Aufreger der Woche: Gleichheit

Heute übernehme ich Johannes’ Platz als DGDWZ-RAAAAAAAAAGE-Monster und beglücke euch mit einem kleinen Kommentar zu folgendem Thema. Ich kann nur dazu anhalten sich vorher über das Thema der Demonstrationen in Frankreich gegen gleichgeschlechtliche Ehen ein klein wenig schlau zu machen, um Stellung zu meiner Meinung nehmen zu können.

Via flickr.com by cake.group
Stephen Fry with frog supporting The Prince's Rainforests Project
Seht in diese schwulen Augen und sagt mir, dass dieser Mann weniger wert ist,
als ein Heterosexueller!

Das im Folgenden Geschriebene ist aus meiner persönlichen Denkweise und Sicht auf Dinge verfasst worden. Ich habe keine tiefgründige Recherche betrieben, um meine Argumente zu unterstützen und habe keine bundesweiten Umfragen gemacht, die mir den Rücken stärken. Ganz frei nach John Locke nutze ich die komplexen Ideen, die in meinem Verstand aus simplen Ideen (Eindrücken aus der Umwelt) entstanden sind, um das folgende, aktuelle Thema zu be- und auch zu verurteilen.

Dabei ist meine Sicht selbstverständlich nur die eines Amateurs (vom französischen Wort für „Liebhaber“… schaut gefälligst selbst nach und/oder geht mit Johannes einen Trinken! Der weiß solche Dinge!). Nur um schnell Unklarheiten zu beseitigen: Würde ich Geld für das Verfassen dieses Textes bekommen, dürfte ich mich einen Profi schimpfen… obwohl ich bereits zugegeben habe, dass ich nicht detailliert recherchiert habe. Denkt bitte über diesen Umstand nach, wenn ihr das nächste Mal eine Nachrichtensendung/ein Magazin schaut/hört/lest, die euch Informationen vermitteln will.

Weg von John Locke und hin zu einem weiteren traurigen Fall europäischer Aufgeschlossenheit. Die fantastische Institution, welche zwar seit über 2000 Jahren den Tod eines Juden beweint, ansonsten die Unterstützung gegenüber dieser religiösen Gruppe allerdings durchaus in Grenzen gehalten hat, ist mal wieder auf dem Vormarsch. Als Hauptsponsor der Demonstrationen gegen eine vollständige rechtliche Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe zeigt die katholische Kirche wieder eindrucksvoll, dass ihre sozial-gesellschaftliche Entwicklung ungefähr zur Zeit der Erfindung der Windmühle eingestellt wurde (Liebe Medienlandschaft Deutschlands! An dieser Stelle möchte ich bitten, dass der Ausdruck „Homo-Ehe“ umgangen wird, da er doch arg nach Dumm-Dumm-Deutsch klingt. Ich spreche ja auch nicht von der erschütternden Scheidungsbilanz, die wir bei „Heten-Ehen“ ziehen. Danke schön!“)

Via flickr.com by ashi
4018758715_0ac2fd0da9_b
Sind sie nicht niedlich? Man möchte einfach
nur in ihre kleinen, arischen Backen kneifen!

Für mich ist die Frage nach der totalen Gleichstellungen einer Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen schnell geklärt. Sie hat gefälligst statt zu finden und alles Andere ist keine Option! Wenn die Kirche sich querstellen möchte und eine kirchliche Eheschließung verhindert, dann soll das so sein. Bitte schön. Die kirchliche Eheschließung ist nicht notwendig. Es ist der Ehebund, welcher vor dem Staat (standesamtlich) abgeschlossen wird. Überhaupt sollte man sich als homosexueller, im Besonderen aber auch als klar denkender Mensch fragen, warum man einer Institution angehören sollte, die einem mehr als nur an der menschlichen Würde kratzt.

Mit welcher Rechtfertigung meinen wir als – von Religion mal abgesehen – Bürger eines Staates die Liebe und das Verhältnis in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften anzuzweifeln. Jetzt werden einige argumentieren, dass die steuerlichen Vorteile deswegen entstehen, weil Männlein und Weiblein, die diesen Bund eingehen, die Zukunft der Nation sichern, da sie eifrig Nachwuchs zeugen. Das wäre überzeugend, wenn tatsächlich alle Ehepaare Kinder hätten und/oder Homosexuelle kein Interesse daran hätten, Kinder zu adoptieren und damit das ansonsten einsame Leben eines Kindes lebenswerter zu gestalten.

Wer die Adoption eines Kindes als eine weniger produktive Form der Familienförderung (und damit auch der eigenen, großartigen Nation) ansieht, der sollte seine Hausaufgaben machen und schauen, was sich seit der Windmühle so alles getan hat.

Der nächste Punkt. Ein Kind braucht eine Mutter und einen Vater. So und nur so kann das klappen. Aha. Ich könnte lang und breit argumentieren, warum dieser Punkt nicht im Geringsten eine Antwort verdient, aber damit würde meine Antwort recht paradox ausfallen. Eine solch unflexible und traditionalistische Betrachtung des Wortes „Famile“ ist inzwischen auch in die Zeit der Windmühle oder vielleicht der Familie von der Leyen zu verbannen. Der Normalfall ist es heute nicht mehr.

Via flickr.com by itsabitblurry
Aotearoa New Zealand Auckland Catholic Church Pope Support Gay Marriage 1212
I have a dream…

Kommen wir aber zu meinem vorerst letzten, aber auch eindringlichsten Punkt, den ich bereits angedeutet habe. Im deutschen Grundgesetz steht der uns allen bekannte Satz „die Würde des Menschen ist unantastbar“. Ich weiß, dass ich gerade von einem Fall in Frankreich spreche, aber das letzte Mal, als ich es überprüft habe, war den Franzosen ihre Menschenwürde doch recht teuer.

Die Ehe – als nicht-kirchliche Konstante – sollte (meiner bescheidenen Auffassung nach) ein Recht sein, dass alle Bürger eines Staates innehalten. Diese Ehe sollte für jeden und jede Art von gesetzlich zugelassener Ehe gleich sein. Denn – und jetzt kommt die Krux des Ganzen – wenn wir einer gewissen Volksgruppe eine Ehe mit weniger oder anderen Rechten bzw. Einschränkungen auferlegen, dann macht der Staat eine Trennung zwischen diesen Menschen selbst deutlich. Da eine Gruppe definitiv schlechter wegkommen muss, ist festzustellen, dass die Würde mindestens einer Volksgruppe angegriffen und verletzt wird.

Wir sind noch in vielen Ländern nicht so weit, dass es eine tatsächliche rechtliche Gleichstellung der Ehe gibt. In Frankreich will man jedoch weiter darauf hinarbeiten. Jene, die gegen dieses Voranschreiten der Gleichheit vorgehen, machen deutlich (sei es bewusst oder unbewusst), dass sie Homosexuelle (und sehr wahrscheinlich auch Trans- und Bisexuelle) als weniger Wert als sich selbst sehen. Aber was wundere ich mich über solch eine Lappalie, wenn wir gleiches über Juden, Muslime, Schwarze und Frauen denken. Was rege ich mich denn bitte so auf? Ich hoffe, dass dieser ironisch gemeinte Satz genug war, um Zweiflern deutlich vor Augen zu führen, was hier falsch läuft.

An die französischen Demonstranten im Speziellen, aber auch alle Anderen, die sich privilegiert und über anderen sehen möchte ich als Schlusswort die Tugenden dreier großer Nationen richten.

„Einigkeit und Recht und Freiheit…“ – aus der Deutschen Nationalhymne

„…all men are created equal…“ – aus Thomas Jeffersons verfasster Declaration of Independence

und zu guter Letzt: „liberté, égalité, fraternité“ – das National-Motto Frankreichs

Previous

15 – 2013 und so…

Next

Montagsfoto – 7

1 Comment

  1. Jürgen

    Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer vielleicht dem Hinweis auf die rechtliche Gleichstellung, Artikel 3, Absatz 1 GG.
    In Deutschland würden vermutlich ( hoffentlich ) keine zig-Tausende gegen die gleichgeschlechtliche Ehe auf die Straße gehen, aber gesetzlich ist Deutschland nicht viel besser: http://www.tagesschau.de/ausland/homoehe170.html

Leave a Reply

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén