Category: Kladderadatsch (Page 1 of 25)

Aufreger! Wahlkampf 2017 – No Future

Die Parteien haben scheinbar keinen Bock auf Zukunft. Das ist einer der Schlüsse, den wir nach einer guten halben Stunde über Gott, Kanzler und die Welt ziehen. Wahlkampf, das ist zäher Kautabak, der einen ordentlichen Nachgeschmack hinterlässt. Statt uns vermitteln diesmal viele Politiker lautstark “No Future”.

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Aufreger – Der Podcast! Die Schwarze Magie der Suchmaschinenoptimierung

„Was? Warum reden die Jungs von Mehr Spieler plötzlich über Suchmaschinenoptimierung? Ich will wieder Videospiele!“

Wir auch, lieber, ein Stück weit zu sehr echauffierter Hörer und Leser oder hoch verehrte Hörerin oder Leserin! Nur: Wenn das wahre, richtige, harte Leben zuschlägt und einem kaum Luft zum Atmen lässt, dann muss man die Gelegenheiten ergreifen, die sich bieten.

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Ein langer Aufreger über Millionengehälter

Vorbemerkung: Das Thema “Hohe Gehälter” beschäftigt mich schon lange und ich habe eine sich bietende Gelegenheit genutzt, meine Gedanken dazu nieder zu schreiben. Der Komplexität dieses Themas wird auch mein Text nicht gerecht, aber ich habe versucht in lesbarer Kürze darzulegen, warum Millionengehälter keinen Sinn machen. Gerne können wir in den Kommentaren dazu zivilisiert (unter Betrachtung unserer Nettiquette) diskutieren und noch weitere Argumente für oder gegen hohe Gehälter finden.

Gehalt in Deutschland ist eine seltsame Sache. “Über Geld redet man nicht” und “Bei Geld hört die Freundschaft auf”, so lauten die landläufigen Weisheiten zu diesem Thema. Nicht unüblich sind zudem diverse Klauseln in Arbeitsverträgen, die das Diskutieren des eigenen Gehalts mit dem der Arbeitskolleg*innen verboten wird. Aber darum soll es heute nicht gehen, sondern um die Höhe von Gehältern und die Paradoxien, die sich daraus ergeben.

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Mehr Offenheit

Das vor einigen Tagen auferlegte Reiseverbot betrifft Videospielentwickler und deren Angehörige in betroffenen Ländern. Sind das viele, sind das wenige? Geht es nicht viel mehr ums Prinzip? Johannes und ich unterhalten uns darüber und versuchen nicht zu bedrückend zu sein. Ein paar Witze sind drin. Versprochen. Durchhalten, nicht die Augen verschließen und für das Einstehen, was euch wichtig ist. Hoffentlich kommt die Botschaft durch.

Hier noch das im Podcast erwähnte Video von Insomniac Games:

Aufreger: Hamilton, Pence und Sprachgefühl

Bestimmt steckt keine böse Absicht hinter der Überschrift der Süddeutschen Zeitung “Broadway-Musical Hamilton Schauspieler belehren Mike Pence”, aber der Effekt ist nicht zu unterschätzen. “Jetzt reg’ dich doch nicht wegen eines kleinen Worts auf, Max”, ist eventuell ein Einwand. Dieser Einwand war schon immer und ist jetzt im Besonderen fahrlässig. In Amerika verfolgen wir eine aktive Spaltung von Bevölkerungsgruppen, die oft in “Arbeiterklasse gegen Elite” ihre Bezeichnung findet. Die Elite weiß alles besser. Die Elite beherrscht. Die Elite unterdrückt. Das ist das Verständnis jener, die nichts mit der Elite anfangen können.

Von einer “Belehrung” zu sprechen, ist nicht nur inhaltlich mehr als fragwürdig, sondern verstärkt das typische Bild. In den Augen der erzkonservativen Wähler sind die Schauspieler des Musicals natürlich linke Elite. Mit ihrer geschnörkelten Sprache, den hübschen Kostümen und extravaganten Gesten sind sie aufgrund der aktuellen (Fehl-)Kommunikation zwischen den Bevölkerungsteilen eine Personifizierung der linken Elite, der Social Justice Warrior, der Gutmenschen. Und diese Menschen “belehren” den demokratisch gewählten, zukünftigen Vize-Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika? Natürlich geht Menschen da der Hut hoch. Der zukünftige Präsident Donald Trump hat bereits per Twitter verlauten lassen, dass der Cast sich für den respektlosen Umgang mit Mike Pence entschuldigen soll. Wahrscheinlich, weil Donald Trump so wenig Geduld und Auffassungsgabe wie die meisten von uns mitbringt und lediglich Überschriften wie “Broadway-Musical Hamilton Schauspieler belehren Mike Pence” liest.

Das Problem ist, dass die Schauspieler des Hamilton-Musicals Mike Pence in keiner Weise belehren. Hier versammeln sich Künstler, die sich für Diversität einsetzen. Menschen, die anhand der Aussagen von Donald Trump ernsthaft besorgt sind, was die Präsidentschaft dieses Mannes für ihre und die Rechte ihrer Freunde bedeutet. Für Schwule, Lesben, Schwarze, Latinos, Transgenders, Frauen und weitere Bevölkerungsgruppen, die sich vor Trumps Aussagen und angekündigten Policen fürchten. Lest die Aussage selbst, die ich auf die Schnelle transkribiert habe. Wer eine grobe Übersetzung wünscht, guckt das Video beispielsweise bei der Süddeutschen.

You know we had a guest in the audience this evening. Vice-President elect Mike Pence, I see you walking out, but I hope you will hear us just a few more moments. There is nothing to boo here, ladies and gentlemen, nothing to boo. We are all here sharing a story of love. We have a message to you, sir, and we hope that you will hear us out. And I approach everyone to put out your phones and tweet and post so this message is being spread far and wide, okay? Vice-President elect Pence, we welcome you and we truly thank you for joining us here at ‘Hamilton – an American Musical”, we really do. We, sir, we are the diverse America who are alarmed and anxious that your new administration will not protect us, our planet, our children, our parents or defend us and uphold our inalienable rights, sir. But we truly hope our show has inspired you to uphold our American values and work on behalf of all of us, all of us. We thank you truly for [inaudible] this show. This wonderful American Story told by a diverse group of men and women of different colors creeds and orientations…

Habt ihr euch die Zeit genommen, den kompletten Ausschnitt zu lesen? Vielen Dank. Das ist nicht ironisch gemeint. Das ist bitter nötig, denn nur so ist ersichtlich, dass hier eine Gruppe von Menschen den angesprochenen Mike Pence bitten, ihren Lebensweg zu akzeptieren. Mehr als alles andere ist diese Ansprache ein “plea”, eine Bitte. Eine Bitte, zu akzeptieren, dass jeder Mensch ein produktiver und gewinnbringender Teil der Gesellschaft sein kann. Eine Bitte, zu versprechen, dass alle Menschen, die in Amerika leben, den Schutz der Regierung genießen. Die Aussagen Trumps lassen die Schauspieler zweifeln und deswegen bitten sie im Namen ihrer Gleichgesinnten, dass Mike Pence eine weltoffene und progressive Gesellschaft duldet und stärkt.

Du musst etwas Anderes tun. Du bist dumm und naiv, wenn du nicht machst, was wir dir sagen. Das sind Belehrungen. Jemanden zu sagen, dass zwei plus zwei vier sind, ist durchaus eine Belehrung, aber diese bezieht sich auf Fakten. Der Streit um Menschenrechte ist in Amerika und in nahezu allen Ländern der Erde aber eine Glaubenssache, weswegen Fakten oft außen vor bleiben. Unsere Bundeskanzlerin “tut sich schwer [mit der rechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare bei der Adoption von Kindern]”, weil Sie, aus welchen Gründen auch immer, es nicht für richtig hält. Das sei ein “kontroverses” Thema und ist am Ende ein Themenfeld, das bei Entscheidungen weitestgehend frei von Fakten bleibt. Der Hamilton-Cast belehrt nicht, sondern setzt sich für die Gleichheit gewisser Gruppen ein.

Der Journalismus steht in der besonderen Pflicht, dass Inhalte vernünftig, reflektiert und verständlich wiedergegeben werden. Wir haben in Deutschland genug Blätter, die sich aus offensichtlichen Gründen dagegen wehren. Der kommerzielle Erfolg gibt diesen Verlagen und Blättern recht, auch darüber müssen wir im Bilde sein. Wer glaubt, dass Überschriften wie “Broadway-Musical Hamilton Schauspieler belehren Mike Pence” keine Auswirkung auf die Außendarstellung haben, hat den berüchtigten Schuss nicht gehört. Dass die gebildete und meist als links bezeichnete Elite auf konservative Werte herabschaut, ist ein fest bestehendes Vorurteil. Ein Vorurteil, dass auch die weise gewählten Worte des Hamilton-Casts nicht umkehren, wenn wir schreiben, sie “belehren”.

Ich hingegen stehe dazu, dass ich mit diesem Beitrag belehren möchte. Ich versuche darauf hinzuweisen, dass die Wortwahl durchaus eine Rolle spielt. Ich streite oft und leidenschaftlich über die Entwicklung von Sprache und auch intern im Team herrschen große Differenzen. Das liegt bei mir daran, dass ich das Gefühl habe, dass viele Menschen ihre eigene Muttersprache in den Grundfesten nicht verstehen und unabsichtlich schaden anrichten. Während wir sprechen, passiert das. Uns fehlen die Worte, wir verhaspeln und versprechen uns. Das ist menschlich. Doch wer seine Gedanken in Schriftform zum Ausdruck bringt, hat eine besondere Verpflichtung. Journalisten verdienen ihren Unterhalt mit dem geschriebenen Wort und bei all ihrer Übung ist es wichtig, dass sie ihre Erfahrung mit dem Umgang mit der Sprache Lesern zur Verfügung stellen.

Allein die Überschrift “Broadway-Musical Hamilton Schauspieler belehren Mike Pence” ist eine völlige Verfehlung dieses Qualitätsanspruchs. Wir lesen eine Überschrift, die an eine Falschaussage grenzt. Wir versagen mit solchen Botschaften auf den einfachsten Ebenen der Kommunikation. Wenn der nächste Konservative ruft, dass die vermeintlichen Linken und die vermeintliche Elite und die vermeintlichen Besserwisser, weiß wieder keiner, woran das liegt. Niemand ist perfekt, auch ich hätte mich eloquenter ausdrücken können, hätte effektiver zum Punkt kommen können. Ich möchte das versuchen. Ich möchte meine Fehler minimieren. Die Frage ist, Süddeutsche Zeitung, macht ihr mit? Die Frage ist, Journalisten, macht ihr mit? Die Frage ist, lieber Leser, machst du mit?

Featured Image via Flickr by Tina Saey

 

Die besten Questen

Stellt euch vor, ihr habt ein Neugeborenes, dann kommt plötzlich die Apokalypse, ihr könnt euch gerade noch so in einen Bunker retten, seht aus dem Kälteschlaf heraus, wie euer Partner ermordet und das Kind gestohlen wird, wacht auf – und geht dann erstmal in aller Ruhe looten und leveln. Dieses Drecksbalg kann auch alleine klar kommen, denn es gibt schließlich irgendwelche Ödlandsiedlungen von unglaublichen drei oder vier Bewohnern, die unsere Hilfe brauchen. Oder stellt euch vor, ihr bekommt gesagt, ihr seid der*die*das Auserwählte, sollt die Welt vor dem Untergang retten – und säubert zunächst alle Keller der Nachbarschaft von irgendwelchem Gekröse. Als Dank winken einhundert Erfahrungspunkte und fünf Goldstücke.

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Deadlines & Delays: Final Fantasy XV… und JEDES WEITERE SPIEL

Mankind Divided ist gerade erst raus und die halbe Welt hat wieder vergessen, dass es vor einem halben Jahr hätte kommen sollen. WO IST DER AUFSCHREI?!?!?!?!1111ELF!

Wir suhlen uns in Enttäuschung über No Man’s Sky und boykottieren Final Fantasy XV… der Framerates und zwei Monaten Verzögerung wegen. Hauptsache Aufregung, die so schnell aus dem Kopf verschwindet, wie der Plot aus dem letzten Superheldenfilm. Johannes und ich setzen sich damit auseinander, warum wir alle glauben, dass Releasedates für uns gemacht sind. Frust und Hoffnung liegen wie immer nah beieinander, aber wir sind guter Dinge, dass wir mit ein paar Mythen und Fehlauffassungen aufräumen können.

Krieg und Frieden und Schießspiele

Wir starren tief in der Abgrund und der Abgrund starrt zurück. Es ist immer interessant, wenn ein (ungescripteter) Podcast in eine gänzlich andere Richtung geht, als wir vorher gedacht haben. Wir wollten über die Verantwortung von Videospielen reden, weswegen Johannes auch gleich in “Reden Wir Über…”-Stimmung ist. Tatsächlich merken wir beide jedoch, dass wir viel grundsätzlichere Probleme mit Scheinheiligkeit, Doppelmoral, Freiheit von Kunst und der Unterscheidung von Hoffnung und Erwartung haben. Dass ich dabei der weitaus knatschigere Zeitgenosse bin, können sich die meisten Hörer bestimmt denken.

 

 

Mehr Spieler – … und die Kurzsichtigkeit des Spielejournalismus

Max und ich verstehen uns ja auch ein klitzekleines bisschen als Journalisten. Für Videospiele. Die über andere Journalistinnen und Journalisten reden. Die wiederum über Videospiele reden. Max und ich verstehen uns seit fast vier Jahren so gut, dass ich es nicht länger aushielt und ich mich mit ihm streiten wollte. Über Journalisten, die über Videospiele reden und schreiben. Denn Max hat zuletzt in unserem Podcast zum Ende von Gametrailers angedeutet, dass er den aktuellen Spielejournalismus nicht für völlig voll nimmt. Und ich frage mich warum. Deshalb habt ihr jetzt die ganz exklusive Gelegenheit, unserer angeregten Diskussion zu lauschen. Spoiler: Am Ende haben wir uns wieder lieb.

Viel Spaß bei unserer neuen Folge des Mehr-Spieler-Podcasts!

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