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Am Abgrund Links – Politischer Horror, Polygon-Ärsche und #Oscarssowhite

Die letzte Woche im ersten Monat des neuen Jahres. Mensch, geht das schnell! Damit ihr bei dieser Geschwindigkeit nicht den Überblick verliert, könnt ihr ja in unserer Links stöbern!

Anni

  • Das Merkel in der Flüchtlingskriese standhaft bleibt ist seit letztem Sommer ein wiederkehrendes Thema. Warum das so besonders ist, hat die Süddeutsche Zeitung beleuchtet.
  • Es wurde schon viel über die positiven Frauentypen im neuen Star Wars Film geschrieben, genauso wichtig für Geschlechterdebatten sind aber auch reproduzierte Männlichkeitsbilder. Hier könnt ihr nachlesen, warum auch an dieser Stelle Star Wars überzeugt.
  • Wie letztes Jahr zeichnen sich die Oscarnominierungen vor allem durch eins aus: Das fehlen von nicht-weißen Schauspielenden. Unter dem Hashtag #oscarssowhite hagelte es Kritik. Doch die Reaktion der Kritisierten fällt dieses Mal etwas anders aus – endlich.
  • Der Freitag beschreibt einen weiteren Fall, der beweist, dass die Entnazifizierung in der BRD nach der Kapitualition nicht so erfolgreich gelaufen ist, wie man* es sich wünschen würde.

Johannes

  • Das Horror-Genre, meist egal, in welcher Form es daher kommt, ist ein oft genutzter Gegenstand der Analyse. Besonders Psychoanalytiker*innen toben sich gerne mit dem Horror aus (und enden meist im Pipi-Kacka-Bereich). Eugen Pfister hat für videogametourism.at mal einen anderen Aspekt unter die Lupe genommen und sich gefragt: Wie politisch ist das Horror-Spiel Until Dawn? Er deckt die kleinen und großen “politischen” Entscheidungen während der Entstehung des Spiels auf und zeigt: Politik ist fast überall, zumindest ein bisschen. Das sage ich ja auch immer.
  • Für viele Spielenerds ist es wohl ein ewiger (und meist unerfüllbarer) Traum: Einmal selbst ein Spiel programmieren. Dabei hat die tatsächliche, aktive Arbeit an einem Titel selten etwas mit dem Idealbild zu tun und ist bestimmt von Stress, Crunch-Times und kreativen Zwängen. In riesigen Entwicklungsstudios wie Ubisoft oder EA kann die hohe Spezialisierung und Arbeitsteilung zudem dazu führen, dass man* sich auf einen klitzekleinen Aspekt des Spiels beschränken muss, beispielsweise das Design von Lampen (allen Lampen!). Wegen dieser hohen, geistesumnachteten Spezialisierung hat Entwickler Maxime Beaudoin Ubisoft Quebec verlassen, um sich mit Gingear Studio selbstständig zu machen. In einem Blog-Beitrag blickt er auf seine Zeit bei einem AAA-Entwickler zurück und erläutert, warum er genug davon hatte, an einem Projekt wie Assassin’s Creed: Syndicate mitzuarbeiten.
  • 2015 ist ja jetzt schon eine Weile her, aber es lohnt sich bei manchen Sachen vielleicht, doch noch einmal zurückzuschauen. So hat Polygon die “besten” Science-Fiction-Filme des vergangenen Jahres aufgelistet – und darunter finden sich erfrischen wenig Blockbuster. Für mich sind diese “kleinen”, weniger bekannten Titel immer wieder eine Inspiration.
    Gleichzeitig blicken die Damen und Herren von Ars Technica nach vorn: Was bringt das Spielejahr 2016? Auch dort konzentrieren sich die Autor*innen weniger auf die “großen”, bekannten und neu aufgelegten Titel, sondern eher um Indiependent-Spiele. So wie wir bei Mehr Spieler übrigens auch.

Max

  • Ich hatte die Tage Internetverbot. Nach meinem letztwöchigen “Stunk” hat mich auch so ziemlich jede weitere Nachricht traurig gemacht. Es ist schön, dass Anita Sarkeesian mal wieder für ein wenig Diskurs sorgt. Ihr Video über… na ja… Ärsche in Videospielen ist bestimmt nicht ihr bestes oder ein besonders tief greifendes Werk, aber gerade dadurch finde ich das Thema als Aufhänger zugänglicher. Man mag (und soll!) über einige Punkte bestimmt streiten, aber besonders die Ansichteinschränkungen der Kamera finde ich sehr spannend. Es bleibt zu hoffen, dass hier und da ein gesunder Diskurs angestoßen wird. Hater wird es eh ganz viele geben und inzwischen geht mir Sarkeesian auch mit von ihr geliebten Spielen härter ins Gericht, als es sinnvoll erscheint. Das schiebe ich allerdings nicht auf sie, sondern ist wohl dem Fakt geschuldet, dass die Frau nach den zahlreichen Drohungen und Beleidigungen lieber auf Nummer sicher geht und einigen Dummschwätzern Wind aus den Segeln nehmen möchte. Hoffentlich bringt es ihr etwas.

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Am Abgrund Links – Nerd-Kultur, David Bowie und Alltagssexismus

Die guten Vorsätze für 2016 sind jetzt schon im Eimer. Gerade erreicht uns die Nachricht, dass David Bowie verstorben ist. Zumindest können wir uns in diesem Fall damit trösten, dass er der Welt eine Menge toller und spannender Projekte hinterlassen hat. Der letztere Fall beherrscht wahrscheinlich auch eure Social-Media-Chroniken. Hurra, 2016. Ich kann verstehen, wenn einige nach weniger als zwei Wochen schon keinen Bock mehr haben.

Anni

  • Köln ist noch immer in aller Munde. Leider ist das Resultat zu oft, dass rassistische Stereotype reproduziert werden und nicht über das eigentliche Problem (und die Opfer) gesprochen wird: Alltagssexismus. Zu diesem Thema illustriert Katja auf Krach Bum, warum nach Köln nicht über Zuwanderer sondern über rape culture, victim blaming und street harassment gesprochen werden muss.
  • Wenn man am Morgen als erstes Lesen muss, dass David Bowie gestorben ist, dann kann das kein guter Tag werden. Daher an dieser Stelle kein informativer Link, sondern leidiglich für die Erinnerung an ein großes musikalisches Talent.

Johannes

  • Angesichts der Bedeutung von Computern sowie allem Technischen und dem Erfolg von (nostalgischer) Popkultur wird immer mal wieder das “Zeitalter der Nerds” ausgerufen. Der Erfolg von Serien wie Big Bang Theory scheint das zu untermauern. Auf Hackerkongressen wie der DefCon oder dem Chaos Communication Congress wird deshalb immer wieder eine “Nerd-Kultur” beschworen. Obwohl diese Art von Underdog-Kultur prinzipiel erstmal symphatisch ist, birgt diese spezielle Kultur gewisse Problematiken, die Michael Seeman in seinem Blog aufdeckt. Neben einem Hang zur Frauenfeindlichkeit herrscht in der Nerd-Kultur nämlich auch der Glaube vor, es einfach immer besser zu wissen. Ausserdem wird die soziale Inkompetenz nicht konstruktiv erklärt, sondern augenzwinkernd entschuldigt und mit ihr kokettiert. Das führt dann auch zu Brechstangen-Nerds wie Fefe, den ich früher hin und wieder mal verlinkt habe. Seit einiger Zeit schon mache ich das aber nicht mehr, da mir die von Seeman aufgeführten Punkte ebenfalls aufgefallen sind. Und wie immer gilt deshalb: Kein Applaus für Scheiße.
  • Ich bin ja nicht so der Podcast-Typ. Das ist eher Max’ Territorium. Vor kurzem bin ich allerdings via Nerdcore auf eine Sendereihe des Radio Bremen mit dem sehr hochtrabenden Titel “Grundschriften der europäischen Kultur” gekommen – und es ist großartig. Behandelt werden die zentralen Werke der Literatur, welche Europa geprägt haben, angefangen von Gilgamesch-Epos, über die Odysse und Utopia hin zu Grimms Märchen oder dem Kommunistischen Manifest. Die etwas weniger als zweistündige Sendung ist dabei kein schnöder Vortrag, sondern die Reflektionen über die Texte werden durch Lesungen von professionellen Schauspielern ergänzt. Alles in allem finde ich die Reihe unheimlich interessant und für einen Uni-Absolventen wie mich, der sich nach mehr Input seht, ist die Reihe genau das: Hirnfutter. Von der wunderbarsten Art.
  • Unsere Vergangenheit ist schwarzweiß. Vor allem die Nazi-Zeit war trotz roter Hakenkreuzflagge und Braunhemden monochrom. Und das, obwohl durchaus Farbaufnahmen aus den Kriegsjahren existieren. Auf Vimeo ist nun dieser kleine Zusammenschnitt aufgetaucht, der Farbbilder aus dem zerbombten Berlin zeigt. Ich bin mit nicht sicher, ob die Aufnahmen nachträglich koloriert wurden oder bereits Farbaufnahmen sind. Deutlich ist jedenfalls, dass die Audiospur nachträglich hinzugefügt wurde. Trotz dieser Manipulationen sind die Bilder faszinierend, zeigen sie doch die unglaubliche Zerstörung und geben zugleich einen kleinen Einblick in den Alltag der besetzten und geteilten Stadt. Inklusive frechen Bilder Damen beim Trümmerschleppen.

Max

  • Anni hat an und für sich schon alles angesprochen, was mir diese Woche an “schweren” Themen auf dem Herzen liegt. Seit Tagen zieht es sich in meiner Magengegend zusammen, wenn ich auf Facebook unterwegs bin und die Nachrichten lese. Also mache ich mich verschämt an die unwichtigen Buletten.
  • In ein paar Wochen werden viele Menschen die Schlechtigkeit des Alltags ausblenden, weil etwas ganz Wichtiges passiert. Sehr reiche Menschen treffen sich, um sich gegenseitig zu applaudieren, was für einen großartigen Job sie machen. Nein, es ist keine Generalkonferenz der FIFA. Es sind die uns so geliebten Hollywoodstars. Und spätestens jetzt nach den Golden Globes (aka “Mini-Oscars”) muss natürlich schon darüber geredet werden, wer was gewinnt. Eigentlich sollte die Frage mal wieder sein, ob DiCaprio diesmal den Oscar bekommt (eine weitaus spannendere und harmlose Frage als Hungernöte). Allerdings schaffen es die Golden Globes dieses Jahr zu zeigen, dass Hollywood sich nicht zu schade ist, sich für wirklich jeden zu verbiegen. “The Martian” (Der Marsianer) ist eine Komödie. Was haben wir alle gelacht, als Matt Damon mehrere Male fast abgekratzt ist. Der Brüller! Nun, irgendwie mussten Ridley Scott und Matt Damon schließlich geehrt werden. Was wäre das für eine Preisverleihung, wenn nur einer gewinnen kann? Ich frage mal Daniel Day-Lewis.
  • Und doch noch ein Wort zu David Bowie. Abgesehen davon, dass er ein großer Musiker war, sind auch seine Filmrollen meistens ein Genuss. Auch wenn seine Rolle in “Labyrinth” die wahrscheinlich ikonischste ist, kann ich nur empfehlen, dass ihr euch mal “The Prestige” anguckt (bzw. mal wieder anguckt). Neben Hugh Jackman und Christian Bale vergisst man schon mal alle Nebenrollen. Eine davon ist eben Bowie. Als Nikola Tesla! Eins elf und so! Und Andy Serkis (Gollum, King Kong, Caesar, jedes MoCap dieser Welt) ist sein “Butler”! Entschuldigt bitte, aber ICH muss den Film jetzt nochmal gucken.

Featured Image by Antonio Tajuelo

Am Abgrund Links – Neues Jahr, neues Glück

Da sind wir wieder. Der Staub muss aus dem Getriebe gepustet werden. Langsam kommen wir wieder in Fahrt, zumindest reden wir uns das ein. Zum neuen Jahr das “Wichtigste” in Kürze.

Max:

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Am Abgrund Links – Pluto, Nazis und Integration

Riecht ihr das auch? Zimt und geschmolzenes Wachs in der Luft? Wenn ich nur wüßte, wo das herkommt… Kann mir da jemand weiterhelfen? Ausserdem ist es in letzter Zeit nervig kalt geworden und es wird verdammt früh dunkel. Hach, ich werde alt und bekomme einfach nichts mehr mit. Aber immerhin haben wir wieder ein paar Lesehinweise für euch.

Johannes

  • Das hier ist sehr bedenklich. Um nicht zu sagen – Scheiße. Aber machen wir uns nichts vor: Würde Deutschland von zwei Terrorangriffen in so kurzer Zeit erfasst werden, die AfD und andere Parteien vom xenophoben, volkstümelnden Rand wären schneller im Bundestag, als wir “Nazis!” rufen könnten. Hoffen wir, dass die Rechten nicht weiter in die Demokratie vordringen können. Wir wissen ja, wie das endet.
  • Ebenso bedenklich ist es, wenn in einer Demokratie ein sinnvoller Diskurs nicht mehr möglich ist. In den USA wird dies durch den Umgang mit den Amokschießereien mehr als deutlich – und dem Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, der Politik jenseits aller politischen Kultur macht. Können wir alle mal bitte tief durchatmen und wieder versuchen, rational zu argumentieren?
  • Die Kollegen von Videogametourism.at kümmern sich um das Thema Open World. Weil das momentan der (bereits wieder abflauende?) Trend der Branche ist und es mittlerweile genug Beispiele für nicht funktionierende, offene Spielewelten gibt. Die Müdigkeit, die aus den Wörtern des Textes spricht, kennen Max und ich auch zu Genüge (zum Beispiel hier).
  • Bilder von fremden Planeten sind unheimlich faszinierend für mich. Da draußen lauern Milliarden an Welten mit ihrer ganz eigenen Geographie – und trotzdem sehen die Bilder vom Pluto ein bisschen so aus, als seien sie auf der Erde geschossen worden, nur eben in Schwarzweiß. Hach, der Weltraum! Unendliche Weiten!

Max:

  • Integration geht nicht von Heute auf Morgen. Das stimmt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Deutschland ist aber nicht erst seit Heute ein Integrationsland. Wir profitieren von von außen kommenden Menschen in Form ihrer Arbeitskraft und ihrer Menschlichkeit seit Jahrzehnten. Wir schleppen allerdings auch Altlasten mit uns herum, die die Gesellschaft bis Heute vor Probleme stellen, wie die Schulbildung. Diese Probleme werden weiterhin nur mäßig angegangen, aber vielleicht können gerade aus einer Krise heraus Schlüsse gezogen werden, die Deutschland noch besser im Integrieren machen. Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft und das betrifft alle Parteien, die immer weiter an sich arbeiten müssen, wenn ein friedliches Zusammenleben funktionieren soll.
  • Ihr wollt in Sachen Musikgeschmack ein wenig rumhipstern? Dann kommt die NPR-Bestenliste doch bestimmt wie gerufen für euch, oder?
  • Das Remake von “Final Fantasy VII” soll mehrteilig werden. Was das genau heißt, weiß keiner so genau. Ich habe mich vor knapp zwei Jahren schon mit der Idee von Episoden-Spielen auseinandergesetzt. So ein Vorhaben erfordert eine gute Planung und einen strikten Zeitplan. Mit einem fairen Preissystem und der Einbindung von Feedback ist das System gar nicht so abwegig, aber bisher kann ich es mir lediglich für lineare Geschichten vorstellen. Wie der “Overworld”-Aspekt eines Rollenspiels in ein solches System passt, ist, freundlich ausgedrückt, zumindest schwer vorstellbar.

Featured Image by NASA

Am Abgrund Links – Analoges Exil und Analoge Videokassetten

Es ist wieder Wacky Week hier bei uns auf dem Blog. Statt Montags bringen wir diese Woche die Links am Dienstag. Wildes Weltzugrundegehen! Dafür haben wir extra Anni aus der unfreiwilligen Internet-Abstinenz geholt!

Anni

  • Mein Leben im analogen Exil nervt, aber in den letzten Wochen wollten weder mein Computer noch mein Internet funktionieren. Ersteres ist mittlerweile wieder fit, zweiteres wiederum… Wie dem auch sei, es wird Zeit, dass auch ich wieder etwas zu den Links beisteuere, denn das ist eine andere Lektion der letzten Wochen. Die Welt hört sich nicht auf zu drehen, nur weil man* keine Möglichkeit hat immer informiert zu sein.
  • Der Freitag (eine Wochenzeitung, die konstant mein Herz erobert) fast noch einmal schön zusammen, was das Problem mit Xavier Naidoo und dem ESC ist. Außerdem waren noch  einige Überlegungen zu Sozialismus, Innovationen und neoliberalen Gedanken zufinden. Absolut lesenswert.
  • Über Pinkstinks habe ich ein cooles Projekt entdeckt. Diese Seite erzählt die Märchen der Gebürder Grimm neu und versucht damit die Wirkung von Narrativen auf Kinder zu verdeutlichen.
  • Für den Abschluss noch was schönes. Das Internet hat neben seiner Schattenseiten auch immer wieder nette kleine Überrraschungen zu bieten. Zum Beispiel Bilder von gealterten Superheld*inn*en. Enjoy.

Johannes

  • Kennt ihr sie noch? Videotheken? Wo man gaaaaaaaaaaaaaaaa-ha-hanz früher VHS-Kassetten geliehen hat, später dann DVDs? Und heute gar nichts mehr leiht, weil die Dinger fast alle zumachen? Der Grund dafür ist ganz einfach: Dank Internet, Streaming, Video-on-Demand und nicht zuletzt den Übernacht-Services von Amazon und Co. haben sich Sehgewohnheiten und Konsumverhalten von Filmen geändert. Wie sich das auf eine kleine Videothek in den USA auswirkt, schildert dieser Text von Dennis Perkins. In den Vereinigten Staaten sieht die Situation nochmal ein bisschen anders aus als hier in Deutschland, da es dort große Verleihketten wie Blockbuster gab, die nach und nach kleinere Läden aufkauften – nur um dann selbst pleite zu gehen. Die Ketten gibt es auch in Deutschland, beispielsweise Bari-Videofuchs-Videotheken in NRW, sind allerdings wesentlich kleiner als ihr nordamerikanisches Pendant.
  • Auch sehr US-zentriert ist diese Aufzählung von 28 verbreiteten Rassismen und die Möglichkeiten, ihnen argumentativ zu begegnen. Was wir ja oft ausblenden ist, dass in den USA das Thema viel offensichtlichter ist und daher auch offensiver behandelt wird. Das führt natürlich zum einen zu mehr offenen Rassismus in der US-Gesellschaft, zum anderen aber auch zu einer im Prinzip größeren Sensibilität diesem Thema gegenüber. Anders in Deutschland: Hier gilt ein Mensch erst als Rassist, wenn sie oder er Juden vergasen und farbige Menschen mit dem N-Wort bezeichnet (das mit dem dopelten G, das mit dem einfachen G entzündete ja vor ein paar Jahren eine wunderbar absurde Diskussion über die Daseinsberechtigung von rassistischen Begriffen in Kinderbüchern). Hier gibt es kein Bewusstsein für die gängisten Formen von Rassismus, weshalb in Dresden und ich viel zu vielen anderen Städten jeden Montag ein Haufen Rassisten durch die Straßen stolzieren darf, ihre xenophobe Scheiße in die unbeleuchtete Dezembernacht herausbrüllen darf und dabei sich zu sagen erdreistet “Ich? Ich bin doch kein Rassist!”. Wo wir da gerade beim Thema sind…
  • Neben all den anderen schrecklichen Dingen (s.o.), für die PEGIDA und die AfD so verantwortlich sind, ist das Wiedererscheinen des Begriffes “Volk” eines der schlimmsten. Der von den neurechten so oft bemühte Spruch “Wir sind das Volk” knüpft dabei nur für uninformierte an die Tradition der Wende-Demonstrationen an. Viel näher liegt der Spruch leider am Volksbegriff der Nationalsozialisten und Rassenkundler des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Da helfen auch alle falschen “Nazis raus!”-Rufe bei PEGIDA nicht. Denn, wie Michael Bittner feststellt, ist das ohnehin eine brechreizerregende Verdrehung des Begriffes. Sagen wir also doch bitte, wie es ist: Da laufen, bei AfD und PEGIDA insbesondere, Nazis mit. Scheißegal, ob sie sich selbst so identifizieren oder nicht, ihre offenbarten Taten und Positionen sprechen da deutlich genug.

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Am Abgrund Links – Nintendo und Behutsamkeit

Ach, es ist eine Krux mit der Arbeit. Zum einen brauchen wir sie, um Geld zu verdienen, zum anderen hält sie uns davon ab, interessante Links zu aggregieren, um unseren Linkspam zu füllen. Wenn dann auch noch ein Terroranschlag die Stimmung vermiest, stelle ich mir dann die Frage: Soll ich überhaupt noch etwas posten? Aber diese Frage ist zwangsweise eine rhetorische, denn die Antwort kann nur lauten: Ja klar, jetzt erst recht. On y va!

Johannes

  • Als ich Freitagnacht von den Anschlägen in Paris las und im Verlauf der Nacht klar wurde, dass es wahrscheinlich ein Terrorakt war, breitete sich eine dunkle Vorahnung in mir aus: Jetzt wird die Diskussion um Flüchtlinge in Europa und Deutschland eine neue Schärfe bekommen, einen noch nationalistischeren und empathielosen Ton als ohnehin schon. Es ist daher beruhigend zu sehen, wie (inter-)nationale Medien sehr behutsam berichten und versuchen, die xenophoben Emotionen mit Informationen zu kontern. Beispielhaft tun dies der Guardian und die Süddeutsche Zeitung, die ihre Recherchen zum syrischen Pass, welcher in der Nähe einer der Selbstmordatentäter gefunden wurde, veröffentlichen. Das Ziel: Die Spekulationen möglichst niedrig zu halten und den Beißreflex in Richtung Flüchtenden so gut wie möglich mi Fakten konntern. Leider gibt es viel zu viele Menschen, die regelrecht faktenresistent geworden sind, in ihrer schnuckeligen kleinen Filterblase.
  • Es fällt mir schwer, das zuzugeben, aber: Die Quasi-Ankündigung von Nintendo, eine neue Konsole herauszubringen, ist Ende Oktober völlig an mir vorbeigegangen. Ich fühle mich in meiner Ehre als frei-beruflicher (der Bindestrich ist da mit Absicht gesetzt) Spielejournalist gekränkt. Trotzdem habe ich mir natürlich die wenigen Infos, die es bereits gibt, angelesen. Das ganze analysieren Max und ich vielleicht in einer Mehr-Spieler-Folge. Für euch erstmal ein paar Links, falls ihr genau wie ich von den Plänen zum “Nintendo NX” überrascht wurdet:
    PC Games Hardware
    4Players
    Techradar
    Ausserdem ist die Webseite nintengen.com ein sehr guter Fundus für Informationen zu diesem Thema.

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Am Abgrund Links – Zuviel Rassismus in diesem Land

Einsam halte ich diese Woche die graue Fahne unseres Blogs hoch, während Anni ihren Laptop verarztet und Max “unterwegs” ist. Deswegen müsst ihr mit meinen hochpolitischen Links leben – aber hey, es gibt schlimmeres. Beispielsweise Montags in Dresden den Pegidist*innen beim Rumschreien und Panikmachen zuschauen.

Johannes

  • Auch in dieser Woche (vor allem am Montag) müssen wir uns wieder den Tatsachen stellen: Es gibt einen rechten Terror in Deutschland, es wird nicht besser, es werden immer mehr Leute miteinbezogen, es gibt Angriffe auf Flüchtende und Migrant*innen. Statt allerdings gegen diese Verbrecher*innen vorzugehen und die Stimmung im Land umzukehren, heizt die Regierung die xenophobe Stimmung mit ihrer zunehmenden Abschottungspolitik noch weiter an. Es ist einfach eklig.
  • Klar deutlich wird auch, welcher Zusammenhang zwischen den geistigen und realen Brandstifter*innen besteht: Wenn ein Gymnasiallehrer sich Gedanken darüber macht, dass junge (zwölfjährige) Mädchen von jungen, männlichen, testosterongeladenen und zivilisatorisch natürlich völlig ungehemmten muslimischen Männer angezogen sein könnten, dann läuft etwas schief. Zum einen, weil der Leitartikel in der Zeitschrift des Sachsen-Anhalter Philologenverbandes aus feministischer Sicht bedenklich ist, weil hier ein männlicher Lehrer ausschließlich um seine weiblichen Schülerinnen besorgt ist, die von ausschließlich männlichen Muslimen verführt werden könnten. Zum anderen, weil dieser Artikel auch zeigt, welch antiquierten und rassistischen Vorstellungen noch in weiten (und gut gebildeten) Kreisen Deutschlands vorherrschen. Das Bild der barbarischen Horden die unschuldige Frauen und Töchter schänden, ist buchstäblich antik! Und kein anderes Bild malt der Leitartikel! Zum Glück hat ein sehr erboster offener Brief/Blogbeitrag einen Kontrapunkt gesetzt.
    Es ist zudem wunderbar, wie sehr der Text das Täter-Opfer-Verhältnis umkehrt: Die Flüchtenden sind Kriegsopfer (nicht zuletzt, weil die deutsche Außenpolitik inklusive der Waffenexporte an der Destabiliserung der Region beigetragen hat) und fliehen nun nach Deutschland. Hier werden diese Opfer nun zu potentiellen Tätern gemacht, da sie “unsere” Regeln nicht akzeptieren können oder wollen, und nebenbei auch noch unsere Frauen und Töchter bedrohen. Wo leben wir eigentlich?
    Vielleicht sei hier mal eine gängige Rassismusdefinition vorgestellt:
    Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen (Nach Albert Memmi)
    Zu beachten ist hierbei: Es geht nicht vordergründig um ethnische Zugehörigkeit, sondern um Diskriminierungsmechanismen. Das sollte jede*r verstehen, der*die Sätze beginnt mit “Ich bin kein Rassist, aber…” Und von denen gibt es leider noch immer zuviele.
  • In other News: ActivisionBlizzard hat King Entertainment gekauft, die mit Candy Crush einen der beliebtesten Free-2-Play-Titel erschaffen haben. Für das Team von Superlevel ist dies allerdings nicht der Höhepunkt des F2P-Booms, sondern eher der Anfang vom Ende.

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Am Abgrund Links – Rechte Jugend und… Fußball?

Kaffee, Tee, Guarana – egal, hauptsache es macht wach und ist warm. Und wenn euer Hirn sich dann auf Betriebstemperatur erwärmt hat, bekommt es auch gleich neuen Input. Von uns, mit den Links aus dieser Woche.

Johannes:

  • In seinem 1941 verfassten Stück “Der unaufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui” schrieb Berthold Brecht: “Es ist der Schoß fruchtbar noch, aus dem das kroch” und meinte damit Nazi-Deutschland. Schaue ich heute (mit Grauen) nach Deutschland, so muss ich feststellen: Dieser Schoß ist nie ausgetrocknet! Die Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte häufen sich derzeit wieder und ein AfD-Politiker beschwört Goebbels-Rhetorik herauf, indem er von tausendjähriger Geschichte schwafelt – er könnte genauso gut vom tausendjährigen Reich palavern, die Leute merkten’s nicht und applaudierten trotzdem. Wen wundert es bei einem offensichtlich rechtslastigen Geheimdienst, dass Neonazis seit Beginn der Bundesrepublik im Geheimen, aber auch Öffentlichen, ihre sogenannte Politik betreiben konnten. Und dass sie sich mehr oder weniger ungehindert seit der Wende in Ostdeutschland ausbreiten und die Provinzen infiltrieren konnten. Und nun haben wir eine braune Generation, die in Lagern mit militärischen und rassitischen Drill herangezogen wurde.
    Die Zeit hat in einer ausführlichen Reportage mit einer Aussteigerin aus der modernen Neonazi-Szene gesprochen. Für viele ist es wahrscheinlich erschreckend, wie gut vernetzt der braune Mob in Deutschland und Europa ist. Und welche wahnwitzigen Ideen diese kranken Geister verfolgen (“Wir besiedeln Ostpreußen neu!”). Ein sehr langer, aber sehr aufschlussreicher Text.
  • In die ähnliche Kerbe schlägt Dunya Hayalis Ausflug zur AfD-Demo in Erfurt. Nach dem unvermeidlichen Vorwurf der Manipulation hat das ZDF das gesamte Interviewmaterial veröffentlicht. Wenig überraschend: Die Leute faseln alle von Überfremdung, drogendealenden Balkan-Migranten und – natürlich – einem Herz für Kriegsflüchtlinge. Angesichts dieses Materials und zudem noch vieler weiterer, offen zugänglichen Zeugnisse über die Fremdenfeindlichkeit und den unverhohlenen Rassismus weiter Teile der deutschen Gesellschaft, stellt sich die Frage: Wann lernen die Menschen in diesem Land endlich, was Rassismus wirklich bedeutet? Wann wird niemand mehr sagen: “Ich hab nichts gegen Ausländer, aber…”, sondern lieber schweigen?
  • Das Team von Superlevel glänzt wieder mit einem hervorragenden Essay über die zunehmende Diversität auch in Sportspielen, dem althergebrachten Metier des Gamebro-Archetypen. Denn die werden plötzlich mit ethnischer Vielfalt und – oh Schreck! – Frauenfußball konfrontiert, auch wenn solche Kleinigkeiten eher ein nettes Gimmick als Spielinhalt sind. Trotzdem: Ein Schritt nach vorn geht in die richtige Richtung und es wird interessant werden, wie sich diese Entwicklung in Zukunft vollzieht.
  • Und dann noch etwas Netzpolitik: Kaum hat das Europäische Parlament in einem bemerkenswerten Akt unbeabsichtigter Dialektik gleichzeitig FÜR und GEGEN Netzneutralität gestimmt, da haut der Telekom-Chef gleich mal ein Statement raus, wie er die neue Regelung zu Nutzen gedenkt: Für mehr als “Normalgeschwindigkeit” sollen die Kunden doch bitte auch mehr zahlen. Vor allem Start-Ups seien auf seine “Spezialdienste” angewiesen und könnten ja eine Umsatzbeteiligung locker machen. Was ein Scheißverein! Vodafone ist übrigens wenig besser. Die sagen sinngemäß: Wir planen momentan nichts dergleichen, finden den Vorstoß der Telekom klasse! Selten zuvor wurden alle Befürchtungen, die im Vorfeld in den Raum geworfen wurden, so schnell bestätigt. Herzallerliebst!

Max

  • Fußball. Ja, wirklich: Fußball. Am Anfang war der “Kaffeeklatsch mit Eierschegge und en Schälschen Heesn” nur der Off-Topic-Bereich des Unterforums für Dynamo Dresden Anhänger auf Transfermarkt.de. Wer sich allerdings tatsächlich mit Dresden beschäftigt und vielleicht auch noch im “Elbflorenz” wohnt, an dem geht auch die Außendarstellung der Stadt und des Vereins sowie die politische Situation nicht vorbei. Inzwischen gibt es sehr erbauliche, interessante und auch spannende Einträge, wie die Fans ihre Situation neben dem Platz einschätzen. Und manchmal hat es zur Erleichterung von Menschen wie Johannes auch gar nichts mit Fußball zu tun. Findet ihr auch ein paar Idioten, wenn ihr lange genug sucht? Das ist wohl eher eine rhetorische Frage, wenn man sich im Internet nach Meinungen umschaut. Mich hat der Thread die letzten Tage und Wochen immer wieder in verschiedener Hinsicht unterhalten. Ein freundliches “DY! NA! MO!” an den Tabellenführer der 3.Liga und eine Erinnerung daran, dass nicht gleich jeder Fußballfreund auch ein gewaltbereiter Depp ist. An alle Fans, die an der Rekord-Choreo mitgearbeitet haben: “RESCHBÄGGT!”
  • Full Disclosure: Aus Respekt und Höflichkeit verlinke ich meine Arbeit außerhalb des Blogs normalerweise nicht, aber es lohnt sich nun mal wirklich. Ja, den Artikel habe ich geschrieben. Nein, ich habe von niemandem Geld dafür bekommen. Es ist schlichtweg leichter und fairer gegenüber den Seitenbetreibern die es mir ermöglichen über all diese Musik zu schreiben, dass ich einen Artikel hier verlinke. Will Varley ist ein sehr spannender Liedermacher (wir coolen Menschen sagen heutzutage aus irgendeinem Grund “Singer/Songwriter”), der sehr nachdenklich und sehr politisch mit “Postcards From Ursa Minor” ein wirklich fantastisches Album veröffentlicht hat. Wer es genauer wissen will, der liest meine Kritik. Es liegt mir einfach nur am Herzen, dass mehr Menschen von Will Varley wissen, weil ich nicht einfach nur aus Spaß an der Freude Höchstbewertungen vergebe. Aber wenn wir schon beim Thema sind: Bitte, bitte, bitte lest Kritiken, anstatt euch nur auf irgendwelche Zahlen/Noten/Bewertungen zu verlassen. Vielen Dank, ein Schreiberling.

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Am Abgrund Links – Populismus und “Alles Steht Kopf”

Also, wir versuchen hier ja immer gute Laune zu verbreiten. Auch und vor allem am Montag. Aber manchmal, ja, manchmal fällt das echt schwer. Die Kunst ist, aus all den erdrückenden Nachrichten Kraft zu schöpfen und sich zu sagen: jetzt erst recht! Denn die Erde ist zu schön, um sie den Deppen und Arschlöchern zu überlassen.

Johannes

  • Puh. So langsam wird es wirklich ungemütlich in diesem Deutschland. Für Menschen mit Migrationshintergrund und nicht zuletzt Flüchtende ist es ja schöön länger so, aber angesichts der zunehmenden rechten Gewalt möchte ich mich kaum noch mit Politik beschäftigen. Vor allem, weil diese völlig falsch und widersprüchlich agiert. So warnt Innenminister De Maizière angesichts des Jahrestages der PEGIDA-Demos vor den neuen “Nazis” und brandmarkt die Demonstrat*innen somit. Das heizt die Stimmung wiederum zusätzlich an. Aber De Maizière trägt selbst dazu bei, wenn er beispielsweise noch vor vier Tagen Öl ins Feuer goß, als er sagte, die Anzahl an Flüchtenden sei “einfach zu hoch”. Übrigens äußerte sich der Innenminister derart am selben Tag, als das neue, weiter verschärfte Asylrecht verabschiedet wurde. Und noch ein paar Tage zuvor verlangte De Maizière, die EU-Aussengrenzen besser zu schützen. Das ist nur ein Beispiel aus der Kakophonie der Widersprüchlichkeiten, die aus den Mündern der Politiker*innen dieses Landes tönen. Machen wir uns nichts vor: PEGIDA, die AfD und die CSU haben dazu beigetragen, dass Deutschland ein Stück weit nach rechts gerückt ist und sich auch nun hier der Populismus Bahn bricht, wie es in anderen EU-Ländern wie den Niederlanden, Frankreich, Österreich, Dänemark und Schweden bereits der Fall ist. Und übrigens auch in der Schweiz (siehe unten). Die richtige Reaktion wäre es, sich angemessen mit den alltäglichen Rassismen in Deutschland auseinanderzusetzen und sich bewusst zu machen: Es reicht nicht, diese Menschen als “Nazis” abzustempeln und sie damit sprachlich ausserhalb der Gesellschaft zu stellen, sondern ganz klar benennen muss, dass sie nur ein Produkt des Rassismus, der Fremdenfeindlichkeit und fehlenden politischen Bildung in diesem Land, in dieser Gesellschaft sind. Dieses Problem schafft man* nicht durch Transitzonen weg, sondern nur durch harte Arbeit, Argumente und vor allem einem Rechtsstaat und einer Polizei die nicht auf dem rechten Auge blind ist. Aber auch jede*r Einzelne kann etwas tun: Nämlich im eigenen Bekanntenkreis, auf Arbeit und in der Kneipe, im Sportverein, einfach überall, wo tumbe Äusserungen über “Ausländer” oder “Flüchtlinge” nicht sofort zu akutem Brechreiz führen, die eigene Stimme erheben und sagen: Nö. Du hast Unrecht und deine Meinung ist nicht “legitim”, sondern scheiße. Weil sie menschenverachtend ist.
  • Die Schweiz hat schon lange in Problem mit den Populisten der SVP, seit den Wahlen am Sonntag soger noch mehr. Bereits seit Jahren dominiert die SVP das Parlament, nun hat sie noch mehr Abgeordnete als zuvor. Durch das schweizerische Konsenssystem sind die Konsequenzen nicht so drastisch, wahrscheinlich wird die SVP eine* weitere*n Minister*in stellen dürfen. Es sagt aber viel über die Stimmung im Land gegenüber Ausländern aus, und dazu, das sollte man vielleicht an dieser Stelle erwähnen (siehe oben), gehören in der Schweiz auch Deutsche. Die Dominanz der SVP wird oft auf ihren Populismus geschoben, viel aber auch auf ihr gutes finanzielles Polster. Allein der SVP-Chef Christoph Blocher könnte mit seinen Milliarden den Wahlkampf aus der Portokasse finanzieren. Aber auch die Medien springen immer wieder auf den Empörungszug der SVP auf und spielen ihr Spiel mit. Zum Glück sind viele Medien da Selbstkritisch, viel hilft dies allerdings nicht.
  • Weg von der Politik: Steam macht Ernst mit seinen Steammachines und liefert erste Exemplare für das Streaming vom PC auf den Fernseher bereits an Vorbesteller aus. Die Technik-Experten von Ars Technica haben das Starter-Set ausprobiert und sind eher unterwältigt, aber guter  Hoffnung. Mich freut es einfach, dass das SteamOS auf Linux läuft und so – hoffentlich – eine freie Alternative als Spieleplattform zum Windows-PC heranwächst.

Max

  • Ich wollte mich eigentlich zu den Vorfällen in Köln äußern, doch meine Laune lässt es nicht wirklich zu. Ich kann nur appellieren, dass man sich damit auseinandersetzt und so etwas weder als Normalität, noch als bloßen Einzelfall abtut. Um etwas für die bessere Laune zu tun, kann ich nur mein persönliches Okay für “Alles Steht Kopf” geben. Der Film ist ein wunderbares Werk für junge Erwachsene geworden, die sich einmal reflektiert, aber trotzdem unterhaltsam mit ihrer Kindheit auseinandersetzen wollen. Aber auch für alle offenen Zuschauer birgt der Film einen netten Einstieg sich darüber klar zu werden, was uns antreibt, wenn wir auf unsere Umwelt reagieren. Außerdem schafft der Film es trotz einer “Erklärung” für unser Verhalten den Zufall und damit auch das Wunder des Lebens aufrecht zu erhalten. Wenn ihr dann schon komplett im Thema drin seid, kann ich nur “Das Orangenmädchen” von Jostein Gaarder sowie “Set This House In Order” von Matt Ruff als künftige Lektüre vorschlagen.

Featured Image by Robert Couse-Baker

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