motivationsspritze braucht, da er in keinem der vorigen 9(!!!!!!!!!) Filme eine Rolle gespielt hat. Wo „Avengers 1“ trotz inhaltlicher Mängel dank einem bekannten und beliebten Bösewicht auf Anhieb unterhaltsam war, musste „Age of Ultron“ als Schneider herhalten, der all den Abenteuern wieder ein gemeinsames Gefüge geben sollte.

All die bisher erzählten Geschichten müssen schließlich einen Sinn ergeben. Die sogenannte „Phase 2“ ist großteils um die „Wo sind eigentlich die anderen?“-Problematik herumgefischt, sodass wir bei „Iron Man 3“ und „Thor 2“ nie gefragt haben was eigentlich gerade Phase ist. Hätte Thor nicht wenigstens Bescheid geben können, dass die Erde potenziell in Gefahr ist und seine Wissenschaftler-Freunde Schutz brauchen? Hat es die Avengers einen Scheiß interessiert, was und wer der Mandarin ist und warum plötzlich Menschen mit Überkräften durch Großstädte laufen? Die Erklärungen müssen Fans sich selbst zurecht legen und klingen dabei mehr und mehr wie Tolkien-Professoren, die auf das Silmarillion verweisen. Ich Dummerchen… das hätte ICH doch wissen müssen.

Und inzwischen landet man bei Diskussionen auch an dem Punkt, dass die großen Fans alles irgendwie mit kleinen Details aus Filmen und Serien erklären können. Das ist zwar schön für sie, macht es für Leute, die einfach immer mal wieder einen großen Action-Film im Kino sehen wollen unglaublich schwer. Doch nicht nur für die weniger eingefleischten Fans wird das Gewirr an Storyfäden zum Problem, sondern auch für die Kreativität der Erzählungen selbst.

Denn endlich bekommen Fans den besseren Captain America. Spider-Man wird Teil der Avengers-Saga. Nur gibt es ein Problem. Spider-Man MUSS erneut sehr jung sein. Er darf, nein, er kann kein etablierter Superheld sein. Ansonsten müsste erklärt werden, warum er nie in New York war, wenn Loki, die Chitauri und Hydra mal wieder den Asphalt aufgerissen haben. Wenn Spider-Man Teil dieser Avengers sein soll, dann darf es ihn noch nicht gegeben haben. Was er also nicht sein kann, ist ein gestandener Mann, im besten Falle glücklich mit Mary-Jane verheiratet und mit Kind, denn Gott bewahre: ein Superheld kann doch kein funktionierendes Leben führen.

Via Flickr by andreasfeusl.ch

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Heil Hydrant! Watch “Agents of Shield” to learn the full story (no timely dubbed version planned).

Genau diesen Spider-Man bekommen Comic-Fans jetzt… auf Papier. Zwar ist sich keiner mehr sicher in welcher Realität „Spider-Man: Renew Your Vows“ spielen soll, doch es erinnert daran, was Spider-Man (in den Comics und der Serie) oftmals sein konnte: Der einzige Held, der nicht im typischen Superhelden-Romantik-Drama verstrickt ist. Die alten Spider-Man-Filme haben die Herzschmerz-Romanze im dritten Teil unnötig aufleben lassen und „Amazing Spider-Man“ hat gar nicht erst versucht Peter Parker zum nimmermüden Optimisten reifen zu lassen.

In „Renew Your Vows“ ist der Spider-Man zu sehen, der schon in Sam Raimis „Spider-Man 3“ hätte vorgestellt werden müssen. Der umsorgende, aber auch in seiner Familie Kraft findende Superheld, der auf die laut Stan Lee größte Macht im Universum zurückgreifen kann: Liebe. Streng genommen ist die komplette Hawkeye-Storyline in „Age of Ultron“ die notwendige Menschlichkeit, die Spider-Man für die Avengers widerspiegeln sollte. Denn dieser muss keinen Meta-Monolog darüber halten, dass er an und für sich komplett unnütz ist.

Hawkeyes Ehefrau sagt ihm, dass er das Herz der Gruppe sei. Das ist ein schöner Gedanke, der aber über diese 9(!!!!!!!!!) Filme überhaupt nicht funktioniert. Die Szene in „Age of Ultron“ ist notwendige Menschlichkeit inmitten der Materialschlacht, doch am Ende ruft der innere Kinokritiker laut und provokativ wie Chang aus Community: „BUUUUUUUULLSHIIIIIT!“ Denn Hawkeye muss am Ende von einem anderen Helden gerettet werden. Es ist nun einmal unnütz. Und inmitten dieser Supertruppe muss das Herz mehr tun können als wie Agent Coulson und Hawkeye sagen zu können: „Packen ‘mer’s an, Suppperfreunde!“

Via Flickr by Faruk Ates

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“Gib’ mir Tiernamen!” “Spinne?” “Gib’ mir böse Tiernamen!” “…böse Spinne?”

Nun wurde gleich wieder die Marvel-hat-Recht-Maschinerie angeworfen, weil das Label bei den meisten Comic-Fans einen schlichtweg unverschämt guten Ruf hat. Natürlich macht das absolut Sinn, dass Spider-Man ein Teenager/Tween sein muss. Schließlich braucht die Gruppe jemand positiven (Hawkeye!), der noch nicht von all den Schicksalsschlägen innerlich zerfressen ist (Hawkeye!!) und mehr als den unpersönlichen Kampf für die Menschheit (Asgard-Menschen inklusive) als Lebensinhalt kennt (HAWKEYE!!!).

Mit dieser Logik zwingen sich die Marvel-Filme die „Dark Knight“-Logik auf. Du kannst nicht immer ein Held bleiben, weil du irgendwann selbst zum Bösewicht wirst. Iron Man hat das mit seiner Schutzschild-Idee in „Age of Ultron“ bereits breit getreten. Klar haben wir Captain America, der allerdings aus einer anderen Zeit und ohne jede Bindung einfach nur als Gutmensch herhalten muss. Ein erwachsener Peter Parker hätte die verzweifelt gesuchte Rolle des Lichts im drohenden Dunkeln einnehmen können. Aber dann müssten wir die ganze, tolle Marvel-Kontinuität aufgeben… und wer will das denn schon?

Featured Image via marvel.com. All rights belong to Marvel Entertainment, LLC, and The Walt Disney Company.

Jenseits von Gut, Böse und der Donnerkuppel: Mad Max Beyond Thunderdome

Bald nach dem Erfolg von Mad Max 2 war klar: Es wird auch einen dritten Teil geben. Bisher waren die Mad-Max-Filme eine rein australische Angelegenheit gewesen. Der Wunsch, die Filmreihe zu starten resultierte nicht zuletzt aus der Abneigung gegen die australische Filmförderung, die vor allem – ähnlich wie in Deutschland – “Kunstfilme” förderte und für Action kein Budget vorsah. Diesmal aber hatte, dank des Erfolges von “The Road Warrior”, mit Warner Brothers sogar ein Hollywood-Studio Interesse an der Produktion. Mit amerikanischem Geld kamen allerdings auch Anpassungen an diesen Markt.

Hinsichtlich seiner Welt hat sich Mad Mad 3 zum Glück nicht angepasst, sondern vielmehr weiterentwickelt: Die erste Einstellung des Films zeigt Wüsten und Dünen, weniger das spärliche Buschland der Vorgänger. Anscheinend aber kann sich die Welt von Mad Max nicht so recht entscheiden, wie genau sie zustande gekommen ist. Im zweiten Teil war ein großer Krieg impliziert, im dritten ist nun erstmals von einer “Apokalypse” die Rede, inklusive eines Atompilzes. Dies wird übrigens erst in der zweiten Hälfte offenbart und nicht, wie zuvor, vermittels einer Holzhammer-Expostion gezeigt. Zumindest aber hat sich das Rad der Zeit weiter gedreht: Die Wüste hat sich ausgebreitet, Autos finden sich erst in der obligatorischen Verfolgungsjagd am Ende des Films. Die Menschen nutzen eher Speere, Pfeile und Bogen oder Armbrüste als Schusswaffen. Die Zivilisation hat also noch mehr Schritte zurück gemacht.

Weniger Gewalt, mehr Humor

Durch diese Wüste streift Max mit Kamelen und einem von diesen gezogenen Wagen. Vom bereits aus Mad Max 2 bekannten Piloten wird der einsame Wanderer um sein Hab und Gut gebracht, woraufhin Max versucht, dieses in Bartertown wieder zurückzuerlangen. Dazu lässt er sich auf einen Handel mit der Herrscherin von Bartertown, Aunty Entitiy, ein. Die möchte ihren Rivalen Master Blaster loswerden. Denn diese beiden – Master ist ein Kleinwüchsiger, der vom dem Rücken des stummen Muskelprotzes Blaster Befehle brüllt – herrschen über die Unterwelt von Bartertown. Dort werden Schweine gehalten, deren, nun ja, “Abfälle” zur Methanherstellung bestimmt sind. Methan wiederum treibt die Maschinen Bartertowns an.

Max soll nun den Blaster in einem Duell in der Donnerkuppel besiegen. Diese stellt eines der zwei von Aunty Entity geschaffenen Justizsysteme dar: Jegliche großen Streits werden durch einen Kampf auf Leben und Tod in dieser von einer Eisenkuppel überspannten Arena ausgetragen. Um die Kämpfe interessanter zu machen, werden die Kontrahenen in Harnische gesteckt, die mit von der Decke hängenden Gummibändern verbunden sind. Was in der Beschreibung recht spannend klingen mag, wirkt im Film stellenweise unfreiwillig komisch.

Via Flickr, by Dhilung Kirat

canyon waterfall_Dhilung KiratDafür sind die Sets schön anzusehen

Natürlich gewinnt Max das Duell, verzichtet aber auf die Ermordung von Blaster. Weil er seinen Teil der Abmachung nicht eingehalten hat, muss er sich Justizsystem Nummer Zwei – dem “Rad” – stellen, die Strafe für jede*n Vertragsbrüchige*n in Bartertown. Das Rad entscheidet, dass Max in die Wüste verbannt werden soll. Dem Tode nahe, wird er von einer Gruppe Kinder gefunden, die in einer kleinen Canyon-Oase Zuflucht gefunden haben. Es entbrennt aufgrund von Max’ Ankunft ein Streit über die Zukunft des Kinder-Clans. Eine Gruppe sagt sich von der Gemeinschaft los und zieht mit Max’ Hilfe in die Wüste und landet schließlich in Bartertown. Dort aber herrscht nun Aunty Entity, die noch eine Rechnung mit Max offen hat.

Mehr noch als der zweite Teil ist Mad Max 3 handlungsorientiert. Leider verliert diese gegen Ende des Films zunehmend an Zusammenhang und Logik. Dafür wirkt die Ausstattung noch professioneller als beim Vorgänger und das Bartertown-Set ist in seiner Detailfülle beeindruckend. Leider kann dieser Aufwand nicht verhindern, dass Tina Turner als Aunty Entity bisweilen arg den schauspielerischen Bogen überspannt. Zudem muten Figuren wie Master Blaster eher als Karikatur an. Auch dem dritten Teil fehlt es also an Zeichnungstiefe seiner Charaktere. Zudem scheint Max’ Wandlung vom Einzelgänger hin zum Kämpfer für das moralisch richtige, die in Mad Max 2 stattfand, rückgängig gemacht wurden zu sein. Er macht unter und jenseits der Donnerkuppel eine ähnliche Wandlung durch wie in Teil 2.

Zusätzlich spart der Film stellenweise an Gewalt. Waren noch in den Vorgängern die Gewaltszenen relativ eindeutig, wenn auch nicht unbedingt explizit, so verzichtet der dritte Teil darauf, Gewalt in ihrer Konsequenz zu zeigen. Es gibt insgesamt einen expliziten Tod im Film, andere werden nur leicht angedeutet. Für heutige Zuschauer ist die Gewalt in den ersten beiden Teilen nicht unbedingt Magen umdrehend, das Ende der Trilogie jedoch erreicht fast Familienfilmniveau. Nun ist Gewalt bei weitem nicht der Grund, warum die Mad-Max-Filme sehenswert sind. Sie bebildern aber die Erbarmungslosigkeit des Ödlands und somit den Verfall an Empathie, sowohl von Seiten des Helden als auch der Bösewichter. Deshalb lässt die herundergedrehte Gewalt einen etwas faden Beigeschmack, es bleibt der Eindruck, dass sich die Macher*innen für ein jüngeres Publikum öffnen wollten. In Deutschland erreicht der Film daher eine Altersfreigabe “ab 16 Jahren”, im Empfehlungssystem der USA rangiert Mad Max 3 jedoch als “R-Rated”, also nur für Erwachsene.

So sehr zum Lachen, dass es zum Weinen ist

Eine Schwäche ist die bereits angedeutete (un-)freiwillige Komik des Films. Bis heute kann ich “Thunderdome” nicht ohne entsprechenden Pathos in der Stimme über meine Lippen bringen und Zugrunde-Max (die Unterscheidung ist ja wichtig) hat sich im Vorfeld selbst immer wieder über das Prinzip der Donnerkuppel “Two men enter, one man leaves” lustig gemacht. Diese Phrase wird nämlich beständig wiederholt und von den Zuschauern des Kampfes bis zur Lächerlichkeit skandiert (Anm. d. Red.: Zitat von Auntie Entity: “WARRIORS! Come out and Pla-E-Yay!”). Und dann sind da noch Figuren wie eben der Master Blaster, den mensch schon allein wegen seines Namens nur schwer ernst nehmen kann. Die kurzen Kämpfe im letzten Drittel des Films wirken – nicht zuletzt auch wegen der Kinder, die mit Max nach Bartertown gekommen sind – eher wie Slapstickeinlagen.

Via Flickr, by Peter Nijenhuis

uluru sunset_peter NijenhuisIch kann ja hier nicht die ganze Zeit über Australien schreiben und dabei auf ein Bild von diesem großen Felsen verzichten.

Dieser Humor resultiert dabei aus der bewussten Übertreibung, die ein Markenzeichen der Reihe ist. Im ersten Teil half sie, das Setting aus der Gegenwart zu lösen sowie die Motorradgang als Bösewichter zu definieren. Diese waren Bösewichter, weil sie “verrückt”, impulsgetrieben, scheinbar willkürlich und brutal agierten, ohne aber eine übergeordnete Agenda zu verfolgen. So konnte das Publikum dem einfachen Gut/Böse-Schema folgen. Auch der zweite Teil vereinfachte mit diesem Kniff die Charakterisierung und kontrastierte zugleich die “Wildheit” der Banditen mit den “Zivilisation” der Öl-Nomaden. Die Übertreibung, der “Freak-Faktor”, sowohl im Setting als auch den Charakteren, bricht im dritten Teil allerdings mit dem Bau der Welt und reißt die Zuschauer*innen hin und wieder aus dem Filmkosmos. In einer harten und erbarmungslosen Welt wirken diese Slapstick-Einlagen leider fehl am Platz.

Bemerkenswert ist Mad Max allerdings wegen eines weiteren Details: Erstmals spielt eine Frau eine größere Rolle, zudem noch eine Farbige. Denn in den bisherigen Filmen mangelte es an Diversität, zumeist waren weiße Männer die handlungsentscheidenden Figuren. Daran ändert auch Aunty Entity wenig, aber zumindest bemüht sich der Film um ein bisschen Vielfalt in dieser Hinsicht. Allerdings bleibt bezeichnenderweise Tina Turners Rolle auch die einzige farbige Person im gesamten Werk.

Nun mag hier eingewandt werden, dass Australien einen anderen Proporz an Minoritäten hat als die USA und ebenfalls eine andere Geschichte an Konflikten.. Aber auch Australien hat Minoritäten wie Aborigines oder asiatische Zuwanderer. Diese hätten durchaus in die Figurenkonstellationen der Trilogie integriert werden können. Aktuell ist diese bestenfalls ambivalent zu nennende Haltung zur eigenen Zuwanderungsgeschichte an der Abschottung Australiens gegenüber Flüchtlingen zu erkennen.

(K)Eine starke(n) Frau(en)

Nur wenig anders sieht es mit Frauencharakteren in der Mad-Max-Reihe aus. Max’ Frau war im ersten Teil nicht nur das Opfer von Gewalt: In einer Szene wird sie von der Motoradgang bedrängt, kann aber durch einen Tritt in den Unterleib des Anführer entkommen. Trotzdem bleibt sie die “Tote im Kühlschrank” für Max. Der zweite Teil kennt eigentlich nur eine Frauenfigur, die nicht dem Klischee entspricht. Diese aber trägt nicht einmal einen eigenen Namen sondern wird nur “Warrior Woman” genannt. Es gibt also eine Geschichte von klischeebrechenden Frauen bei Mad Max, nicht zuletzt dank Aunty Entity. Aber ein feministisches Statement sind die drei Filme bei weitem nicht.

Zumindest die Stimmen zum vierten Film in der Reihe lassen vermuten, dass Regisseur George Miller sich dieses Defizites seines Werks bewusst ist und wenigstens einen starken Frauencharakter integriert hat. So stark, wie es scheint, dass gewisse Männerrechtsaktivisten zum Boykott aufrufen, weil sie sich um ihren männlichen Actionfilmstar betrogen fühlen. Irgendwas hat Miller da also richtig gemacht.

Insgesamt ist Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel (ach, dieser Titel!) nicht der beste Teil der Reihe, wie Roger Ebert behauptet, aber zumindest der erzählerisch ausgefeilteste. Er trägt weniger Züge eines Action- sondern vielmehr eines Abenteuerfilms. Und von denen gibt es ja leider viel zu wenig.

Weiter in wüsten Weiten: Mad Max 2 – Der Vollstrecker

Der erste Teil der Mad-Max-Reihe hatte 1979 außerhalb Australiens einigermaßen Erfolg. In den USA hat das Werk von George Miller und Byron Kennedy allerdings nur vereinzelt Verbreitung erfahren, im Kino lief es so gut wie gar nicht. Da aber Teil 2 ein höheres Budget haben sollte (was angesichts der circa 350.000 Dollar des ersten Teils nun wirklich keine Schwierigkeit war), musste er mehr Menschen erreichen. Um nun die Zuschauer*innen ausserhalb des fünften Kontinents nicht zu überfordern, erhielt Mad Max 2 – vor allem in den USA – den Titel “The Road Warrior”.

Für dieses unvorbereitete Publikum gibt Mad Max 2 ironischerweise genau das zuhauf, worauf sein Vorgänger verzichtete: Exposition. Der Film beginnt mit einem Voice-Over-Erzähler, der einen kurzen Abriss der Geschichte gibt: Die Welt benötigt Öl, doch als dieses immer knapper wird, kommt es zu sozialen und politischen Spannungen, die erst in Gewalt und schließlich im Krieg “zweier mächtiger Kriegerstämme” münden. Dieser Krieg verwüstet die Welt. Der Rückblick stellt dem Publikum auch Max kurz vor, warum er wurde was er nun ist und eröffnet: Die folgende Geschichte würde sein Leben verändern.

Dem Filmemacher*innen-Credo “Show, don’t tell” folgend ist eine solche Exposition nicht unbedingt die eleganteste. Aber sie gibt einen dringend benötigten Kontext sowohl in Bezug auf die Welt des Films als auch auf dessen Hauptfigur und lässt die Zuschauer*innen nicht, wie beim ersten Teil, im Regen stehen. Gleichzeitig sparen sich die Macher*innen damit auch die Mühe, eine tiefgehende Charakterisierung schreiben zu müssen, denn Max ist als fast monolithische Figur bereits eingeführt. Konsequenterweise verzichtet der Film deshalb auch auf charakterliche Tiefe bei allen anderen Figuren. Aber niemand schaut sich diesen Film an, weil sie/er eine Milieustudie erwartet, oder?

Via Flickr by mlhradio

desert car_mlhradioEs geht euch doch um Autowracks, gebt es ruhig zu!

Deswegen beginnt Mad Max 2 – Der Vollstrecker (so der deutsche Titel) auch traditionell, nämlich mit einer Verfolgungsfahrt, an deren Ende viel Altmetall und etwas Benzin für Max stehen. Alle Figuren dieser Welt sind konstant auf der Suche nach Treibstoff für ihre Fahrzeuge, seien es Autos, umgebaute Hotrods, Motorräder oder krude zusammengeschraubte fahrbare Untersätze. Deshalb gerät Max auch an eine Gruppe von Öl-Nomaden, die mit einer mobilen Raffinerie den begehrten Treibstoff im Überfluss haben. Im Tausch gegen Diesel und Benzin hilft er ihnen gegen eine Banditengruppe, mit der er bereits zu Beginn des Films Bekanntschaft geschlossen hat.

Die Banditen und Öl-Nomaden verkörpern dabei zwei Gegensätze, auch optisch: Die Nomaden, gekleidet in Weiß-, Beige- und Türkis-Töne, stehen für Hoffnung, Ordnung und Vernunft, während die Banditen mit ihrem schwarzen SM-Bondage-Chique die wilde Seite der Endzeit-Menschheit darstellen. Der Banditenanführer, Lord Humungus, ist ein Muskelberg unter einer Gesichtsmaske, die sein entstelltes Antlitz verbirgt. Sein Gefolgsmann Wez kommuniziert vielfach in Rufen, Glutturallauten und hat mehr von einem wilden Tier als von einem Menschen. Dazwischen steht Max, farblich eher zu den Banditen gehörend, aber schließlich auf der Seite der “guten” Öl-Nomaden.

Via Flickr, by -POD-

oil refinery_PODWobei “gut” dann trotzdem in riesigen Fabriken endet.

Während die Farbsymbolik relativ offensichtlich ist, muss der Film auch aus seinem historischen Kontext heraus gesehen werden. Wurde Mad Max bereits unter dem Eindruck der Ölpreiskrise von 1973 geschrieben, sitzt dem zweiten Teil auch noch die Öl-Krise von 1979/1980 im Zelluloid. Bezeichnend ist schließlich, dass die Menschen im Ödland (ein Begriff übrigens der in der Filmreihe nun erstmals auftaucht) noch immer auf der Suche nach den letzten Resten Treibstoff sind und auch schon vorher – so erzählt ja der Prolog – unfähig waren, sich vom Benzin zu lösen. Die Ironie des Films ist es dann, uns eine Menschheit zu präsentieren, die scheinbar nicht aus ihren gigantischen Fehlern gelernt hat und sich noch immer wegen Öl und Benzin gegenseitig dahinmetzelt. Zwar lässt der Film am Ende hoffen, dass das “Gute” in Form der Öl-Nomaden siegt, aber letztlich konnte sich auch diese Menschengruppe nicht den Gegebenheiten anpassen und eine neue Welt, ohne das knappe Gut Öl, aufbauen.

Damit findet sich auch der Schlüssel nach der Frage, warum Mad Max 2 tatsächlich ein “Kultfilm” geworden ist. Denn die Ölpreisschocks haben sich Menschen in den wohlhabenden Industrieländer der 1980er Jahre ins Gedächtnis gebrannt, genau wie die ständig herrschende Gefahr einer gegenseitigen nuklearen Auslöschung durch die USA und die UdSSR. In den 80ern wurde der Kalte Krieg bisweilen ziemlich heiß, als beispielsweise die Sowjetunion in Afghanistan einfiel (und die USA – es kann nicht oft genug geschrieben werden – als Antwort die Taliban quasi mitaufbauten) oder die Iran-Contra-Affäre der Vereinigten Staaten. Für das Publikum von Mad Max waren Endzeit-Szenarios also durchaus eine mögliche Realität, was deren Popularität in den 1980ern erklärt. Vor allem mit der drohenden atomaren Auslöschung setzten sich viele Künstler*innen auseinander, speziell nach dem Unglück von Tschernobyl 1986. In den USA wurde “The Day After” gezeigt, die BBC produzierte ähnliches mit “Threads“, “The Handmaiden’s Tale” handelt von religiösen Fundamentalismus nach einem Atomkrieg, in Deutschland waren Bücher wie “Die Wolke” oder “Die letzten Kinder von Schewenborn” ein Erfolg.

Via Flickr, by Ilkerender

sand desert_ilkerenderSymbolbild für den Wohnort der “Die Wolke”-Autorin Gudrun Pausewang. Osthessen ist auch ohne Atomkrieg ein Ödland.

In diese rückblickend fast tragikomisch erfolgreiche Kerbe des zivilisatorischen Endes schlug Mad Max 2 mit der vollen Wucht eines V8-Motors. In publikumsgefällige Bilder verpackt zeichnet der Film ein genreprägendes Bild der Postapokalypse: Staub, Felsen, Blut und Gewalt. In Form von Max’ langsamer Annäherung an die Öl-Nomaden wird ebenfalls gezeigt, wie schwer es ist, zu Menschen Vertrauen zu finden, wenn alle verbindenden Fäden einer Gesellschaft gerissen sind. Nur zu seinem Hund und dem “Feral Kid”, das bei den Öl-Nomaden lebt, empfindet Max letztlich so etwas wie Zuneigung.

Ein Meisterwerk ist dieser Mittelteil der Trilogie bei Weitem nicht. Dafür fehlt es ihm zu sehr an Tiefe, sowohl in der Handlung als auch bei den Charakteren. Viele Sprechrollen haben noch nicht einmal ordentliche Namen, Figuren werden zum Teil als “Warrior Woman” oder “Captain’s Girl” bezeichnet. Wieder sind es die Actionszenen, die Verfolgungsjagden und Stunts, die dafür sorgen, dass Mad Max 2 seinen Zuschauer*innen im Gedächtnis bleibt. Auch die Ikonographie des Ödlands war stilprägend, genau wie der Grad an Gewalt. Das Ende der Zeit kann nur erbarmungslos sein, scheint es.

Kein Erbarmen kannte auch das reale Schicksal: Nach dem weltweiten Erfolg von Mad Max 2 verunglückte George Millers enger Freund Byron Kennedy bei einem Hubschrauberabsturz tödlich. Auf Mad Max 3 hatte George Miller deswegen keine Lust, weshalb er sich nur um die Action-Szenen kümmerte und den Rest George Ogilvie überließ. Auch der dritte Teil sollte sich popkulturell verewigen – allerdings wohl anders als gewünscht.

Wer ist eigentlich dieser Mad Max? Und warum hat er einen Film?

Wenn ab dem 14. Mai Sand, Blut und Staub in Mad Max: Fury Road über die Leinwände flimmern, stellen sich viele vielleicht die Frage: Wer ist eigentlich dieser Mad Max? Zeit also, zurückzuschauen und sich zu fragen, warum diese Filmreihe einen Einfluss auf die Popkultur gehabt hat. Wir beginnen unseren Zugrunde-Mad-Max-Athon mit dem ersten und unzugänglichsten Teil der Mad-Max-Reihe. Dem ursprünglichen “Mad Max” von 1979.

Das wichtigste, was es zu Mad Max zu sagen gibt: Es ist kein Film über die Postapokalpyse. Viel eher präsentiert das Erstlingswerk von George Miller eine Art Prä-Postapokalypse. Es ist zwar staubig und die Menschen wirken alle etwas verwirrt, aber in einer kurzen Einstellung wird sogar die Skyline einer Großstadt gezeigt. Keine Spur von Ödland, die Zivilisation scheint halbwegs intakt. Abgesehen vom Justizsystem. Denn die “Halls of Justice”, verantwortlich für die Polizeieinheit “Main Force Patrol” (MFP) , machen einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck, sogar das “U” von “Justice” hängt schief. Deutlich wird dies auch durch die anfängliche Kameraeinstellung eines Straßenschilds: “Anarchy Road” heißt es dort prophetisch.

Der Film beginnt mit einer eindrucksvollen, fast viertelstündigen Verfolgungsjagd, in deren Verlauf der namensgebende MFP-Beamte “Mad” Max Rockatansky (benannt, übrigens, nach einem österreichischen Pathologen, Carl von Rokitansky) einen Verbrecher namens “Nightrider” ums Leben bringt. Aus Rache um ihr Mitglied verbrennt seine Motorradgang um den Anführer “Toecutter” Max’ Kollegen Goose. Als Resultat der sich aufschaukelnden Gewalt kündigt Max seinen Job bei der MFP und macht einen Ausflug aufs Land mit seiner Frau und Kind. Doch dort holt ihn sein alter Job wieder ein und auch Max muss Rache nehmen.

Via Flickr, by Ashley Jonathan Clements

wasteland_ashley jonathan clements… und dabei jede Menge Autos zerstören

In allen Zusammenfassungen wird diese Wendung – die Wandlung von Max zu “Mad Max” – als Storykern dargestellt. Aber das geschieht erst in den letzten 15 Minuten des Films, so dass das Publikum in den ersten 75 Minuten relativ ratlos zurückgelassen wird. Was geht hier eigentlich ab, fragt sich die moderne Zuschauerin*. Denn Mad Max spart mit Exposition, einzig die Texteinblendung “A few years from now” situiert die Handlung in den Bereich der Science-Fiction. Das ist für das Publikum von heute, welches gewohnt ist von Hollywood alles vorgekaut und erklärt zu bekommem, sehr schwierig zu verdauen. Gegen wenig Exposition ist kaum etwas einzuwenden, aber Mad Max überspannt den Bogen etwas und erklärt fast nichts. Zumindest nicht so, dass ich es verstehen konnte, die schlechte Soundabmischung bei meiner Version macht es nicht ganz leicht, alles nachzuvollziehen.

Das niedrige Budget des Films, irgendwo bei 350.000 Dollar, merkt mensch dem Film leider überall an, sowohl beim Sound als auch bei den Kostümen. Dafür sind die Stunts auf hohem Niveau, technisch wie filmisch. Wahrscheinlich wurde der Film rund um diese Stunts geschrieben und die massenhafte Überführung von Autos in Altmetall sein eigentlicher Entstehungsgrund. Zumindest kann es nicht die etwas verworren erzählte Geschichte sein, die Regisseur und Produzenten so am Herzen lag.

Eindruck hinterlässt Mad Max in seiner Darstellung der Gesetzlosigkeit der Motorradgang. Diese greift in einer Szene mit Äxten, Knüppeln und Ketten ein Pärchen an und demoliert ihr Auto. Die Bilder dieser Gang, mit ihren Motorradhelmen, Lederwesten und kruden Waffen bildet die ikonographische Grundlage für alle “Ödland”-Banditen in allen postapokalyptischen Werken, die nach Mad Max folgten. Gesetzlosigkeit und die Ohnmacht der Banditen-Opfer bilden ein immer wiederkehrendes Thema vor dem Hintergrund der Postapokalypse. Und natürlich ist es auch das Bild des Rächers, des einen mutigen Menschen (naja, Mannes), der es mit den Banditen aufnimmt und es ihnen mit gleicher Münze heimzahlt, welches Mad Max geprägt hat.

Via Flickr, by Roadsidepictures

desert car_roadsidepicturesWobei aus unerklärlichen Gründen in der Mad-Max-Endzeit unheimlich viele Hotrods unterwegs sind.

Mad Max ist der Anti-Held, der Rächer in schwarzer (Leder-)Rüstung, der auf eigene Faust seinem eigenen Gesetz Geltung verschafft. Dass in der heißen australischen Sonne eine schwarze Lederkluft so ziemlich die schlechteste Wahl ist, um unbeschadet Auto zu fahren und Rache zu nehmen, wird mit Blick auf die Stärke der Bilder ignoriert.

Die Bilder sind schließlich auch das, was von Mad Max übrig bleibt. Für mich ist dieser Film ein Rätsel, ist er doch kein klassisch “guter” Film, mit einer fesselnden Handlung oder tollem Schauspiel. Aber er hat einige Figuren und Bilder geschaffen, die sich in der Popkultur verankert haben. Nicht zuletzt die Stunts und Verfolgungsjagden sind spektakulär genug, um dem Film eine besondere Stellung zu verschaffen. Es ist aber nicht ohne Grund erst der Nachfolger, Mad Max 2, der tatsächlich bleibenden Eindruck auf die Filmgeschichte machen sollte.

Kein Bock auf Superhelden

Batman tut es, Spiderman macht praktisch nichts anderes, Superman kann sich auch nur selten zurückhalten, sogar Iron Man und Thor tun es bisweilen. Nur Flash, der bleibt meisten auf dem Boden der Tatsachen. Alle anderen und noch viele Superheld*innen mehr hocken und fliegen über Hochhausdächer, lümmeln auf denen herum oder schwingen sich von Dach zu Dach. Als Superheld*in muss mensch wohl schwindelfrei sein.

Ich bin definitiv kein Superheld. Nach meinem Abitur habe ich im Zivildienst als Hausmeister in einem Krankenhaus gearbeitet. Dabei musste ich hin und wieder auf das Dach des fünfstöckigen Gebäudes hoch. Und stellte fest: Im Angesicht des steilen und tiefen Weges nach unten bin ich wohl nicht ganz schwindelfrei. Warum aber sind Dächer so anziehend für Superheld*innen und nicht zuletzt für die Bilderwelten von Filmen und Comics?

Natürlich hocken die da oben, weil es einfach ein schönes Bild ergibt. Comics und Filme sind ja auch nichts weiter als visuelle Medien, die von guten Bildern leben. Da wird die Realität schon mal hingebogen, um eine tolle Einstellung zu bekommen: Niemand muss sich ernsthaft fragen, was diese*r Held*in jetzt dort oben zu suchen hat. Trotzdem werden Held*innen immer wieder mit der Realität abgeglichen.

Das Präfix als Wesenskern

Dabei sollte mensch das möglichst vermeiden. Denn Superheld*innen leben von ihrem Präfix der Übertreibung, der völligen Abkopplung von der Realität und nicht zuletzt: vom Hype. Batman, Superman, Flash, Wonderwoman, Aquaman, Thor, Hulk, Spiderman, Black Widow – alle bilden sie Möglichkeiten der Realitätsflucht für Kinder und Erwachsene. Die funktioniert nur, wenn die Welten, in denen sie spielen, Fantastisches beinhalten.

Gänzlich fantastisch dürfen diese Welten allerdings nie sein, denn ein weiterer Reiz jener Figuren besteht in der Grenzüberschreitung. Nicht nur der menschlichen, körperlichen Grenzen, sondern auch der gesellschaftlichen und teilweise gesetzlichen Bestimmungen. Denn letztlich üben unsere Superheld*innen Selbstjustiz aus, bekämpfen ihre Gegner*innen im Alleingang und liefern sie – im besten Fall – höchstens mal bei der Polizei ab. Die Kollateralschäden, die dabei bisweilen entstehen, werden oft genug mehr oder weniger explizit ignoriert und damit der Allgemeinheit überlassen. Superman hat nun mal keine Haftpflicht.

Via Flickr by T K

superman arrestet_ T K“Das tut mir ja sehr leid, Herr Superman, aber dieses Hochhaus, dass sie gerade zerstört haben, kostete 800 Millionen Dollar. Wir müssen Sie leider mitnehmen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob wir eine Kaution für sie beantragen können.”

Superheld*innen dürfen tun, was uns Alltäglichen versagt bleibt. Der Grund: Sie sind per Definition Avatare des Guten, setzen ihre Macht für das “Richtige” ein – zumindest sobald sie in ihr Kostüm geschlüpft sind – und sollten sie einmal Fehler machen, dann wird ihnen verziehen. Sie meinten es ja nicht böse. Ist ein*e Held*in mal moralisch fragwürdig, so wird sich darum bemüht, diesen Konflikt (teilweise ziemlich kompliziert und haarsträubend) wieder aufzulösen, damit am Ende einer Storyline wieder der Status quo ante herrscht. Sonst wäre das Publikum um sein Happy End betrogen.

Und genau das macht Superheld*innen für mich eher langweilig. Sie gewinnen immer, können gar nicht anders. All die Auswirkungen ihrer Handlungen sind immer temporär, am Kern des/der Held*in ändert sich nichts. Das entspricht natürlich auch den Wünschen der Rechtinhaber. Denn Superheld*innen sind nicht anderes als Marken ihrer jeweiligen Verlage. Und die haben ein Interesse daran, ihre Marken aufrecht zu erhalten und so möglichst lange möglichst viel Umsatz damit zu machen.

Wolverine ist tot – Es lebe Wolverine!

Max hat mal als Link dieses Interview von Glen Weldon empfohlen, in dem genau der Spagat zwischen erzählerischem Anspruch und wirtschaftlichem Interesse beschrieben wird. Letztlich sind Superheld*innen natürlich nur ein Unterhaltungsprodukt, wenn auch eines, das stark in die Popkultur eingedrungen ist und dank der Kulturindustrie um Film und Comics auf viele Leute einwirkt. Aber gerade diese Breitenwirkung würde Superheld*innen für tolle, gesellschaftlich relevante Diskussionen zu einem wunderbaren Objekt machen. Immerhin versuchen viele Comic- und Filmplots aktuelle Gesellschaftsthemen abzudecken, wie die Debatten um Sexismus oder Homophobie im Comicbereich zeigen.

Aber ausgenommen vom Sexismus müssen diese Diskussionen allerdings ins Leere laufen. Denn kein Rechteinhaber würde seine Hauptsuperheld*innen beispielsweise als homosexuell präsentieren. Zu groß wäre die Gefahr, dass sich Fans plötzlich vor den Kopf gestoßen fühlen würden. Deshalb sind auch nur zwei weniger wichtige X-Men in einer homosexuellen Beziehung, oder eine Grüne Laterne, die in einer anderen Zeitlinie existiert. Da ist der Mut von Marvel, Thor zu einer Frau umzuschreiben, schon wirklich bemerkenswert. Allerdings bleibt bei allen Diversifizierungsbemühungen immer der Verdacht, dass dies nur passiert, um neue Zielgruppen zu erschließen, also aus wirtschaftlichem Interesse.

Via Flickr, by amanda

cat money_amandaDenn jede*r CEO ist im Grunde eine geldgeile Katze.

Superheld*innen bleiben langweilig. Der beste Beweis dafür sind Geschichten wie Watchmen oder Kick-Ass, die Superheld*innen aus ihrer Übertreibungswelt herausholen und mit unserer Reallität konfrontieren. Das Resultat ist Kick-Ass’ Plot über die Unvereinbarkeit von übermenschlicher Selbstjustiz mit der gesellschaftlichen Existenz von Individuen. Watchmens “Comedian” ist ein Kommentar zur Machtfülle, welche Superheld*innen im Prinzip genießen und wie diese – im wahren Leben – korrumpieren würde. Und Dr. Manhattan beweist, dass Superkräfte dazu führen können, dass die Held*innen sich irgendwann gar nicht mehr für menschliche Belange interessieren.

Und vielleicht schauen Batman, Wonder Woman, Spiderman und Konsorten noch immer von Hochhausdächern auf die Normalsterblichen hinab. Wegen der Aussicht, der guten Bilder, die daraus entstehen und der Distanz zwischen ihnen und unserer Realität. Ist Schwindelfreiheit eigentlich eine Superkraft?

Es grüßt Onkel Oscar – Whiplash

Ach Whiplash, du hättest so viel sein können. Die Schnitte, die Kamera, das Licht – ein Traum, ein wahrer Traum, der einem*r da entgegen schlägt. Selten habe ich einen Film gesehen, der mir in seiner Cineastik so gefallen hat und das bis zum letzten Schnitt, zur letzten Einstellung. Und selten bin ich von einer Story und den Charakteren so enttäuscht gewesen.

Whiplash ist ein Musikfilm. Und er entspricht diesem Genre so sehr wie er vorhersehbar ist. Die Story ist daher schnell erzählt. Ambitionierter Musiker (Miles Teller) trifft auf den Arschlochmentor (J. K. Simmons), der aber nur deshalb jede*n beschimpft, weil er das Meiste aus den Künstler*inn*en rausholen will. Mehr Figuren treffen wir nicht, denn alle anderen sind bloße Plotpoints. Hier hat kein Charakter Tiefe. Vielmehr treffen bloße Tropes auf eine hundertmal gesehene Geschichte.

Der amerikanische (Alb-)Traum

Auch wenn der Film von Damien Chazelle nicht American Sniper heißt, könnte er amerikanischer nicht sein. Denn hier geht es um den amerikanischen Traum. Der Sohn, der aus einer Familie kommt, in der es keine Musiker*inn*en gab – einer Familie, die fast gar nicht verstehen kann, warum er für die Musik brennt. Und es geht um den Kampf. Den Kampf um die beste Leistung. Du musst nur hart genug üben, du musst es nur richtig wollen und dann kannst du der*die Beste sein.

Doch eigentlich ist Whiplash eine Tragödie, denn hier wurde ein großartiges Setting, eine konsequente und wunderschöne Kamera und die besten Schnitte an eine mittelmäßige Story verschwendet, dass einem*r fast die Tränen in die Augen steigen. Selten habe ich Musik so schön inszeniert gesehen. Und es ist spannend diese Musikgeschichte anhand eines Schlagzeugers erzählt zu bekommen. Denn ähnlich wie der*die Bassist*in werden sie oft im Vergleich zu den Künstler*inn*en am Klavier, den Streichinstrumenten oder der Gitarre vergessen. Dabei sind beide – Bass und Schlagzeug – die Basis einer jeden Band.

Eine Ode an den Jazz

Und die Musik. Ach, die Musik. Als ehemalige Saxophonspielerin hatte ich schon immer eine Vorliebe für Jazz. Und der Film feiert diesen Musikstil ungebrochen. Der Film zollt dem Jazz auch damit Tribut, dass die Musik, die wir hören nur von den gezeigten Musiker*inn*en oder der CD kommt. Bis zur letzten Minute steht der*die Musiker*in im Zentrum. Wir sehen Künstler*inn*en, die es wirklich wollen, die an einer der härtesten und besten Schulen Amerikas für ihren Traum kämpfen. Whiplash zeigt uns wie unglaublich hart es ist, Musiker*in auf diesem Niveau zu sein und welchen Preis man* bereit ist zu zahlen.

Aber so gut und vielversprechend diese Prämisse klingt, so traurig ist es, was dann aus dieser Geschichte wird. Weder mag ich das Stereotyp des  beleidigenden Lehrers (oder Lehrerin), der*die ohne Rücksicht auf Verluste oder Political Correctness mit Agression um sich wirft, Schüler*inn*en schlägt und alle beschmipft, weil sie da sind. Noch mag ich den Topos des rücksichtslosen Erfolgs. Und damit meine ich rücksichtslos in jeder Hinsicht. Ohne Rücksicht auf die Menschen, die man* liebt, auf das eigene Wohl oder auf die eigene Psyche. Menschen wie Fletcher (eben besagter ‘Mentor’)  produzieren nur eins: Weitere rücksichtslose Arschlöcher. Und davon hat diese Welt schon genug.

Arschloch bleibt Arschloch

Natürlich ist es wichtig junge Künstler*inn*en zu pushen. Aber es gibt mehr Abstufungen als a) ich packe dich in Watte ein und sage du warst gut, obwohl du es nicht warst und b) ich terrosiere dich so lange bis du nichts anderes mehr machst als zu üben und ein psychisches Wrack bist.

Und fangen wir gar nicht von Frauen an. Es gibt genau eine Frau in diesem Film. Sie hat drei Szenen und dient nur dazu zu zeigen, was unser Protagonist bereit ist aufzugeben und wie egozentrisch er ist. An sich ist ja gegen eine Mikrostudie nichts einzuwenden. Filme wie Gravity zeigen, dass es funktionieren kann sich auf wenige Figuren oder Thematiken zu konzentrieren, um einen Punkt zu machen. Doch Whiplash gelingt es nicht, Figuren zu zeichnen, die uns wirklich interessieren. Die beiden Hauptfiguren bleiben den ganzen Film nicht mehr als verrückter Lehrer und noch verrückterer Schüler. Die einzig schöne Beziehung die wir sehen, ist die unseres Helden zu seinem Vater und auch diese hat nur einen Zweck, den Plot anzutreiben.

Via flickr by Monica Liu

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Der Film ist so vorhersehbar wie ein Notenblatt.

Gepaart mit den ’emotionalen’ Szenen (die z.B. zeigen sollen das auch Fletcher ein gutes Herz hat) und allen Konflikten, die die Situation zuspitzen sollen, lässt Whiplash zumindest bei mir nur Enttäuschung zurück. Denn alle diese Elemente siehst man* meilenweit voraus und lassen eine*n schon fünf Minuten vorher genervt seufzen. Whiplash ist Vorhersehbarkeit par excellence.

Und es ist einfach so schade, denn Miles Teller liefert hier wirklich einen grandiosen Job ab. Auch wenn das Drehbuch nicht wirklich charakterliche Tiefe hergibt, so holt er alles aus dem jungen Schlagzeuger raus. Er schwitzt, er blutet, er spielt sich fast in die Besinnungslosigkeit und das mit einer Intensität, dass ihm niemand mehr unterstellen kann ein einfacher Comedydarsteller zu sein. Auch J.K. Simmons macht wie so oft alles richtig, aber am Ende des Tages ist es immer einfacher den durchgeknallten Bösewicht zu spielen, vor allem wenn er so kompromisslos ist wie Fletcher.

Was bleibt also von Whiplash? Eine verschenkte Chance, die sicherlich den ein oder anderen Preis für den Schnitt oder die Kamera verdient hätte, deren Gesamteindruck aber verblasst gegenüber den anderen Nominierten. Und dann stellt sich die Frage, sollte man einen Film überhaupt prämieren, wenn er so existenziell in seiner Story versagt? Ich kann nur hoffen das Sharone Meir (Kamera) und Tom Cross (Schnitt) noch mal zusammenarbeiten. Nur bitte, bitte mit einem besseren Drehbuch, dann haben wir sicherlich den Film des Jahrzehnts.

Featured Image by SirachV

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